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Zukunft Innenstädte: mutiger – (noch) durchmischter – flexibler

Zukunft Innenstädte: Mutiger – (noch) Durchmischter – Flexibler

Ein einwöchige Workshop in Bremen – maßgeblich initiiert durch Kurt Zech, den größten Projektentwickler Deutschlands – hat deutlich gezeigt: Es wird gegenwärtig (zwingend) durchmischter, anspruchsvoller und risikoreicher für Neuentwicklungen – die Innenstädte der Zukunft zu denken und zu erneuern! Eigentlich kennen sich Kurt Zech und Dr. Christian Jacobs in ihrer Heimatstadt Bremen aus – sie waren die maßgeblichen Unterstützer und Initiatoren der Veranstaltung zur Neugestaltung der Bremer City mit einem möglichen Gesamtinvestitionsvolumen von schätzungsweise 500 bis 800 Millionen Euro. Mit der Integration von Fachleuten aus der gesamten Republik in fünf Arbeitsgruppen zeigte der Workshop im Ergebnis die aktuelle Gemütslage auf: Wie ‚tickt‘ die Innenstadt der Zukunft bei durch den Onlinehandel unter Druck stehenden Handelsmieten – praktisch in allen deutschen Metropolen, von C- und D-Städten ganz zu schweigen. Dazu kommen häufig kürzer angebotene Mietlaufzeiten und schwerer einzuschätzende Bonitäten der Handelsmieter.

Diplom Kaufmann Jens Lütjen ist geschäftsführender Gesellschafter der Robert C. Spies Unternehmensgruppe. Das zu den größten Immobilienberatungshäusern Norddeutschlands gehörende Unternehmen mit einem 85-köpfigen Spezialistenteam berät Mandaten im bundesweiten Raum. Jens Lütjen ist darüber hinaus Mitglied und Teilnehmer des Ideenrates

Einheitliches Fazit: bunter, durchmischter, mutiger und kreativer

Um es kurz zu machen: Die Fachleute waren sich im Kern absolut einig; es wird bunter, durchmischter, mutiger und kreativer. Im Einzelnen: Der Handel im Erdgeschoss muss nach wie vor die Kalkulationssäule bleiben – aber ergänzende Nutzungen durch Forschung und Wissenschaft werden die Citys zukünftig stärker prägen und damit auch studentisches Wohnen. Gleichermaßen wird das innerstädtische Wohnen noch mehr zu fördern sein, ebenso Coworking-Spaces, um die Citys in Teilen als Labor der Zukunft und die DNA der Städte sowie das Selbstverständnis einer Metropole zu definieren. Kurt Zech sprach ‚von der Chance der späten Geburt’– ebenso vom Ziel, Innenstädte zwingend auch für jüngere Menschen wieder attraktiver zu gestalten, den Altersdurchschnitt zu reduzieren und neue, ergänzende Zielgruppen in die Städte zu ziehen. Dabei werden die Qualität im öffentlichen Raum, der Mut der städtischen Planer und die Art der Erreichbarkeit genauso zu fokussieren sein, wie die Moderation von Wohnen für verschiedene Zielgruppen und eines zwingend zu implementierenden Gastronomiebesatzes. Dieses auch mit allen Aspekten einer ’neuen Nähe‘ und Toleranz zu einer Wohnnutzung.

Mobilität neu denken

AutosIn Bremen waren gleichermaßen die stärkere Nutzung von Dachlandschaften Thema, wie der Glaube, dass wir  neu denken können und müssen. Mobilität der Zukunft – deutlich flexibler, vielseitiger und mit einer mutigeren Vision zum Thema Parkhaus. Einige Experten nannten Erwartungen der Reduktion von 70 Prozent des heutigen PKW-Aufkommens in den Citys innerhalb der nächsten 15-20 Jahre. Ja, wir brauchen die gute Erreichbarkeit auch aus den Umlandgemeinden für Oberzentren – aber genauso die starke Implementierung neuer Formen der Mobilität. Sei es durch Sharing-Modelle und einem starken Wunsch mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Städte zu erreichen sowie mit modernen Formen des Fahrrades, als auch ‚aus der Nachbarschaft‘ zu Fuß – um auch hier nur einige Aspekte zu nennen – hinterlegt mit einer neuen Citylogistik und der kurzfristigen Zustellung von Einkäufen. Erlebnis, Durchmischung in neuer Form und Tiefe, Aufenthaltsqualität und Mut – auch dieses fordert der Onlinehandel als neue Primärtugend den Innenstädten der Zukunft zwingend von allen Teilnehmern aus Politik, Verwaltung und der Immobilienwirtschaft sofort und in den nächsten Dekaden ab.

Enger Schulterschluss ist wichtig

Projektentwickler und Immobilienberater werden in einen engen Schulterschluss dazu im Idealfall eintreten – mit immer stärker ausdifferenzierten und involvierten Experten aus vielen Bereichen und Branchen – auch, um voneinander zu lernen und Zukunft im Sinne des Investments und der Städte sicherer und nachhaltiger zu planen. Bremen war hier mit einem historisch langen Workshop über eine Woche mit vielen renommierten Experten nur ein Anfang und vielleicht eine Blaupause für die Zukunft solcher Planungs- und Ideenprozesse.

Stadt am Wasser

…und die City-Entwicklung in den A-Standorten

Etablierte, immobilienwirtschaftliche A-Städte wie Hamburg sind dieser Entwicklung zukünftig auch ausgesetzt: In Bezug auf die Stärke und Deutlichkeit auf der einen Seite absolut und mit hoher Stringenz; auf der anderen Seite bildet der noch hohe und attraktive Handelsbesatz sowie die in Teilen auch internationale Nachfrage und Durchmischung hier ein stärkeres, im Zyklus noch etwas längeres, Szenario und verschiebt die Themen rein zeitlich etwas – ohne dass die Grundsätzlichkeiten anders zu betrachten wären.

An dem Projekt Überseequartier ergibt sich erstmals eine harte Verprobung am Hamburger Markt und der oben genannten aktuellen Entwicklungen insoweit. Außerdem mildert zunächst ein starker Office-Markt die Notwendigkeit zu einer stärkeren Produkt-Ausdifferenzierung – auch bei aktuellen Märkten von teilweise 30 Euro pro Quadratmeter für Top-Büroobjekte in den Citylagen. Es bleibt äußerst spannend: Die Entwicklungen einerseits parallel, andererseits aber auch zeitlich differenziert zu beobachten – ferner ‚die Lernerfolge‘ in A- und B-Städten und die jeweils verfolgten, innovativen Ansätze, um die Citys der Zukunft zu denken, zu sichern. 

Innenstädte der Zukunft - welche Konzepte verfolgt Hamburg?

Am 26. Februar 2019 kommen auf dem 6. Immobilienforum Hamburg Vertreter aus der Politik und Wirtschaft zusammen, um über die Zukunft der Hamburger Immobilienwelt zu diskutieren. Seien auch Sie mit dabei und treffen Sie Experten wie Jens Lütjen! 
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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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