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Wie Modulbau die Umwelt entlastet

Wie Modulbau Die Umwelt Entlastet

Serielles Bauen stellt sich immer klarer als großer Trend heraus: Bereits jedes siebte neu gebaute Haus in Deutschland ist ein Fertighaus. Woran das liegt, wie sich der Modulbau weiterentwickelt und wie dieser sogar die Umwelt retten kann, erklärt uns Stephanie Fiederer.

Wir sind aber dennoch fest davon überzeugt, dass die Zukunft dem seriellen Bauen gehört.

Stephanie Fiederer, AH aktivhaus GmbH, Stuttgart

 

Stephanie Fiederer ist seit März 2015 Geschäftsführerin der AH aktivhaus GmbH. Das Unternehmen wurde von Prof. Werner Sobek sowie Prof. Klaus Fischer gegründet und hat mit Prof. Wolfgang Schuster und der Ganter Interior GmbH inzwischen weitere namhafte Gesellschafter gewonnen.

Die AH aktivhaus GmbH entwickelt und vertreibt Gebäude in modularer Bauweise, die sich an dem von Werner Sobek ausgearbeiteten Prinzip des Triple Zero® orientieren. Stephanie Fiederer war unter anderem acht Jahre als Innenarchitektin und Geschäftsführerin der Fleiner Internationale Einrichtungen GmbH tätig und hat in Stuttgart an der Hochschule für Technik in Stuttgart ein Innenarchitekturstudium absolviert.

Der Modulbau als Trend

Der Modul-/Fertigbau war jahrelang verschrien, erlebt jetzt aber eine große Aufwertung. Können Sie uns dieses Phänomen erklären?

Der Fertighaus- und Modulbausektor ist ein rasant wachsender Wirtschaftszweig (jedes siebte neu gebaute Haus in Deutschland und jedes vierte neu gebaute Haus in Baden-Württemberg ist ein Fertighaus), auch die Qualität und Dauerhaftigkeit steht einem Massivhaus in nichts nach – im Gegenteil. Zudem lässt sich durch den Modulbau ein sehr hoher Vorfertigungsgrad erzielen, was die Arbeiten vor Ort minimiert. Dadurch sind Qualitätssicherheit, Kostensicherheit, fest vereinbarte Lieferzeiten und vieles mehr kein Problem. Damit haben Sie einen veritablen Kundenvorteil, der bei Privatpersonen, Projektentwicklern und Kommunen gleichermaßen auf breites Interesse stößt.

Diese Dinge sind wichtig, aber nicht das allein Entscheidende. Wir sprechen deshalb bei aktivhaus auch nicht so sehr von „Modulbau“ oder „Fertighaus“, sondern von einem nach industriellen Qualitätsstandards erzeugten Produkt, bei dem Sie (wie in der Automobilindustrie) verschiedene Produktlinien und Serien mit unterschiedlicher Ausstattung auswählen können. Die Standardausstattung kann je nach Bedarf oder Budget um verschiedene Sonderausstattungen erweitert werden, beispielsweise um ein hochwertiges Parkett, eine größere Küche oder eine andere Fassade. Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen Dinge wie Garantien hinsichtlich Qualität, Kosten und Lieferzeiten in Kombination mit einer großen gestalterischen Flexibilität sehr zu schätzen wissen.

 

Die Umwelt retten beim Bauen?

Und wie kann der spezieller Modulbau von AH Aktivhaus der Umwelt helfen?

Erneuerbare Energie / Solar / WindkraftDie Firma aktivhaus entwickelt, produziert und vertreibt Wohneinheiten, die innerhalb kürzester Zeit als Einzelgebäude oder als mehrgeschossige Bauten installiert werden können. Diese Einheiten werden nach industriellen Qualitätsstandards vollständig im Werk vorgefertigt und getestet. Sie orientieren sich an dem von Werner Sobek entwickelten Triple Zero® Prinzip. Das Triple Zero® Konzept gibt eine kurze, prägnante Beschreibung der Eigenschaften, die nachhaltige Gebäude erfüllen sollten: Sie sollten nicht mehr Energie verbrauchen, als sie selbst aus nachhaltigen Quellen gewinnen (zero energy). Sie sollten keine für Mensch oder Umwelt schädlichen Emissionen erzeugen (zero emissions). Und sie sollten ohne Rückstände vollständig in natürliche oder technische Kreisläufe rückführbar sein (zero waste). Das heißt, dass wir nicht nur das Thema Energiegewinnung und Emissionsfreiheit berücksichtigen, sondern auch die Konstruktion der Gebäude selbst (ebenso wie ihren potentiellen Rückbau in 50, 100 oder noch mehr Jahren) immer im Blick haben.

Wenn die Bauindustrie mehr als 60 Prozent der natürlichen Ressourcen verbraucht, für 50 Prozent des Müllaufkommens verantwortlich ist, für einen Energieverbrauch von 35 Prozent an fossilen Energien und damit 35 Prozent an Emissionen steht, müssen wir genau dort ansetzen. Das bedeutet, dass wir für die Konstruktion nicht nur nachwachsende Rohstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus Deutschland oder Österreich einsetzen und unsere Baustoffe sorgfältig unter dem Aspekt der Wohngesundheit auswählen. Wir achten auch darauf, dass wir möglichst wenige Ressourcen wie möglich verbrauchen – und dass die verbauten Ressourcen bei einem Rückbau des Gebäudes vollständig in technische oder biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können.

Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek
Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek
Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek (1)
Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek (2)
Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek (4)
aktivhaus d10
Copyright Zooey Braun
aktivhaus D10
D10 aktivhaus
Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner SobekAktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek (1)Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek (2)Aktivhaus Siedlung Winnenden - Copyright Werner Sobek (4)aktivhaus d10Copyright Zooey Braunaktivhaus D10D10 aktivhaus

Die Zukunft des seriellen Bauens

Wie wird sich Ihrer Meinung nach die Zukunft des seriellen Bauens gestalten? Wird es für jeden zum Normallfall in einem modular gebauten Gebäude zu leben?

Das Bauwesen steht in vielerlei Hinsicht weit hinter anderen Industriezweigen. Produktionsprinzipien sowie größere Investitionen in Forschung und Entwicklung, wie wir sie zum Beispiel aus dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie kennen, sind in der Bauindustrie kaum etabliert. Darüber hinaus haben wir es mit einer extrem kleinteiligen Produzentenstruktur zu tun. All dies erschwert den Wandel – wir sind aber dennoch fest davon überzeugt, dass die Zukunft dem seriellen Bauen gehört. Für unsere Kinder wird es völlig selbstverständlich sein, in einem modular gebauten Gebäude zu leben – ohne dass dies nach außen hin zwingend sofort zu erkennen sein muss. Wie bereits erläutert, schließen serielle Fertigung und modulares Bauen ja keineswegs eine große Gestaltungsvielfalt aus, im Gegenteil. Planer und Bauherren müssen sich künftig weniger Gedanken darüber machen, ob ihre Gebäude „in time and in budget“ fertiggestellt werden – und können sich deshalb auf andere, für das Erscheinungsbild essentielle Fragen konzentrieren.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
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