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Warum es immer schwerer wird, Entscheidungen zu treffen

Warum Es Immer Schwerer Wird, Entscheidungen Zu Treffen

Entscheidungen fallen nicht immer leicht, schon gar nicht, wenn unendlich viele Optionen zur Auswahl stehen. Je mehr uns angeboten wird, desto schwerer fällt es uns, eine Entscheidung zu treffen oder auch zu dieser zu stehen. Denn bereits unmittelbar nach unserer Wahl fragen wir uns oft: Wäre eine andere Option die bessere gewesen? Doch warum ist das so?

Die Multioptionsgesellschaft

Viele RegenschirmeTäglich haben wir um die 20.000 Entscheidungen zu treffen, 90 Prozent davon sind reine Routine: Stehen wir auf, wenn der Wecker klingelt oder bleiben wir noch fünf Minuten liegen? Frühstücken wir zu Hause oder unterwegs?

Doch diese anderen zehn Prozent machen uns oft das Leben schwer. Wir können heute so viel entscheiden wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, angefangen von unserer Berufswahl über den Urlaubsort bis hin zu der Marmelade, die wir morgens frühstücken.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Und darin liegt auch das große Problem, je mehr Möglichkeiten wir haben, desto schwerer fällt es uns, zwischen diesen Optionen zu wählen. Sobald wir entschieden haben, bekommen wir oft das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Es scheint beinahe so, als würden wir dem mit der Entscheidung verbundenen Verlust der anderen Optionen hinterhertrauern.

Die kanadische Psychologin Sheena Iyengar begründet das so:

Wenn es nur wenige Optionen gibt, können wir mit unserer Wahl glücklich sein, weil wir sicher sind, dass es die beste Wahl für uns ist. Aber wenn die Optionen quasi endlos sind, glauben wir, dass irgendwo da draußen genau das richtige Angebot auf uns wartet und dass wir die Verantwortung dafür tragen, dieses auch zu finden.

Psychologe Barry Schwartz führt dieses Phänomen auf die Evolutionsgeschichte zurück. Der Mensch sei nicht dafür geschaffen auszuwählen. Schließlich musste er mehrere Jahrhunderte in einer Welt des Mangels leben:

Jeder musste nehmen, was er kriegen konnte, um zu überleben, und die Frage, ob man lieber Mammut als Reh futtern wollte, stellte sich gar nicht.

Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung

Doch nicht nur im Privaten, sondern vor allem im Berufsalltag müssen Führungskräfte schwere Entscheidungen treffen. In der digitalen Zeit hat die Komplexität der Wirtschaftswelt enorm zugenommen. Es fällt schwer, alle Zusammenhänge – vor allem bei internationaler Tätigkeit – zu überblicken. Hierbei lohnt es sich, Berater hinzu zu ziehen oder sich selbst in den nötigen Gebieten stetig weiterzuentwickeln.

Oft werden Entscheidungen aus Angst über Monate oder Jahre jedoch aufgeschoben oder erst gar nicht gefällt. Dabei wusste bereits der US-Psychologe William James, dass das Nicht-Treffen einer Entscheidung, auch bereits eine Entscheidung darstellt.

Fernglas, Weitblick, Ferne, Aufstieg

Herz oder Verstand?

Doch wie entscheiden wir denn nun? Intuitiv und aus dem Bauch heraus oder lieber nach langen Pro- und Contra-Listen? Die Frage nach Herz oder Verstand lässt sich einfach beantworten: Das Rationale ist nie frei von Gefühlen, sodass eine kluge Entscheidung immer beides – Herz und Verstand – miteinschließt. Doch nicht nur das Rationale und Emotionale beeinflusst unsere Entscheidungen, auch Hormone haben dabei ihre Finger im Spiel.

Sind Hormone die wahren Lenker unserer Entscheidungen?

McDonald's AusbildungsstudieBei vielen Entscheidungen neigen wir dazu, vertraute Alternativen zu wählen. Haben wir also die Wahl im Lieblingsrestaurant oder in einem uns unbekannten Lokal zu speisen, gewinnt oft das erstere. Schuld daran ist das Hormon Dopamin, welches ein Gefühl der Belohnung auslöst, wenn das Gehirn etwas wiedererkennt. Auch das Testosteron hat Auswirkungen auf unser Entscheiden: Studien haben gezeigt, dass ein erhöhter Testosteronspiegel dazu führt, höhere Risiken einzugehen.

Führt Stress zu Irrationalität?

Eine der schlechtesten Voraussetzungen, um gute Entscheidungen zu treffen, ist Stress. Dieser blockiert das logische Denken, da das Gehirn Noradrenalin ausschüttet. Dieser Botenstoff schaltet weite Teile unserer Großhirnrinde ab, um so blitzschnelle Reaktionen zu ermöglichen.

Um durch Stress verursachte falsche Entscheidungen in der Medizin zu vermeiden, trainieren beispielsweise Sanitäter und Ärzte mögliche Notfälle schon vorab. Routine sorgt nämlich dafür, dass unser Gehirn nicht über alle Handlungsschritte nachdenkt und so keine Entscheidungen treffen muss. Das Gehirn ruft diese Handlungsmuster dann automatisch ab.

Jetzt wissen wir bereits, was unser Entscheiden beeinflusst. Verpassen Sie nicht unsere Tipps, die uns jede Entscheidung  erleichtern. Diese können sie nächste Woche auf unserem Blog nachlesen.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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