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Warum die Blockchain zur Disruption auf dem Energiemarkt führen kann

Warum Die Blockchain Zur Disruption Auf Dem Energiemarkt Führen Kann

Bei den großen Aufgaben, die in der Energiewirtschaft anstehen, ist es verständlich, dass das Thema Blockchain manchmal etwas unterzugehen droht. Die Entwicklungen als Hype abzutun oder sie zu ignorieren ist jedoch gefährlich. Denn die Technologie hat ein immenses Potenzial und ist in der Lage, den Energiemarkt (schon wieder!) ziemlich aufzuwirbeln. Wir wollen heute kurz darauf eingehen, weshalb Sie die Blockchain nicht unterschätzen sollten.

Die Blockchain ist mehr als eine Bezahltechnologie

Aus ganz naheliegenden Gründe ist die Blockchain natürlich interessant für die Energiewirtschaft. Denn sie bietet neue Wege zur Durchführung sicherer und regelmäßiger Zahlungen. Ohne technisch zu sehr ins Detail zu gehen: Mit ihr ist es möglich, über sogenannte Smart Contracts Regeln zu hinterlegen und automatisiert anzuwenden. Im Energiebereich, in dem regelmäßig Leistungen gegen Geld ausgetauscht werden, hat das ganz offensichtliche Use Cases eröffnet. Jochen Grewe,  Geschäftsführer des Stadtwerke Energie Verbunds (SEV), stellte auf dem Energy Leaders Forum einige davon vor. Doch auch dort konzentrierte sich die Diskussion hauptsächlich auf die Nutzung der Blockchain zwischen Kunden und Versorgern. Also eben auf das einfache Bezahlen. Und da liegt eine Gefahr; denn die Energiebranche sollte sich darauf gefasst machen, dass die Technologie ein Potenzial hat, das solche „einfachen“ Use Cases weit übersteigt.

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Es geht um Vertrauen

Die Energieversorger werden weiter gebraucht, denn denen und ihren Angeboten vertrauen Endkunden eher, als Fremden. Das wurde auf dem Energy Leaders Forum betont. Fremde könnten nämlich auch völlig marktuntypische Preise anbieten und einen übers Ohr hauen. Grundsätzlich ist das zwar nicht falsch, aber die Stoßrichtung dieses Gedankens ignoriert, was die Blockchain eigentlich macht: Sie schafft Vertrauen zwischen völlig fremden Menschen.

Die Technologie ist nämlich so organisiert, dass sie sichere Transaktionen gewährleisten kann, ohne dass eine vermittelnde Instanz wie eine Bank – oder ein Energieversorger – dafür bürgen muss. Die Bürgen für Transaktionen sind stattdessen alle Teilnehmer in ihrem Netzwerk, die alle dasselbe Register führen und sich gegenseitig überprüfen. Natürlich eliminiert das nicht die Gefahr, einen zu teuren Preis zu bezahlen. Aber die gibt es ehrlicherweise überall. Und gerade bei den Strompreisen gilt: Die durchschnittlichen aktuellen Strompreise könnte man auf einem gemeinsamen Marktplatz ohne weiteres visualisieren, so dass sie für Käufer nachvollziehbar sind. Genau das funktioniert beispielsweise bereits mit dem Kurs der Bitcoin, die ja auch über eine Blockchain gehandelt wird.

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Vertrauen in die Transaktion – aber auch in das Produkt

Ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten der Blockchain nannte Herr Grewe mit den sogenannten Grünstromjetons, die der SEV in Kooperation mit einigen Unternehmen unterstützt. Die Idee wird auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain realisiert und richtet sich an Kunden, die Wert auf einen grünen Strommix legen. Denn bislang kauft man mit Ökostromtarifen zwar die Zusicherung des Energielieferanten, eine der Zahlung entsprechende Menge Grünstrom auf den Markt zu bringen; doch Kunden haben nicht die Wahl, selbst auch grünen Strom zu verbrauchen. Sie greifen stattdessen auf den Strom im Netz zurück. Dort wird zwischen grünem und grauem Strom nicht mehr unterschieden und sie verbrauchen am Ende einen Mix aus beidem.

Mit den Grünstromjetons haben Kunden die Möglichkeit, ihren Stromverbrauch auf die Nutzung möglichst viel Ökostroms auszurichten und daran sogar zu verdienen. Die Idee ist simpel: Mit einem Smart Meter zeichnen Kunden ihren Stromverbrauch stündlich auf und schicken die Verbrauchsdaten in eine Blockchain. Die Daten werden dann mit dem Grünstrom-Index abgeglichen. Dieser beinhaltet Informationen darüber, zu welchen Zeiten am meisten Grünstrom durch das Netz fließt. Über eine App kann der Kunde das auch selbst beobachten. Für den verbrauchten Ökostrom erhält der Kunde dann die Grünstromjetons, die nicht nur als Nachweise über einen umweltfreundlichen Verbrauch fungieren, sondern auch als Währung handelbar sind.

Bild von Tablet-Anwendung zur Steuerung eines Smart Homes

Je größer der Anteil an Ökostrom, desto mehr Jetons bekommt der Kunde. Das Ganze kann über Smart Contracts automatisiert werden, zudem hat der Kunde durch die App sogar den Anreiz, seinen Stromverbrauch aktiv umweltfreundlicher zu gestalten. Auf die Daten kann man sich verlassen, da alle Computer in der Blockchain mit den gleichen Informationen arbeiten.

Die Zukunft liegt in Plattformstrategien

Die wahre Währung der Blockchain ist demnach: Vertrauen. Sie macht es völlig fremden Menschen möglich, miteinander zu handeln. Und genau da liegt eine große Chance. Auch für Versorgungsunternehmen. Denn die Menschen werden nicht einfach von sich aus mit dem Handeln anfangen. Zumindest nicht die berühmte kritische Masse. Schon in der Anfangszeit des Internets hatte es zuerst das World Wide Web gebraucht, dazu Plattformen wie AOL, die Menschen die Nutzung einfach und bequem servierten. Und es ist kein Zufall, dass Social-Media-Netzwerke, Streaming-Dienste und Online-Händler so enorm erfolgreich sind. Denn sie ermöglichen es Menschen, einfach und ohne viel Hintergrundwissen, ihre Funktionen zu nutzen. Genau deshalb wäre es nicht auch überraschend, sollte die erste Plattform, die das Handeln von Strom zwischen Einzelakteuren nutzerfreundlich abbildet, eine wichtige Rolle im Energiemarkt der Zukunft spielen. Die Frage ist jetzt nur, wer sie entwickeln wird.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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