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Vom Büro-Friedhof zu luxuriösem Wohnraum

Vom Büro-Friedhof Zu Luxuriösem Wohnraum

Der Wohnraum wird in den Metropolen knapp, da immer mehr Menschen ins urbane Umfeld ziehen. Trotz zahlreicher Baugenehmigungen, werden immer noch nicht genug Wohnungen gebaut. Auch fehlender Baugrund stellt in vielen A-Städten ein großes Problem dar. Sind Wohnhochhäuser eine Lösung für dieses Problem?

Der Imagewandel des Wohnhochhauses

HochhausDas Hochhaus zählt zwar zu den unbeliebtesten Wohnformen – zumindest im Vergleich zum Einfamilienhaus. Doch die Akzeptanz von Wohntürmen stieg in den letzten Jahren stetig. Das beweist die Studie Wohnhochhaus Deutschland von Sition Property Marketing und OC&C Strategy Consultants. 2.009 Bürger und 16 Experten wurden 2015 befragt und das Ergebnis hat Einige überrascht. So möchte jeder Fünfte, der einen Umzug bis 2025 plant, in Zukunft in einem Wohnhochhaus leben. Weitere 15,8 Prozent können es sich vorstellen, in ein Hochhaus einzuziehen und 29,7 Prozent würden eventuell in einem Wohnturm wohnen wollen.

Fast die Hälfte der Befragten sprach sich außerdem dafür aus, dass Wohnhochhäuser in den Innenstädten gebaut werden müssten. 28,1 Prozent waren sogar dafür, Hochhäuser in den Vorstädten zu errichten. Hybride Hochhäuser wurden von den Befragten überaus positiv wahrgenommen. 48 Prozent finden Hochhäuser, die Ladenlokale, Büros und weitere Dienstleistungsangebote beherbergen, sehr gut oder gut. Doch die große Zustimmung nimmt ab, sobald ein Wohnprojekt in die Nähe des Wohnortes rückt. So befürworten lediglich 5,2 Prozent den Wohnhochhausbau in Ihrer Nachbarschaft.

Die generelle Akzeptanz der Wohnhochhäuser sorgt dafür, dass immer mehr Projekte in diesem Gebiet entwickelt werden. Doch es werden nicht nur neue Häuser gebaut, immer mehr leerstehende Bürotürme werden zu Wohnhochhäusern umgestaltet.

Bürotürme werden zu ansehnlichen Wohntürmen

Wenn von Hochhäusern die Rede ist, denkt wahrscheinlich jeder an Frankfurt am Main. Doch auch in anderen Städten wird der Wohnhochhausbau vorangetrieben. So auch in der Rheinmetropole Köln. Zurzeit wird das ehemalige Gebäude des Bundesverbands der Deutschen Industrie zu einem Wohnhochhaus umgebaut.

Das neue Projekt trägt wegen seiner Nähe zum Rhein den Namen „Flow – Leben am Fluss“. Das ehemalige BDI-Gebäude wird dabei zum „Flow-Tower“. 132 hochwertige Eigentumswohnungen sollen auf insgesamt 14 Etagen entstehen. Auf dem 25.000 Quadratmeter großen Areal werden außerdem sechs fünfgeschossige Gebäude errichtet, in denen neben Eigentums- und Mietwohnungen auch Gewerbeflächen entstehen sollen. Das Wohnhochhaus beinhaltet kleinere Wohnungen mit 57 Quadratmetern bis hin zu Fünf Zimmer-Wohnungen mit rund 240 Quadratmetern. Dass es sich um hochwertige Wohnungen handelt, wird spätestens beim Preis deutlich: Eigentumswohnungen mit 68 Quadratmetern kosten um die 205.900 Euro und für ein 240 Quadratmeter großes Penthouse zahlt man bis zu 1,8 Millionen Euro. Doch für den traumhaften Blick auf die Rheinauen, den legendären Dom und die gesamte Rheinmetropole zahlen viele diesen Preis gerne.

Vertical Village – die Zukunft der Stadtentwicklung?

Auch aus dem ehemaligen Gebäude der Deutschen Post in der Stolkgasse in Köln soll ein neues Wohnhochhaus entstehen. Doch das Konzept des Vertical Village ist ein ganz anderes.

Was genau ist dieses vertikale Dorf? In vielen Ländern ist dieses hybride Konzept bereits weit verbreitet. So entstehen in einem Hochhaus nicht nur Wohnungen, sondern auch Einkaufsflächen, Fitnessbereiche, Gastronomie und zahlreiche Gemeinschaftsräume. Man muss das Hochhaus nicht verlassen, denn für alle Bedürfnisse des Lebens wird hier gesorgt. Selbst für die Arbeit muss man das Gebäude nicht verlassen, da es nicht nur Co-Working-Spaces gibt, sondern auch gleich Gewerbeflächen für Unternehmen.

Zumindest ist das der Plan der CG Gruppe. Diese will das oben beschriebene Konzept nach Deutschland bringen. So sollen bis 2020 zwölf Projekte in Deutschland fertiggestellt werden, unter anderem auch in Köln. Aus dem ungenutzten Gebäude der Deutschen Post entsteht mit 178 neuen Wohnungen das CologneApart. Die 45 bis 60 Quadratmeter großen Wohnungen können mit einem Mausklick gemietet werden. Dabei kann der zukünftige Bewohner nicht nur entscheiden, welche Grundausstattung er haben möchte, sondern auch zusätzlich aus drei verschiedenen Möbellinien wählen. So kann man nur mit einem Koffer in das neue Zuhause einziehen und sich um nichts anderes kümmern. Zusätzlich werden Services angeboten, die das Leben der Bewohner erleichtern, beispielsweise kann die Wäsche im Gebäude zur Reinigung abgegeben werden. Diese wird später sogar bis zur Haustür gebracht.

Obwohl die Wohntürme der CG Gruppe nicht in der Innenstadt angesiedelt sind, liegt die Miete immer knapp zwei Euro über dem ortsüblichen Mietspiegel. Dafür erspart man sich jedoch lange Wege zum Einkaufen und zur Arbeit sowie den lästigen Möbelkauf.

Mikro-Apartment

Wohnungsknappheit ade?

Doch diese beiden Projekte und zahlreiche weitere Hochhausprojekte in Frankfurt und anderen Metropolen zeigen, dass mit den neuen Wohntürmen nicht die Wohnungsknappheit bekämpft werden soll. Denn bei den meisten Wohnungen der Hochhaustürme handelt es sich um kostspielige und exklusive Wohnräume. Gerade so ein Projekt wie Vertical Village eignet sich zudem nur für eine kurze Mietdauer und ist somit nur für diejenigen interessant, die beispielsweise aufgrund der Arbeit nur für eine begrenzte Zeit in einer Stadt verweilen.

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Bildnachweise: Fotolia / Britta Laser | lassedesignen|hitdelight

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Liebe Marina,
    vielen Dank für diesen interessanten Einblick. Vertical Village kannte ich bisher nicht nur sogenannte Business Center, wie http://www.ubc-collection.de für Büroräume, die demnächst auch in Frankfurt einziehen. Aber diese Vertical Village hört sich von der Idee echt super an. Jedoch kenne ich nicht viele Menschen in meinem Umfeld, die innerhalb ihres Hauses arbeiten, bis auf die Selbstständigen und Home-Office Arbeiter. Daher wäre es interessant, wer die Häuser sozusagen mietet und an wen die Wohnungen vermietet werden. Aber hoffen wir mal, dass das Konzept angenommen wird und wir somit etwas mehr Wohnfläche bekommen. LG Clemens

    1. Hallo Clemens,

      ich denke auch, dass es eher selten vorkommt, dass man im selben Haus arbeitet und auch wohnt – jetzt noch. Durch zahlreiche neue Projekte und auch durch das neue Urbane Gebiet kann ich mir jedoch vorstellen, dass dies in Zukunft öfter vorkommen wird. Schließlich ist es schon praktisch aus der Haustür zu stolpern und sofort im Büro zu sein! LG Marina

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