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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – Gütesiegel überprüfen mit der Verbraucher Initiative

Vertrauen Ist Gut, Kontrolle Ist Besser – Gütesiegel überprüfen Mit Der Verbraucher Initiative

Bekannt vom Deutschen Bio-Siegel, von der Stiftung Warentest oder vom TÜV haben wir uns mittlerweile daran gewöhnt: Egal ob wir nun Möbel, Essen oder Kleidung kaufen – auf vielen Waren oder Verpackungen können wir irgendein Siegel begutachten. Weit über tausend solcher Labels soll es mittlerweile geben, erzählte uns Georg Abel auf dem Handelsmarken Forum. Über tausend Labels, die dem Kunden etwas über ein Produkt erzählen sollen. Georg Abel ist Geschäftsführer der Verbraucher Initiative. Die hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbrauchern durch den Dschungel an Siegeln zu helfen.

Vertrauen ist gut

Der Sinn und Zweck von Gütesiegeln ist es, Vertrauen zu schaffen. So gibt es Prüfsiegel vom TÜV oder der Stiftung Warentest, die die Qualität von Produkten beurteilen. Es gibt Labels, die auf Inhaltsstoffe und Herkunft von Produkten hinweisen und beispielsweise beurteilen, ob Produkte nachhaltige Rohstoffe enthalten, umweltfreundlich hergestellt sind, ob sie sich im Falle Bio, Regional oder Vegan für bestimmte Vorlieben und Lebensstile eignen. Vor allem für Handelsmarken kann es dienlich sein, Qualität attestiert zu bekommen. Denn die haben oft kein starkes Markenimage oder werden ohne großes Marketing im Preiseinstiegssegment gespielt.

Tatsächlich wurde letztes Jahr in einer repräsentativen Studie festgestellt, dass Gütesiegel die Kaufwahrscheinlichkeit von Kunden um 4,2 Prozent erhöhen. Zudem würden Kunden Produkte mit Siegel auch zu einem höheren Preis kaufen. Besonders vertrauen Kunden bei der Vergabe dieser Siegel auf unabhängige Stellen wie Umweltschutzorganisationen oder staatliche Institute. Die Befragten glaubten auch, ein Produkt mit Siegel sei besser als eines ohne.

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Kontrolle ist aber besser

Doch schon ein lateinisches Sprichwort fragte einst: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure? Das gilt auch für die Siegel. Denn von den weniger Bekannten darunter haben viele Kunden noch überhaupt nicht gehört, geschweige denn, sich mit deren Vergabekriterien auseinandergesetzt. Auch wissen Verbraucher in vielen Fällen nicht, welche Organisation hinter dem dem jeweiligen Siegel steckt. Verständlich, denn wer hat im Supermarkt oder Kaufhaus schon die Muße, so etwas zu googlen? Und dann auch noch für jedes Produkt…

Umso skandalöser geht es dann immer durch die Medien, wenn tatsächlich mit Gütesiegeln betrogen wird. Selbst bei bekannten Siegeln wie Fair Trade oder Stiftung Warentest wurde schon geschummelt, indem diese einfach auf Produkte geklebt werden, die es nicht verdienen. Es gingen auch schon Berichte durch die Medien, nach denen bereits die Tests letzterer durch manche Hersteller manipuliert wurden. Und noch dreister: Gerade im Online-Handel erfinden viele Shops ihre „Siegel“ einfach nach Lust und Laune. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, diese Siegel ernsthaft zu prüfen. Und zwar nicht nur als Kunde, sondern auch als Händler oder Hersteller. Denn, wenn ein Produkt nicht hält, was es verspricht, zerstört das schnell das Vertrauen der Kunden. Und die sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, in Zukunft dann einfach bei der Konkurrenz zu kaufen.

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Gütesiegel überprüfen mit der Verbraucher Initiative

Betrachten wir nun die Tatsache, dass es derart viele Siegel gibt, kann kein Verbraucher mehr beim Shoppen alle Gütesiegel überprüfen, ohne es sich zur Lebensaufgabe zu machen. Schon deshalb gibt es Organisationen wie die Verbraucher Initiative. Die versucht, mit der Website label-online.de schon seit dem Jahr 2000 Informationen zu allen Labels zusammenzustellen, die im Handel genutzt werden.

Auf der Seite wird aber nicht etwas in einer Gegenüberstellung analysiert, welches Bio-Siegel nun das „Beste“ ist. Stattdessen finden sich zu jedem einzelnen Label ausführliche Informationen. Alphabetisch geordnet und durch eine Suchfunktion auffindbar, kann man die wichtigsten Kriterien und Hintergründe der Gütesiegel überprüfen. Findet man ein Siegel gut, kann man es auf eine persönliche Merkliste setzen. Natürlich gibt es das Ganze mittlerweile auch als App, was beim Einkaufen sehr praktisch ist.

Georg Abel auf dem Handelsmarken Forum 2017

Die Bewertungskriterien der Siegel unterteilt die Verbraucher Initiative in Anspruch,  Unabhängigkeit, Kontrolle und Transparenz. In Form einer Bewertungsmatrix wird jedes Kriterium auf drei Merkmale geprüft, die am Ende in eine Gesamtbewertung einfließen. Diese reicht von „Besonders empfehlenswert“ und „empfehlenswert“ über „eingeschränkt“ bis „nicht empfehlenswert“. Nachhaltigkeitslabel werden zudem nochmal mit einem eigenen Symbol versehen. Neben den Bewertung werden außerdem Informationen zur Organisation hinter dem Siegel, zu deren Zielen und ihrem jeweiligen Prüfprogramm gegeben.

 

Der Vorteil für Handel und Hersteller: Transparency Marketing

Eine gute Übersicht über die Siegel hilft nicht nur dem Kunden bei der Orientierung: Auch der Handel kann sich ihrer bedienen, um die passendsten für sich oder seine Produkte herauszugreifen. Denn mit Gütesiegeln, die halten, was sie versprechen, lässt sich die (Handels-)Markenstrategie eines Händlers gut unterstützen. Denken Sie nur an die Ergebnisse der oben genannten Studie. Dem Kunden kann offen kommuniziert werden: „Achte beim Einkauf auf diese Zeichen“, mit Erläuterungen zu den Hintergründen. So lässt sich das Image des Händlers oder einzelner Marken positiv aufladen und man punktet mit Transparenz. Auf dem Handelsmarken Forum sagte Herr Abel, er hätte am liebsten ein „Siegel für die Ladentür“. Mit einem solchen könnte sich ein Händler samt Sortiment wirkungsvoll präsentieren, ohne dass Kunden ständig eine App zur Hand haben müssen. Für Online-Shops existieren ja bereits ähnliche Konzepte.

Wenn Sie sich für weitere interessante Themen des Handelsmarken Forums 2017 interessieren, schauen Sie doch einfach mal in unseren Rückblick! 

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Rückblick: Handelsmarken Forum 2017

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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