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Umsatzsteuer im Bauwesen: Das gibt es 2019 zu beachten

Umsatzsteuer Im Bauwesen: Das Gibt Es 2019 Zu Beachten

Welche umsatzsteuerlichen Themen sind derzeit in der Baubranche zu beachten? Wie können Bauträger und Baufirmen von der erfreulichen Rechtsprechung des BFH konkret profitieren? Wir konnten im Vorfeld des Seminars „Umsatzsteuer im Bauwesen“ mit Robert Hammerl, Steuerberater und Partner der TLI Group, über die wesentlichen Brennpunkte in der Praxis sprechen. 

Robert Hammerl ist Partner der TLI Group, einem Netzwerk aus Steuerberatung, Prozess- und IT-Beratung in München. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich des nationalen und internationalen Umsatzsteuerrechts sowie der Prozessberatung und Abbildung steuerlicher Sachverhalte in ERP-Systemen. Robert Hammerl hält regelmäßig Vorträge zu umsatzsteuerlichen Themen sowie der Schnittstelle von Umsatzsteuer und SAP. Er ist als Experte in Arbeitskreisen und bei Steuerberaterverbänden tätig. Zudem ist er Autor vieler Publikationen rund um den Bereich Umsatzsteuer.

Top-Themen 2019

Welche umsatzsteuerlichen Themen werden die Baubranche im Jahr 2019 am meisten beschäftigen?

Sicherlich werden die sogenannten „Bauträger-Fälle“ wie auch in den Vorjahren einen Schwerpunkt bei Einspruchsverfahren und den laufenden Betriebsprüfungen bilden. Ende des vergangenen Jahres haben insbesondere Bauträger aufgrund mehrerer wegweisender Entscheidungen Rückendeckung von der höchstrichterlichen Rechtsprechung erhalten. In 2019 gilt es, dies bei den anstehenden, geschätzt milliardenschweren Auseinandersetzungen mit der Finanzverwaltung auch zu nutzen. Die Chance, sich die entstandenen Umsatzsteuer- und Zinslasten erstatten zu lassen, sollte nicht ungenutzt bleiben. Ansonsten werden die Steuerbescheide rechtskräftig, auch wenn sie gegen geltende Rechtsprechung verstoßen.

Bauträger-Fälle: Das gibt es zu beachten

Worum geht es hierbei genau?

RechtDie Thematik der „Bauträger-Fälle“ geht letztlich auf die Rechtsprechung des BFH im Jahr 2013 zurück, wonach Bauträger von Seiten der Finanzverwaltung zu Unrecht als Umsatzsteuerschuldner gemäß dem sogenannten „Reverse-Charge“-Verfahren in Anspruch genommen worden sind. Betroffen waren Bauträger, die von Subunternehmern, das heißt Baufirmen, Bauleistungen bezogen hatten. In der Folge beantragten die Bauträger eine Erstattung der unrechtmäßig festgesetzten Umsatzsteuer sowie die Verzinsung der entsprechenden Beträge.

Inzwischen hat der BFH (Az. V R 49/17) klargestellt, dass Bauträger eine Erstattung von zu Unrecht abgeführter Umsatzsteuer beantragen können. Und zwar unabhängig davon, ob die Umsatzsteuer vom Subunternehmer abgetreten wurde oder der Bauträger die Umsatzsteuer an den Subunternehmer bezahlt hat.

Auch in der Frage der Verzinsung der erstatteten Umsatzsteuerbeträge erhielten betroffene Bauträger von Seiten der FG-Rechtsprechung abermals Rückendeckung. Die beim BFH ursprünglich anhängigen Verfahren (Az. V R 3/18, V R 7/18 sowie V R 8/18) wurden ersatzlos aufgehoben, da die Finanzverwaltung ihre Revisionen auf Weisung der Oberbehörden jeweils kurzfristig zurückgenommen hat. Die Entscheidungen der Finanzgerichte, welche sämtlich zugunsten der Bauträger ausgegangen waren, sind daher rechtskräftig geworden. Nun kommt es darauf an, sich im Rahmen laufender Einspruchs- beziehungsweise Klageverfahren auf diese Rechtsprechung zu berufen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Finanzverwaltung diese Rechtsprechung oftmals immer noch nicht berücksichtigt.

Behalten Sie das Wichtigste im Blick

Welche weiteren Themen sollte die Baubranche im Blick haben?

Haus in PlanungSeit der wegweisenden „Senatex“-Entscheidung des EuGH im Jahr 2016 schien der übertriebene Formalismus bei den Rechnungsanforderungen für den Vorsteuerabzug endgültig passé zu sein. Allerdings können Unternehmer auch danach nicht auf eine funktionierende Rechnungseingangskontrolle verzichten. Bei der Rechnungsberichtigung muss zum einen die sogenannte „Storno-Falle“ umschifft werden, um sich auch in Zukunft das Recht auf Vorsteuerabzug zu sichern. Zum anderen werden wir im Seminar anhand von Beispielen zeigen, welche Merkmale auch schon die Erstrechnung zwingend aufweisen muss, um überhaupt bei etwaigen formellen Mängeln berichtigungsfähig zu sein.

Ein weiteres Praktiker-Thema ist zum Beispiel auch der korrekte Ort einer Dienstleistung im Zusammenhang mit Grundstücken. Hier stellt sich letztlich die Frage, ob bei einem in Deutschland belegenen Grundstück auch deutsche Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen ist.

Weshalb kann diese Frage nicht einfach anhand der Belegenheit des Grundstücks beantwortet werden?

Wenn beispielsweise ein deutscher Steuerberater bei einer inländischen Immobilientransaktion einen Käufer mit Sitz im Ausland berät, ist häufig zweifelhaft, ob dieser seine Beratungsleistungen mit deutscher Umsatzsteuer abrechnen muss. Bei einer Beratungsleistung, welche sich unmittelbar auf das deutsche Grundstück bezieht, liegt der Leistungsort im Inland und folglich ist deutsche Umsatzsteuer zu berechnen. Falls es sich jedoch noch um eine ergebnisoffene Beratung ohne Bezug zu einem konkreten Grundstück handelt, kommen die allgemeinen Regeln für „B2B“-Umsätze zum Tragen mit der Folge, dass keine deutsche Umsatzsteuer auszuweisen wäre. Anhand von Praxisfällen werden wir im Seminar erarbeiten, wie man entlang der Leitlinien von Finanzverwaltung und Europarecht Sicherheit im Umgang mit häufig vorkommenden Abgrenzungsfragen gewinnt. 

Steueraufwand minimieren – Vorsteuerabzug sichern

Die zunehmend komplexen Regelungen der Umsatzsteuer fehlerfrei zu managen, stellt Sie in der Praxis immer vor große Herausforderungen? Im Seminar Umsatzsteuer im Bauwesen verschaffen Sie sich umfassendes Know-how zu allen umsatzsteuerlichen Brennpunkten. Profitieren Sie außerdem von aktuellem Wissen zu Rechtsprechung und aktuellen Entwicklungen.
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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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