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Wie wird unsere Risikobereitschaft beeinflusst?

Wie Wird Unsere Risikobereitschaft Beeinflusst?

Prof. Dr. Eva Lermer gibt uns in diesem Interview einen Einblick in die Psychologie der Risikokultur. Erfahren Sie, welche Faktoren unsere Risikoentscheidungen beeinflussen und inwieweit die eigene Persönlichkeit eine Rolle dabei spielt.

Prof. Dr. Eva Lermer lehrt und forscht an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in München sowie am Lehrstuhl für Sozial-, Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Universität Regensburg. Neben der Untersuchung grundlegender Faktoren, die Risikoeinschätzungen beeinflussen, beschäftigt sie sich mit der Beantwortung praktischer Fragestellungen mittels aktueller, wissenschaftlicher Erkenntnisse. 

Faktoren einer Risikoentscheidung

Frau Prof. Lermer, welche Faktoren können Risikoentscheidungen beeinflussen?

Wie wir Risiken wahrnehmen und mit ihnen umgehen, wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Hierzu zählen Erfahrung, Persönlichkeit, der jeweilige Kontext oder auch die aktuelle Stimmung. Beispielsweise, so zeigt die Forschung, geht positive Stimmung häufig mit mehr Risikoaffinität einher.

Ferner kann insbesondere die Art und Weise, wie ein Risiko kommuniziert wird, entscheidend dafür sein, wie wir über das Risiko nachdenken. Beispielsweise lassen sich Menschen leicht durch Zahlen irreführen: klassische Beispiele hierfür sind der Einfluss absoluter (z. B. 6 Personen sind betroffen) vs. relativer Zahlen (z. B. 0,000007 Prozent der Bürger sind betroffen), oder die Beschreibung der selben Information in einem positiven (gain) vs. negativen (loss) Rahmen (z. B. der Joghurt ist zu 80 Prozent fettfrei vs. der Joghurt hat 20 Prozent Fettgehalt).

Dazu kommt die Frage nach der Perspektive: Bin ich es der/die betroffen sein könnte, oder betrifft das Risiko jemand anderen? Auch hier finden sich enorme Unterschiede in der Bewertung von Risiken. In diesem Zusammenhang wird oft vom Phänomen des „unrealistischen Optimismus“ gesprochen. Gemeint ist hier, dass die meisten Menschen annehmen, mehr vom Glück gesegnet zu sind, als der Durchschnitt. Das trifft jedoch auch auf andere Inhalte zu zum Beispiel Autofahrfertigkeiten; die Mehrheit hält sich für überdurchschnittlich gute Fahrer.

Je nach Lebensbereich sind manche Menschen risikoaffiner, andere risikoscheuer. Menschen haben eine gewisse Grundeinstellung zu Risiken, die sich allerdings nicht einfach generalisieren lässt.

Prof. Dr. Eva Lermer 

Risikoaffin vs. risikoscheu

Ist Risikobereitschaft in der Persönlichkeit verwurzelt?

Ob beim Sport oder bei Geldanlagen: Je nach Lebensbereich sind manche Menschen risikoaffiner, andere risikoscheuer. Menschen haben eine gewisse Grundeinstellung zu Risiken, die sich allerdings nicht einfach generalisieren lässt.

Best Practice

So sind manche Menschen nur in gewissen Domänen, wie etwa ihren Freizeitaktivitäten risikobereiter. Ihre Risikofreude zeigt sich dann beispielsweise beim Skifahren oder beim Bergsteigen: hier gehen sie ein höheres Risiko als der Durchschnitt ein. In anderen Bereichen wiederum, wie etwa bei Investitionen, sind sie unterdurchschnittlich risikoaffin.

Bedeutung von Risikoeinschätzungen

Warum ist das Wahrnehmen und Einschätzen von Risiken aus psychologischer Sicht wichtig?

Wir denken und entscheiden nicht immer rational. Oft treffen wir intuitive Entscheidungen, sozusagen „aus dem Bauch heraus“. In unseren Köpfen treffen also zwei Systeme aufeinander: rational vs. intuitiv.
Je nach Situation kann das bewusste Nachdenken vorteilhafter sein, als das rasche Handeln.

Dessen sollten wir uns bewusst sein, gerade wenn wir riskante Entscheidungen treffen. Aktuelle Studien zeigen, dass bereits das Wissen um manche potenziellen, unbewussten Fehler dazu beitragen kann, deren Einfluss zukünftig zu reduzieren.

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