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Die Zukunft der Produktion ist lean und smart

Die Zukunft Der Produktion Ist Lean Und Smart

2012, 2016 und jetzt 2018 – die Fabriken der ASM SMT Solutions standen beim renommierten Benchmark-Wettbewerb „Fabrik des Jahres / Global Excellence in Operations“ bereits dreimal ganz oben. Wir sprachen mit Jörg Cwojdzinski, Vice President SCM bei ASM SMT Solutions über die Zukunft der Produktion mit hohem Montageanteil.

Jörg Cwojdzinski ist seit 2003 bei ASM Assembly Systems GmbH&Co.KG (vormals Siemens Electronic Assembly Systems) verantwortlich für die Produktion, Logistik und den Einkauf mit Standorten in Deutschland, England, Singapur, Malaysia, China, Ungarn, den USA und der Niederlande. Darüber hinaus ist er seit 2009 Sprecher der Betriebsleitung in München und seit 2013 auch Geschäftsführer der ASM Logistics GmbH.

Werke werden sich komplett verändern

Herr Cwojdzinski, was ist bei Werken mit hohem Montageanteil in der Zukunft anders?

Vielfach wird über die Verknüpfung von Maschinen im Industrie-4.0-Umfeld gesprochen. Aber auch für Montagebetriebe bieten sich mehr und mehr smarte Lösungen für die Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen der kommenden Jahre. Viele neue Hard- und Softwareprodukte kommen zunehmend auf den Markt, die für meine Begriffe das Funktionieren und Aussehen unserer Werke komplett verändern werden.

Was heißt das für die Fabrik der Zukunft in ihrem Bereich?

Ich bin überzeugt, dass die Zukunft lean UND smart sein wird. Der Lean-Gedanke mit Fokus auf Wertschöpfung muss beibehalten werden. Smarte Technologien müssen hier exakt eingepasst werden. Beispielsweise macht es keinen Sinn, eine smarte videobasierte Fehlerkontrolle zu installieren, wenn ich die Fehler bereits mit einer Poka Yoke Maßnahme aus dem Lean-Toolset eliminieren kann. Auf diesen stabilen Lean-Prozessen lassen sich dann erfolgreich smarte Tools installieren, die wir als eine Art Baukasten für Optimierungsmaßnahmen der nächsten Jahre ausgewählt haben.

Voraussetzung einer Smart Factory: Reifegrad der Technologien

Warum tun sich Unternehmen so schwer mit smarten Technologien?

ASM Factory of the Year 2016Es gibt noch keine voll ausgestattete Smart Factory, die ich einfach in der Nachbarschaft anschauen kann – ganz anders als im Lean Management. Wir haben daher in den letzten Jahren bewusst viel experimentiert.

Dabei wurde klar: Viele smarte Technologien haben noch keinen industriellen Standard erreicht. Um aber wirklich wertschöpfend zu sein, müssen die Technologien einen gewissen Reifegrad erreicht haben.

Die gute Nachricht ist, dass aktuell immer mehr Anbieter und Lösungen diesen Reifegrad erreichen.

Smarte Tools und Cobots: begrenzt einsetzbar

Wo haben Sie konkret schon gute Erfahrungen gemacht?

Wir haben an unseren Arbeitsplätzen für die Kabelmontage die Anweisungen und Bilder am Monitor durch Videoprojektionen auf der Arbeitsfläche ergänzt und gute Erfahrungen gemacht. Auch Pick-by-Light hat große Effekte auf Geschwindigkeit und Qualität. systemgesteuerte Drehmomentschrauber und Kabelbinderzangen ergänzen unseren Baukasten an smarten Tools und auch Cobots und Robots setzen wir ebenfalls ein, allerdings eher selektiv – im reinen Materialhandling sehen wir keine große Effizienzverbesserung durch Cobots. Was bei allen diesen Technologien wichtig ist: Sensoren und Aktoren müssen letztlich auftragsgenau über ein MES gesteuert werden. Hier explodieren die Datenmengen und die Zahl der Schnittstellen. Wir haben das Glück, mit Critical Manufacturing einen der führenden Anbieter von MES für die Elektronikfertigung akquiriert zu haben. Der große Vorteil der Lösung: Die moderne Plattform erlaubt eine extrem flexible und einfache Einbindung von Sensoren und Aktoren, auch große Datenmengen können ohne Probleme erfasst und übertragen werden.

Am Ende der Reise werden sich unsere Fabriken durch smarte Technologie total verändern.

Jörg Cwojdzinski | Vice President | ASM Logistics GmbH

 

Wo planen oder testen Sie aktuell Optimierungspotenziale?

ASM Factory of the Year 2016

Große Potenziale mit smarten Technologien sehen wir aktuell in der Intra- und Materiallogistik.

Wir überlegen, ob wir die Routenzüge für Kanban-gesteuerte Regalsysteme abschaffen und AGVs komplette Regale mit im Logistikbereich vorsortierten Montagekits in die Fertigungsinseln fahren lassen.

Tests fahren wir in unseren asiatischen Werken demnächst auch mit Drohnen, die Fehlerteile von festen Abholpositionen in der Fertigung in die Reparatur fliegen. Mit festen Abholstationen und Standardbehältern ist diese Technologie in unseren Augen schon nutzbar und wir könnten endlich den Raum über unseren Fertigungsinseln nutzen.

Ein weiteres Feld – eng gekoppelt an das MES – ist die Disposition im Sinne eines papierlosen Lean Office. Hier sehe ich viel Potenzial für Systeme, die mit KI oder Algorithmen auf Basis von Echtzeitdaten aus der Fertigung automatisiert Bestellungen auslösen. Dazu werden wir nicht nur Tier1, sondern auch Tier2 Zulieferer einbinden, um die Reaktionsgeschwindigkeiten auf Bedarfsschwankungen weiter zu verbessern. Sie merken schon: Bei lean und smart stehen wir und andere Fertigungsunternehmen bei der Umsetzung noch ganz am Anfang. Am Ende der Reise werden sich unsere Fabriken durch smarte Technologie total verändern – so wie sie es schon mit Lean getan haben. Aber wichtig ist eben: In der Montage muss smart mit einem wertschöpfungsorientieren Ansatz gefahren werden und eng mit den von Mitarbeitern durchgeführten Tätigkeiten abgestimmt werden.

Lean Smart Factory – zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Lassen Sie sich im Rahmen der Konferenz Production Systems einen Einblick in die Einflüsse von Digitalisierung, kollaborativer Roboter und anderen intelligenten Lösungen auf die Produktion aufzeigen. Neben dem Vortrag von Jörg Cwojdzinski, ASM Assembly Systems GmbH & Co. KG, erhalten Sie eine spannende Sicht in die Praxis unter anderem von BMW Group, thyssenkrupp Academie, Festo AG, Robert Bosch GmbH oder dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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