skip to Main Content

Wird das noch was mit der Blockchain?

Wird Das Noch Was Mit Der Blockchain?

Blockchain gilt als die größte Revolution seit dem Internet und erhält auch Einzug in der Immobilienbranche – zumindest theoretisch. Oft fehlt es an Gesetzen, Kenntnissen und auch an Mut, sich mit der neuen Technologie auseinanderzusetzen. Walter Strametz zeigt, welche Herausforderungen vor uns liegen und wie diese zu besiegen sind. Damit es doch noch etwas mit der Blockchain wird!

Walter Strametz startete als Programmierer in Österreich und leitete später als Geschäftsführungsmitglied in einer der größten Schweizer Beratungsunternehmen schon frühzeitig das Thema Blockchain. Private Entwicklungsaktivitäten im Immobiliensektor lenkten den Fokus auf Blockchain und Immobilien. Dies führte ihn zu FIBREE und zur Gründung der element36 AG mit Sitz im sogenannten „Cryptovalley“ in Zug/Schweiz.

Blockchain steckt in der Krise

Starinvestor Warren Buffett verteufelt Kryptowährungen, zeitgleich gibt es Bekenntnisse zur Blockchain-Technologie von Regierungen. Was gilt nun? Für eine klare Sicht muss man die Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum streng von der Blockchain-Technologie trennen. Aber zuerst zu den Kryptowährungen. Hier gibt es drei große Stolpersteine, die einer Alltagstauglichkeit im Wege stehen:

1

Volatilität:
Das Auf und Ab von Bitcoin & Co. macht Kryptowährungen für viele Geschäfte unbrauchbar.

2

Benutzbarkeit: Krypto-Börsen und Krypto-Wallets sind für echte “Computerfreaks”, die Spaß daran haben, technische Herausforderungen zu überwinden – aber nichts für Konsumenten. Ähnliches gilt für die gehypte “Tokenisierung” von Vermögenswerten.

3

Regulation: Traut man sich dennoch an ein Blockchain-Projekt heran, wissen oft selbst die Behörden nicht, welche Gesetze anzuwenden sind.

Ist das die Lösung für das Blockchain-Problem?

Diese Hürden werden durch Kryptowährungen verursacht und hindern den einfachen Zugang zur dahinterliegenden Technologie, der Blockchain. Es gibt verschiedene Ideen, um diese Probleme zu lösen. Ich möchte Ihnen einen Ansatz vorstellen, den ich mit meinem  Startup “element36.io” umsetze und daher sehr gut kenne. Wie also lösen wir diese Probleme?   

1

Volatilität:
Anstelle von Kryptowährungen ohne jeglichen inneren Wert, erzeugen wir “Schattenkopien” von echten Währungen (“Fiat-Money”) auf der Blockchain. Statt Bitcoin gibt es Euro, Franken und Pfund. Die Blockchain regelt den Zugriff auf das Kapital, das auf einem Konto geparkt ist, solange das Geld auf der Blockchain verwendet wird.

2

Benutzbarkeit:
Die Blockchain tritt für Konsumenten komplett in den Hintergrund. An ihrer Stelle befindet sich eine Kontonummer einer Bank, welche die Auf- beziehungsweise Abfahrt der echten Währungen auf die Blockchain zur Verfügung stellt und zwischen der Bank- und der Blockchain-Welt konvertiert. Damit können Unternehmen die Vorzüge der Blockchain für ihre digitalen Angebote nutzen – ohne die Nachteile der Kryptowährungen in Kauf zu nehmen.

3

Regulation:
Wir erzeugen also unsere eigene Kryptowährung – aber diesmal eine digitale Repräsentation auf der Blockchain von echtem Geld, das wahrhaftig auf einem Konto verwaltet wird. Das Neuartige ist, dass jede Bewegung dieses Geldes durch programmierten Code gesteuert und geschützt wird. Aus dieser Position heraus können wir tief in die digitale Trickkiste greifen: Programmierter Code und Euro verschmelzen zu einem Ganzen – gesetzliche Auflagen werden direkt im Code abgefragt und durchgesetzt. Somit kehrt sich der vermeintliche Nachteil der unklaren Regulierung von Kryptowährungen zu einer Stärke. Die Blockchain stellt sicher, dass Prozesse der Geldwäschereibekämpfung eingehalten werden und kann so Identitäten oder ganze Lizenzen wie Crowdfunding an Unternehmen exportieren, die selbst über keine solche Lizenz verfügen. 

Blockchain-Projekte, die sich sehen lassen

Nachdem diese Probleme gelöst sind, stellt sich die Frage, wie es weiter geht. Hier direkte Beispiele an Projekten an denen wir arbeiten, wo wir stehen und was das für die Immobilienwirtschaft bedeutet: 

Euro auf der Blockchain: Das oben beschriebene System wurde gebaut, das Startup wurde in der Schweiz gegründet und wird nach internationalen Gesetzen überwacht. Das System “element36.io” dient als Betriebssystem, um Immobilien zu verkaufen, eine Schwarmfinanzierung zu starten oder Fintech-Funktionalität in Ihre eigene digitale Strategie zu integrieren, ohne selbst als Finanzintermediär tätig werden zu müssen.

Dezentrale Hausverwaltung: In den Niederlanden läuft ein Projekt, das die Hausbewohnern bei der Selbstverwaltung eines Wohnhauses unterstützt. Die Bewohner zahlen in einen gemeinsamen Topf ein, der über Wahlmechanismen an Dienstleister wieder ausbezahlt wird. Die Blockchain übernimmt hier die Verwaltung der Mitglieder, Stimmrechte und natürlich das Management des Budget-Topfes.

Immobilienplattform mit digitalem Notar: Der “digitale Notar” wird Teil einer (zunächst österreichischen) Immobilienplattform und wird weite Teile des Abwicklungsprozesses für den Immobilienerwerb digitalisieren. Die Blockchain bietet das Treuhandkonto und steuert den Ablauf: Nachdem Käufer und Verkäufer sich einig sind, wird auf elektronischem Wege ein Notar hinzugezogen, der manuell den Status des Grundbuchauszugs verwaltet und auf derselben Plattform die Transaktion abwickelt. Start der Plattform ist für den 21. Mai 2019 geplant. 

So kann‘s gehen: Vorteile genutzt, Nachteile eliminiert

Alle Projekte haben gemeinsam, dass die Blockchain für den Konsumenten komplett im Hintergrund bleibt. Somit werden nur die Vorteile der Blockchain genutzt und die Nachteile von Kryptowährungen eliminiert. Kunden sehen nur eine Webseite oder eine mobile App, die ähnlich sicher wie ein e-Banking aufgebaut ist. Es gibt natürlich viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. Wenn Sie tiefer in die Materie der Blockchain und Immobilien eintauchen wollen, ist die Stiftung FIBREE.org ein guter Start: FIBREE ist eine globale Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, die Immobilien-Industrie und Blockchain näher zusammen zu bringen, und weltweit Aktivitäten in diesem Bereich sichtbar zu machen. 

Mehr zum Thema Bitcoin & Blockchain

Sie möchten wissen, wie sich Bitcoin, Blockchain und Co. auch für die Immobilienwirtschaft nutzen lassen? Dann besuchen Sie das Vorab-Seminar des 5. Immobilienforum Wien 2019. Dort erhalten Sie an einem kompakten Tag alle relevanten Informationen zur neuen Technologie. Seien Sie dabei und verpassen Sie nicht die nächste Revolution!
Whitepaper Baurech

4 rechtliche Themen, die Sie im Blick haben müssen

Wir haben sieben Experten befragt: Erhalten Sie einen kompakten Überblick zu vier wichtigen Rechtsthemen im Whitepaper. So bleiben Sie bei den neusten Entwicklungen in Sachen Immobilien- und Bau-Recht auf dem Laufenden.
Jetzt herunterladen!

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top

4 rechtliche Themen, die Sie im Blick haben müssen

Erhalten Sie einen kompakten Überblick von sieben Experten zu den vier wichtigsten Rechtsthemen im Bau- und Immobilienbereich, angefangen von der BauGB-/BauNVO-Novelle 2017 bis hin zur Umsatzsteuer.

Jetzt herunterladen!

Bleiben Sie up-to-date in Sachen Bau- und Immobilien-Recht