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Zufriedene Mitarbeiter durch gerechte und moderne Vergütung

Zufriedene Mitarbeiter Durch Gerechte Und Moderne Vergütung

Zufriedene, motivierte Mitarbeiter sind das Fundament erfolgreicher Unternehmen. Und ein wesentlicher, wenn auch nicht alleiniger Faktor für Zufriedenheit und Motivation ist die Vergütung. Wie sollte diese gestaltet sein und welche Form der Vergütung ist für Sie geeignet? Wir haben eine Expertin gefragt, die sowohl durch ihre Erfahrung in der Beratung als auch in verantwortlichen Positionen auf Konzernseite Erfahrung dazu gesammelt hat. Erfahren Sie von Dr. Christine Abel, worauf es ankommt, um Mitarbeiter zu motivieren und welche Modelle für wen geeignet sind.

Dr. Christine Abel ist seit 2017 als Senior Partnerin und Mitglied der Geschäftsleitung bei der hkp/// group in Frankfurt/M. tätig. Hier bringt sie ihre langjährige Beratungs- und operative HR-Erfahrung in vielfältigen Projekten mit Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Größe und Komplexität ein. Dr. Christine Abel begleitet Unternehmen bei grundsätzlichen Fragestellungen des HR- und Vergütungsmanagements im Rahmen veränderter Unternehmensstrategien und Transformationen.

Dr. Christine Abel

Dr. Christine Abel

Frau Abel, welche Bestandteile sollte eine moderne Vergütung enthalten, um tatsächlich zu motivieren und anzuspornen?

GeldHierzu gehört zunächst einmal eine monatliche Festvergütung, mit der Mitarbeiter fest rechnen können, die im externen Markt angemessen positioniert und im internen Vergleich fair ist. Darüber hinaus trägt eine variable Vergütungskomponente, die mit dem Unternehmenserfolg atmet und nach Abschluss des Geschäftsjahres gewährt wird, zur Incentivierung bei. Je nach Unternehmensgröße können weitere Erfolgsziele für die Teilgesellschaft oder des Teams hinzukommen.

Zusätzlich können Individualziele vereinbart werden. Dies ist allerdings sorgfältig abzuwägen, abhängig von vielen Faktoren wie der Unternehmenskultur, den Arbeitsprozessen und des Reifegrades von Führung sowie der Organisationsstruktur. Zur Honorierung besonderer Leistungen führen viele Unternehmen zusätzlich sogenannte „Spot Boni“ ein. Sie machen es möglich, herausragende Leistungen und Erfolge unmittelbar durch die direkte Führungskraft schnell und unkompliziert monetär zu belohnen.

Letztlich bedarf zur Abrundung des Vergütungsbildes auch einiger, weniger Nebenleistungen wie beispielsweise zur Risikovorsorge. Je nach Unternehmenssituation ist auch die Mitarbeiterbeteiligung zu empfehlen – vor allem in der Transformations- oder Start-up-Phase.

Die passende Vergütungsform finden

Kann man jede Vergütungsform bei jeder Personengruppe anwenden?

Viele Vergütungsbestandteile gibt es über alle Mitarbeiter- und Berufsgruppen in Unternehmen hinweg – sie sind jedoch im Gesamtmix unterschiedlich ausgeprägt. So nimmt zum Beispiel die variable Vergütung mit wachsendem Anspruchsprofil einen höheren Anteil im Vergütungsmix ein. Die sogenannten „Long-term Incentives“, variable Vergütung mit einer Performancemessung über mehrere Geschäftsjahre, werden in der Regel mittleren Führungskräften und aufwärts gewährt, da sie direkten Einfluss auf die Definition und Realisierung der Strategie, und damit auf die nachhaltige Wertschöpfung, nehmen.

Erfolgreiches GeschäftsmodellSignifikante Beträge werden erst ab der Management-Funktionen eingesetzt. Auch einige Nebenleistungen sind vorwiegend Führungskräften oder Super-Experten vorbehalten, was meist damit einher geht, dass die Jahresvergütung die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung überschreitet. Bisher betraf dies meist den Dienstwagen und die betriebliche Altersversorgung – doch verschiebt sich dies gerade mit dem Trend zu „My Benefits“. Darunter versteht man die Einführung flexibler Benefits, bei denen die Mitarbeiter mehr Spielraum bei der Wahl ihrer persönlichen Vorteile erhalten.

Bonusmodelle im Rahmen moderner Vergütung

Können Sie uns kurz einige innovative Bonus-Modelle vorstellen?

In klassischen Unternehmen wurden in den vergangenen Jahren vorherrschend sogenannte „Zielbonus-Modelle“ eingeführt. Dabei werden zu Beginn des Geschäftsjahres pro Mitarbeiter Zielbeträge definiert, die bei Zielerfüllung ausgezahlt werden – und bei Über- oder Untererfüllung entsprechend variieren. Unternehmen setzen mit dem Zielbetrag den Referenzpunkt für die Erwartung ihrer Mitarbeiter. Und so kommt es, dass Unternehmen bei entsprechender Performance oft nur die Beträge oberhalb der Zielbeträge zahlen.

Um kurzfristig, direkt und gezielt besondere Leistungen zu honorieren, gewinnen Spot Boni zunehmend an Bedeutung und Verbreitung. Diese können unterjährig – vor Abschluss des Geschäftsjahres – zeitnah und direkt durch den Vorgesetzten gewährt werden, was direktes Feedback und Kopplung an eine konkrete Leistung ermöglicht und dem HR-Megatrend Wertschätzung Rechnung trägt.

Bonuspools funktionieren wiederum so, dass eine Gruppe oder ein Team über eine Zeitperiode wie ein Quartal oder ein Geschäftsjahr mit einem übergeordneten Purpose auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet. Je nach Zielerfüllung wird zum Ende der Zeitperiode der Pool entsprechend gefüllt und anschließend gemäß einem vorab definierten Verteilungsschlüssels an alle Berechtigten ausgeschüttet. Bonuspool-Modelle haben den Vorteil, dass sie das Wir-Gefühl verstärken und nur das verteilt werden kann, was vorab verdient wurde. Üblich sind sie zum Beispiel im Vertrieb, kleineren Unternehmen, in der Gründungsphase und in bestimmten Branchen mit starkem Kundenfokus.

Zunehmend treten auch Mischformen dieser Modelle auf, um deren Vor- und Nachteile zu kompensieren. Hierzu zählen beispielsweise Zielbonus-Modelle zur Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens oder Spot Boni, bei denen die Vorgesetzten im Vorfeld einen Pool-Betrag erhalten, den sie direkt und unterjährig an ihre Mitarbeiter mit besonderem Einsatz gewähren können.

Transparenz anstatt Hierarchie

Welche Rolle spielt Transparenz in der Vergütung Ihrer Meinung nach?

Meeting mit TeamTransparenz ist einer der Megatrends und nicht nur in HR. Transparenz gewinnt an Bedeutung – gleichzeitig verlieren Hierarchie und Seniorität an Relevanz. Soll die eigene Vergütung als fair empfunden werden, spielt Transparenz eine wesentliche Rolle – zum Beispiel bei der Einordnung der eigenen Vergütung im relativen Vergleich zu Kollegen und Vorgesetzten.

Transparenz will auf der anderen Seite jedoch auch richtig und gekonnt „dosiert“ sein.

Dr. Christine Abel | Senior Partnerin | hkp group AG

 

Galt es vor Jahren noch als fortschrittlich, wenn Unternehmen beispielsweise den Mitarbeitenden beim Grading auf Anfrage die Grundsätze der Stellenbewertungsmethode und die Bewertung der eigenen Stelle erläuterten, wird dies heute als Mindeststandard erwartet. Heute ist der Einblick in den Quervergleich und die relative Einordnung zunehmend wichtiger. Im Zuge der wachsenden Einkommensschere wird Transparenz weiter an Bedeutung gewinnen.

Es muss nicht immer Geld sein

Müssen es immer finanzielle Entlohnungsformen sein? Welche Ideen und Trends gibt es noch?

Ausdruck besonderer Wertschätzung kann auch sein, wenn Vorgesetzte Spot Boni in Form von Wertschecks, zum Beispiel für individuelle Events gewähren. Das können auch besondere Erlebnisse sein – oder einfach nur Zeit in Form von zusätzlicher Freizeit oder Urlaub. Eine regelmäßig von der hkp/// group durchgeführte Nebenleistungsstudie zeigt die zunehmende Bedeutung von Arbeitszeitsouveränität für Mitarbeiter – vom Sabbatical über die Umwandlung von Vergütung in mehr Urlaub bis zur vorübergehender Teilzeittätigkeit, um nur einige Beispiele zu nennen. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen erfreuen sich ebenso großer Beliebtheit, was Unternehmen angesichts des wachsenden Kompetenzbedarfs im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Unternehmenstransformation fördern.

Projekt, Generation YApropos Transformation: Bestandteil dieses Wandels ist ja auch der aus der IT stammende Trend des „Permanent beta“, der letztlich nur benennt, dass heute nichts mehr in Stein gemeißelt ist und kein Produkt oder Service als final angesehen werden kann. Es wird stetig optimiert und weiterentwickelt. An diese Rahmenbedingungen passt sich natürlich auch eine Vergütungssystematik an. Die Möglichkeiten monetär oder nicht-monetär zu vergüten entwickeln sich ebenfalls immer weiter und spiegeln im besten Fall damit letztlich auch die Unternehmenskultur.

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Unser Seminar Moderne Vergütung und New Pay bringt Sie auf den aktuellen Stand: Erlernen Sie arbeitsrechtliche Leitlinien, Vor- und Nachteile individueller Boni und wie Sie Beteiligung motivierend und attraktiv gestalten.
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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