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Die Vision einer Smart Factory 2020+

Die Vision Einer Smart Factory 2020+

Aktuell baut WILO SE ein neues Werk am Stammsitz in Dortmund. Hierbei setzt das Unternehmen ganz auf neue Technologien und smarte Porzesse. Erfahren Sie jetzt von Stefan Hank, wie man die Vision einer Smart Factory zur Realität werden lässt und worauf es bei der Umsetzung ankommt. 

Stefan Hank studierte Maschinenbau und war zuerst in der Kunststoffindustrie und dann in der Automobilindustrie tätig, wo er erste Erfahrungen mit Lean Production sammelte. 2007 wechselte er zu Wilo zunächst in die Großpumpen-Fabrik in Hof/Bayern, dann 2011 ins Stammwerk nach Dortmund. Aktuell ist er Manager Operational Excellence für das Werk in Dortmund und verantwortlich für das Wilo Produktionssystem und dessen Anwendung und Weiterentwicklung, Kata-Coach und -Ausbilder sowie Six-Sigma Greenbelt.

Stefan Hank

Stefan Hank

Sie bei WILO haben einen ganz besonderen Plan für die Digitalisierung Ihrer Fabrik. Was können Sie uns darüber heute schon verraten?

Aufgrund des Alters der bisherigen Fabrik, des zusätzlichen Flächenbedarfs durch die Integration neuer Technologien sowie der Notwendigkeit zur Verbesserung der Produktions- und Logistikprozesse hat die Firma WILO sich entschieden, ein komplett neues Werk zu errichten.

Um in den neuen Hallen ohne unnötige Produktionsausfälle starten zu können, werden noch im alten Werk viele Prozesse eingeführt und getestet.

Hier sind zu nennen:

MRK (Mensch-Roboter-Kollaboration) in der Zerspanung:

Ein Roboter übernimmt das Einlegen und Herausnehmen der Bauteile aus Ergonomie-Gründen

FTS (Fahrerlose Transport Systeme):

Diese setzen wir nicht nur zum Transport sondern auch als mobile Montagestationen ein, die sich nach erfolgtem Montageschritt selbstständig die nächste freie Montagestation suchen.

Intelligente Montagesysteme:

Diese übernehmen eine QS-Funktion, schreiben Daten ins System und lassen eine Weitergabe des Bauteils nur nach erfolgtem „OK“ zu.

Flexibilität und kurze Durchlaufzeiten

Wie sind Sie bei der Konzeptionierung und der Vision vorgegangen?

Analyse, Idee, Erkenntnis, GlühbirneEin wichtiger Treiber der Vision und der Ausrichtung „WILO 2025“ war die Notwendigkeit zu zunehmender Individualisierung von Produkten. Durch den Bedarf nach verbesserter Energieeffizienz wachsen auch die Anforderungen an eine steigende Spezialisierung in der Haustechnik. Daher haben wir bei unserer Zielentfaltung und unseren Konzepten die Verkettung unserer Prozesse in den Mittelpunkt gestellt und ein entsprechendes Projekt ins Leben gerufen, das sich mit allen Rahmenbedingungen für eine möglichst enge Verknüpfung und somit auch kurzen Durchlaufzeiten beschäftigt.

Hier gewinnen auch logistische Prozesse, wie auftragsgenaue Belieferung der Linien sowie n.i.O.-Prozesse, immer mehr an Bedeutung.

Beteiligung an Konzepten und Training durch Simulationen

In wieweit sind die Mitarbeiter an dem Prozess beteiligt? Wie gelingt es Ihnen, alle auf diese Reise mitzunehmen?

Compliance OfficerGerade für die Mitarbeiter bedeutet dieser immense Umbruch eine Belastung, da nicht alle in den Prozess der Vision eingebunden sein konnten. WILO führt sehr viele Workshops durch, um in allen Bereichen, an jedem Betriebsmittel, in allen Geschäftsprozessen die Bereitschaft für die neuen Anforderungen zu checken und gegebenenfalls die notwendigen Verbesserungen durchzuführen. Hier sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv involviert, ihre Expertise wird gezielt zur Entwicklung der Prozesse eingesetzt.

Darüber hinaus haben wir ein großes Trainings-Programm aufgesetzt. Dieses beinhaltet Simulationen in einer eigens errichteten Test-Fläche, um die neuen Abläufe zu testen, trainieren und gegebenenfalls noch nach zu justieren. Außerdem soll hier ein Verständnis für die Notwendigkeit und die Vorteile der neuen Abläufe erzeugt werden.

Herausforderungen Smart Factory

Vor welchen großen Herausforderungen stehen Sie auf dem Weg zur Smart Factory?

Der Weg zur Smart Factory ist für WILO aus mehreren Gründen eine Herausforderung. Als die Unternehmensleitung sich entschieden hat, eine neue Fabrik zu bauen, ist zunächst die gesamte Konzentration in dieses große Projekt geflossen. Man hat auch viele anstehende Neuerungen und Prozessverbesserungen nach hinten verschoben, um sie dann im neuen Werk einzuführen.

OrganisationGlücklicherweise ist dann aber sehr schnell die Erkenntnis gereift, dass neue Abläufe, die Vernetzung von Prozessen und digitales Shopfloor-Management noch in den alten Räumlichkeiten eingeführt und getestet werden sollten, um mit bereits weitgehend funktionierenden Applikationen in die neue Smart Factory einziehen zu können. Nehmen wir als Beispiel die Einführung von MES. Wir müssen bei bestehenden und nicht auf MES ausgelegten Betriebsmitteln Schnittstellen abgreifen, um die Betriebsdaten, Performance und Ausbringung aufzeichnen und visualisieren zu können.

Logistikprozesse einschließlich Buchungen, Data-Matrix-Codes zur Traceability etc. müssen an die neuen Anforderungen angepasst und
zum Teil komplett neu aufgesetzt werden.

Digitales Shopfloor-Management

Wie sieht Digitales Shopfloor Management in Ihrem Betrieb aus? Worauf kommt es an?

Das Thema Shopfloor-Management ist bei WILO in seiner jetzigen Form noch gar nicht so alt. Natürlich gab es bereits seit langer Zeit eine Maschinen- und Betriebsdatenerfassung, eine Auswertung über Qualitätsraten, Direktläuferquoten, Produktivität etc. Allerdings waren die Erkenntnisse immer erst am Folgetag verfügbar, eine Visualisierung erfolgte nicht.

InstandhaltungHeute haben wir in unserer Fabrik ein sehr gut funktionierendes Shopfloor-Management, das bis vor kurzem noch weitgehend manuell funktionierte. Das heißt, Mitarbeiter haben Ausbringung „Soll zu Ist“, Direktläuferquote, Produktivität an einem Board erfasst.

Inzwischen gibt es ein MES – ein Manufacturing Execution System – hier werden online sämtliche Daten erfasst und an allen Arbeitsplätzen über Monitore visualisiert. Es kommt uns darauf an, dass ein Schichtleiter oder Meister jederzeit in der Lage ist, über verschiedene Eingriffsmöglichkeiten sein Schichtziel noch während der laufenden Schicht zu erreichen.

Außerdem ist den Beteiligten bei WILO sehr wichtig, dass die erfassten und visualisierten Daten auch tatsächlich zur Prozessverbesserung genutzt werden. Hierzu sind tägliche „Gemba-Runden“ eingeführt worden, wo die Top-Themen des Tages besprochen und an die Verantwortlichen weitergegeben werden. An einem Board wird der Verlauf der Aktivitäten visualisiert und die Abarbeitung überprüft. Dieser Teil erfolgt nach wie vor über schriftliche Karten und wird im neuen Werk digitalisiert. Der Erfolg zeigt aber heute schon, dass die konsequente Einführung von kurzzyklischen Visualisierungen noch ausgebaut werden muss.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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