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Wie sich Führung verändert – ein Interview mit der DB Vertrieb GmbH

Wie Sich Führung Verändert – Ein Interview Mit Der DB Vertrieb GmbH

Die Führungsarbeit sieht sich heutzutage mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Wie gehen Sie damit als erfahrene Führungskraft um? Andrea Lachnik ist für die Personal- und Führungskräfteentwicklung bei der DB Vertrieb GmbH verantwortlich. Im exklusiven Interview hat sie uns verraten, wie sich Führung vor allem durch die Digitalisierung verändert und welche Tipps sie für Sie hat – damit Sie Ihre Führung neu ausrichten können!

Auch die Führungskraft muss sich immer wieder neu erfinden und ebenso wie Organisationen anpassungsfähig sein.

Andrea Lachnik, DB Vertrieb GmbH, Frankfurt am Main

Andrea Lachnik leitet die Personal- und Führungskräfteentwicklung bei der DB Vertrieb GmbH in Frankfurt am Main und ist dort für neue Modelle und Vorgehensweisen zuständig.

Sie treibt die Entwicklung und Umsetzung des Kulturveränderungsprozesses im Unternehmen mit voran. Hierbei stehen insbesondere die Umsetzung agiler Methoden, Kulturwandel, Mobilität 4.0, Innovationskultur und New Work im Fokus Ihrer Tätigkeit. Darüber hinaus berät sie zu agilen Methoden und deren Anwendung im Unternehmen.

Führung im Wandel

Frau Lachnik, mit welchen Herausforderungen sieht sich die heutige Führungsarbeit konfrontiert?

Digitalisierung, dynamische Märkte, sich ständig wandelnde Rahmenbedingungen – all das erfordert ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit von Organisationen. Verschiedene Faktoren bedingen Anpassungsfähigkeit: Neben dem Abbau von Strukturen ist meiner Meinung nach auch eine Unternehmenskultur, die Werte wie Eigenverantwortung und Partizipation stärkt, maßgeblich. Führungskräfte kommen also stärker in die Rolle eines Coaches und Rahmengebers, der berät, Hindernisse beiseite räumt und hilft, dass Teams einen hohen Freiraum haben, um gute Ergebnisse zu liefern. Das bedeutet für Führungskräfte aber auch einen ganz persönlichen Wandel: Weg vom Verwalter mit Einzelbüro, stattdessen hin zum Coach, der Teil seines Teams ist.

Weitere Herausforderungen sind sicherlich auch veränderte Ansprüche von Mitarbeitern an Work-Life-Balance, Mitbestimmung und Sinnhaftigkeit von Aufgaben. Da werden herkömmliche Führungskonzepte nicht mehr ausreichen, auch die Führungskraft muss sich immer wieder neu erfinden und ebenso wie Organisationen anpassungsfähig sein.

Sich am Markt behaupten

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren, damit ein Unternehmen agil und anpassungsfähig bleibt?

Für sehr wichtig halte ich eine offene Unternehmenskultur, die ein Ausprobieren möglich macht, erlaubt aus Fehlern (schnell) zu lernen und vor allem nicht sanktioniert. Das bedeutet aber eine Abkehr von dem Wunsch nach Perfektion und auch eine Abkehr von bewährten KPIs und Controlling-Instrumenten.

Weiterhin glaube ich, dass offene Strukturen immens wichtig sind. Strukturen, die Silodenken vermeiden und stattdessen fördern, dass sich Teams je Aufgabe zusammenfinden, aber dann auch wieder auflösen. Das schafft Flexibilität und erlaubt es, möglichst schnell die besten Mitarbeiter an einem Thema arbeiten zu lassen. Klassische Organigramme mit klar geregelten Zuständigkeiten sind da oft wenig hilfreich.

Büro DB Vertrieb GmbH

© Andrea Lachnik – DB Vertrieb GmbH

Zudem glaube ich, dass agile Prinzipien kein Allheilmittel und schon gar nicht die Antwort auf alle Herausforderungen sind. Ein ausgewogenes Maß an agilen, aber auch bewährten Tools (zum Beispiel Scrum versus Wasserfallmodelle aus dem Projektmanagement) kann als guter Mix die Anpassungsfähigkeit einer Organisation fördern.

Neue Führungsprinzipien?!

Wie müssen Führungskräfte darauf reagieren? Können bisherige Vorgehensweisen jetzt über den Haufen geworfen werden?

Ich glaube, es erfordert von Führungskräften zunächst einmal ein hohes Maß an Selbstreflexion. Die Führungsrolle verändert sich und da ist es sinnvoll, sich zunächst darüber klar zu werden, was Führung für mich bedeutet, welchen Anspruch ich für mich als Führungskraft habe und warum ich überhaupt Führungskraft geworden bin. Was treibt mich an? Was ist meine Motivation? Wenn man diese Fragen für sich beantwortet hat, ist das eine gute Basis, um sein Führungsverhalten anzupassen: Manche Situationen lassen sich mit bewährten Führungsverhalten meistern, in anderen Situationen ist ein neues Vorgehen zielführender.

Und nein, bisherige Vorgehensweisen müssen wir nicht über den Haufen werfen, wenn wir gängige Führungsmodelle wie kooperative Führung oder transformationale Führung zugrunde legen. Für mich ist das eine gute Basis, an der man weiterarbeiten kann.

Exkurs zur DB Vertrieb GmbH

Wie geht die DB Vertrieb GmbH mit den neuen Herausforderungen in Sachen Führung um?

Unser Führungsverständnis beruht auf der transformationalen Führung und ist somit kein Widerspruch zu agilen Führungsprinzipien. Partizipation ist die logische Fortsetzung des stark transformational geprägten DB Führungsverständnisses im Vertrieb. Wir sind darauf angewiesen, uns zu vernetzen und interdisziplinär zu arbeiten: Nicht nur innerhalb von Abteilungen, sondern übergreifend. Das bedeutet aber auch, dass Entscheidungen getroffen werden können und müssen, wenn die Situation es erfordert und die Grundlage dafür vorhanden ist. Partizipation ist kein Selbstzweck, sie ist dann wichtig, wenn die Anforderungen sehr komplex und schwer zu überblicken sind.

Tipps für Führungskräfte

Auf welche drei Dinge sollten Führungskräfte zukünftig besonderen Wert legen?

1

Wir sind ein Team, bestehend aus Mitarbeitern und Führungskraft. Wir haben gleiche Rechte und Pflichten. Das, was mich zur Führungskraft macht, ist meine Rolle als Coach und Rahmengeber und nicht mein Status.

2

Offen mit Fehlern umgehen, darüber sprechen und daraus lernen. Mit solch einer Fehlerkultur ist es erst möglich, agil zu arbeiten, in immer kürzeren Zyklen Services oder Produkte zu entwickeln, die nicht hundertprozentig sind, aber ein schnelles Ausprobieren erlauben. Wichtig: Als Führungskraft am besten selbst damit anfangen, über die eigenen Fehler zu reden.

3

Mit gutem Vorbild vorangehen – immer. Das ist keine neue Erkenntnis, aber auf unbekanntem Terrain (also in einem dynamischen, unberechenbaren Marktumfeld) umso wichtiger.

Holen Sie sich als erfahrene Führungskraft neue Impulse!

In unserem Seminar Best of Leadership: Führung neu ausrichten berichtet Andrea Lachnik über die Führungspraxis der DB Vertrieb GmbH. Seien Sie dabei und reflektieren Sie Ihr eigenes Führungsverhalten, um auch zukünftig erfolgreich sein zu können.

Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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