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Vertrauen in der Bankenbranche: Sind FinTechs und Banken aufeinander angewiesen?

Vertrauen In Der Bankenbranche: Sind FinTechs Und Banken Aufeinander Angewiesen?

Die jüngste Entdeckung der Sicherheitslücken beim Finanz-Startup N26 wirft einige Fragen auf. Vertrauen ist die wichtigste Währung im Bankengeschäft – und das haben die Deutschen in die neuen Player innerhalb des Sektors nicht. Können Banken und FinTechs in dieser Hinsicht von einer Zusammenarbeit profitieren?

33C3: Sicherheitslücken bei N26

Jedes Jahr findet kurz vor Silvester in Hamburg der Kongress des Chaos Computer Clubs statt. Auf dem größten Hackertreffen der Welt wird über Technik diskutiert, über Gesellschaft und Politik. Und über Sicherheitslücken…

Dieses Jahr, auf der 33. Wiederholung der Veranstaltung (33C3), hat es dabei das Berliner FinTech-Startup N26 getroffen. Mit „All Deine Finanzen im Griff auf Deinem Smartphone“ wirbt das Unternehmen, bei dem man auch ein Bankkonto eröffnen kann. Man kann in Echtzeit seine Kontobewegungen überwachen, mit dem Partner Mastercard bargeldlos zahlen, Geld investieren und mehr. Dafür hat N26, das in nur wenigen Monaten auf 200.000 Nutzer kam, sogar eine Banklizenz bekommen.

Vortrag von Vincent Haupert auf dem 33C3. Er und sein Team fanden schwere Sicherheitslücken in der App des FinTechs N26

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https://www.youtube.com/watch?v=Qo2gfhJrBto

Im Vortrag auf dem jüngsten Kongress kam heraus: Mit einfach anwendbaren Tricks ließen sich Konten, die bei N26 geführt werden, von Dritten übernehmen. Er zeigt im Vortrag, wie er davon Überweisungen tätigen oder sogar Sofortkredite in Anspruch nehmen kann. Außerdem konnten die Hacker 33.000 Kundendaten von Nutzern der App an sich zu bringen. Bei N26 reagierte man professionell,  bedankte sich für die Hinweise und schloss mithilfe der Hacker die gefundenen Schwachstellen.

Vertrauen ist die wichtigste Währung im Bankengeschäft

Seit der Finanzkrise können auch Banken ein Lied davon singen: Vertrauen ist in diesem Geschäft den Kunden enorm wichtig. Und das haben diese in die FinTechs nicht. Besonders in Deutschland stehen ganze 90 Prozent der Bankkunden den jungen Unternehmen skeptisch gegenüber. Dieser Wert ist umso kritischer zu betrachten, da die meisten trotzdem unbedingt einfache, mobile Anwendungen für ihre Banking-Angelegenheiten wollen. So empfehlen die einen den FinTechs, nun verstärkt Kommunikationsmaßnahmen anzugehen, um mehr Vertrauen bei den Kunden zu schaffen und so mehr Seriosität auszustrahlen.

Aber das ist natürlich gar nicht so einfach, wenn man andererseits ein hippes Image kommunizieren möchte. Denn die Frage ist, ob die Kunden das einem abkaufen: In der Regel sind viele Menschen nämlich schon dann skeptisch, wenn es nur wenige „schwarze Schafe“ gibt, und abstrahieren deren Unzulänglichkeiten auf eine gesamte Gruppe. Und das ist ein schweres Hindernis, wenn man denn eine breite Masse an Kunden erreichen möchte.

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Kann eine Zusammenarbeit mit Banken dieses Problem lösen?

Sicher, auch Banken haben eine Vertrauenskrise. Die bezieht sich aber eher auf die Themen Beratungsqualität, vor allem bezüglich der digitalen Angebote. Was das graue Thema des Datenschutzes betrifft, ist die Bankenbranche in Deutschland hingegen sogar richtig gut aufgestellt. Beim Kundenvertrauen liegen sie auf Platz 2 hinter den Krankenkassen. Bei einer Bank ist man sich zumindest einigermaßen sicher, dass das eigene Geld nicht durch eine einfache Sicherheitslücke vom Konto verschwindet. In dem Sinne ist das etwas verstaubte, konservative Image vieler Geldhäuser sogar ein Bonus.

Insofern kann man tatsächlich verstehen, warum so viele Banken und FinTechs nun eine Zusammenarbeit anstreben. Denn die beiden Puzzlestücke ergänzen sich eigentlich wunderbar:

  • Banken strahlen Seriosität und Ernsthaftigkeit aus, während viele FinTechs ein eher „lockeres“ Image haben. Bei einer Zusammenarbeit können beide Partner weiter ihr Bild in der Öffentlichkeit schärfen und dabei von den Stärken des anderen profitieren.
  • Banken haben jede Menge Kundendaten, wissen aber oft nicht, wie sie diese im Sinne eines Geschäftsmodells einsetzen sollen. Die kundenorientierten FinTechs haben meistens viel Know-how, was digitale Angebote unter der Nutzung von Datenanalyse betrifft.
  • Banken haben eine Infrastruktur, die auf die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingung eines sicheren Geschäfts ausgerichtet sind. Die können kleine Startups, die zum größten Teil nicht mal eine Banklizenz haben, nicht bieten.

 

Gerade vor dem Hintergrund, dass Technologieunternehmen wie Google oder Apple mit einem Engagement im Finanzsektor mehr als nur liebäugeln, sind sowohl Banken als auch FinTechs gut beraten, sich für eine etwaige Konkurrenz aus dieser Richtung aufzustellen.

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Bilder: Juliya Vitsenko | de.fotolia.com, alphaspirit | de.fotolia.com

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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