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Virtuelle Teams führen – wie die Telekom diese Herausforderung meistert

Virtuelle Teams Führen – Wie Die Telekom Diese Herausforderung Meistert

Bei der Deutschen Telekom gibt es zu circa 70 Prozent virtuelle Teams. Das bedeutet, dass sich etwa 80.000 Mitarbeitende entweder an einem mobilen Arbeitsplatz, Shared Desk oder an einem anderen Standort (inklusive Homeoffice) als der Rest von ihrem Team befinden. Dabei haben es die Telekommer gut. Nur circa 2.000 Mitarbeiter wohnen weiter als 80 Kilometer vom nächsten Standort entfernt. Bei anderen Konzernen heißt virtuelle Teams führen auch gleich interkulturelle Zusammenarbeit – und zwar länder- und kulturübergreifend.

Welche Herausforderungen und Fragen sich bei der Telekom durch die Führung auf Distanz ergeben und wie Sie virtuelle Teams führen sollten, beschreibt Senior Consultant Peter Tschötschel im folgenden Beitrag.

Peter Tschötschel ist Senior Consultant – Cisco WebEx / Jabber bei der Deutschen Telekom IT GmbH.

Zuvor wirkte er als Senior Consultant / CIO im Bereich Effizienz- und Innovationsmanagement. Weitere Stationen umfassten die Leitung des Shared Service Centers im Bereich Software License Management, als Servicemanager im Bereich Lizenzmanagement T-Systems und als Projektmanager im Strategischen Einkauf.

Dazu ist Herr Tschötschel Vorstandsmitglied der International Coach Federation.

Virtuelle Teams führen – aber wie?

Nun steht unter anderem eine Frage im Raum: Wie führe ich virtuelle Teams? Nutze ich als Führungskraft die eingesparten Reisekosten, um selbst durch die Lande zu fahren? Es gibt Kollegen und Kolleginnen mit dem Anspruch, „jeden Mitarbeitenden einmal im Jahr zu besuchen!“ Das kann funktionieren, bei mir bleibt die Frage, ob dadurch wirklich die Qualität der Führung entschieden wird. Und wie sieht es mit dem telefonischen Kontakt aus: Bringt die regelmäßige Telefonkonferenz mit dem Team eine positive Bewertung im Bereich der Führung?

Meine Empfehlung: Kümmern Sie sich um ihre Mitarbeiter. Bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit sollte die Führungskraft aufwenden, um ihr Team zu führen. Das ist in der Regel und Realität nicht gegeben. Viele Manager sind durch ihren Terminkalender getrieben. 

Nutzen Sie dieses Phänomen und vereinbaren Sie regelmäßige (virtuelle) Konferenzen mit Ihrem Team, mindestens alle 14 Tage und vereinbaren sie mindestens alle zwei Monate 30 Minuten für ein Telefonat oder besser eine Videokonferenz mit Ihren Mitarbeitenden. 

Videokonferenz

Wenn ein Blocker im Kalender steht, hat das große Vorteile und Mitarbeiter lieben zuverlässige (berechenbare) Chefs.

Machen Zielvereinbarungen noch Sinn?

Da gab es doch mal das Thema jährliche Ziel- und/oder Bonusvereinbarung?! Wie zeitgemäß ist eine solche Vereinbarung überhaupt noch, wenn man sich die ständig veränderten Märkte anschaut? Wir beobachten diese Situation seit vielen Jahren. Keine Firma wartet mit dem Erscheinen neuer Produkte oder Dienstleistungen noch bis zur nächsten Messe. Alles ist viel zu schnelllebig geworden. Bei den Tarifkräften wurden die Zielvereinbarungen deshalb bereits abgeschafft. Die AT- Kräfte (Außertariflich) und Führungskräfte sind jedoch noch an dieses Model gebunden. Fragen Sie jetzt bitte nicht nach dem Grad der Umsetzung und wie das Model wirklich gelebt wird – wenn zum Zeitpunkt der Auszahlung dann der Controller im Unternehmen die Gesamtsumme wieder nivelliert.

Meine Empfehlung in diesem Fall: Trennen Sie sich vom Perfektionismus. Nehmen Sie sich realistische kurze Ziele vor. Zeigen Sie ihren Mitarbeiter den Weg auf und steuern Sie ihn über kleine Etappen-Ziele. Was genau erwarten Sie oder das Projekt? Was ist seine Aufgabe, wo sieht er sein Potenzial und seine Herausforderung? Stimmt das mit Ihrer Einschätzung überein? Auch diese „weichen“ Faktoren sollten Sie festhalten und tracken.

Motivieren, um Ziele zu erreichen – aber wie?

Nun habe ich ein Team an sechs Standorten und in zwei Ländern. Wie funktioniert hier eine erfolgreiche Führung? Es bleibt das bekannte Thema: Führung nach individuellen Arbeitszielen – situative Führung also. Mitarbeiter bekommen keine Aufgaben, sondern Ziele, die SMART definiert werden. Wie aber wird die Erreichung dieser Ziele motiviert?

Basierend auf den Grundzügen der Individualpsychologie nach Alfred Adler ist das größte Streben des Menschen das Streben nach Gemeinschaft. Jeder möchte zu einer Gemeinschaft dazugehören. Dabei ist es zweitrangig, ob das die Familie, der Verein, eine Partnerschaft oder Glaubensgemeinschaft ist. 

Sozialkompetenz

In der Arbeitswelt kann es das Streben nach Zugehörigkeit zu erfolgreichen Teams sein. Es ist nicht das Streben nach Geld. Menschen und Teams, die erfolgreich sind, leben die Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Hier werden gemeinsame Ziele gesetzt und erreicht. 

Die Führungskraft hat die Aufgabe, mit denselben Mitteln, wie wenn alle in einem Standort säßen, mit Zielen, einer klaren Steuerung und Wohlwollen das Team zum Erfolg zu führen.

Wie Sie virtuelle Teams führen sollten!

Geben Sie Ihren Mitarbeitenden Verantwortung und nehmen Sie ihnen diese nicht ab. Informieren Sie Ihr Team aber immer gründlich und rechtzeitig. Das ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit in virtuellen Teams. Ihr Team wird es Ihnen danken.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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