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Wohnen in Stuttgart: Die Trends der Zukunft

Wohnen In Stuttgart: Die Trends Der Zukunft

Auch in Stuttgart hat mit Flächenknappheit und fehlendem Wohnraum zu kämpfen. Wir haben im Vorfeld des Immobilienforums Stuttgarts mit Marc Bosch darüber gesprochen, ob neue Wohntrends wie Mikrowohnen bezahlbares Wohnen möglich machen und welche digitalen Technologien sich in Zukunft durchsetzen werden.

In seiner über 34 jährigen Berufstätigkeit war Marc Bosch bei verschieden namhaften Entwicklungs- und Bauträgergesellschaften tätig, davon 24 Jahre in leitenden Positionen. Seit 2014 hat er bei der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH die Leitung des Wohn- und Gewerbebaus übernommen und verantwortet das gesamte Bauträgergeschäft in Deutschland.

Neben seiner Tätigkeit bei der WHS engagiert sich Herr Bosch als Vorstandsvorsitzender beim IWS Immobilienwirtschaft Metropolregion Stuttgart.

Zukünftige Wohntrends in Stuttgart

Welche Wohntrends werden in Stuttgart gewinnversprechend realisiert und können diese mit Projekten in Berlin, Frankfurt oder Hamburg mithalten?

Stuttgart unterscheidet sich da in den Wohntrends nicht von den anderen Großstädten und Metropolen. Der einzige Unterschied liegt eventuell am Volumen, was mit der speziellen Kessellage und der Größe Stuttgarts zusammenhängt. Wohnen in der Stadt und das Umsetzen von Mikrowohnen und Servicewohnen ist in Stuttgart genauso angesagt wie anderswo und die Anzahl der Projekte steigt gerade. Gerade dieser Trend könnte dazu beitragen, dass durch die Reduzierung der Wohnfläche pro Kopf, mehr Wohnungen zur Verfügung stehen.

So gibt es auch bereits in Stuttgart und der Region konkrete Überlegungen, dass auf Märkte, wie ALDI oder LIDL, Wohnungen realisiert werden. Das ist für beide Seiten eine Win-Win Situation und ermöglicht ohne einen zusätzlichen Baulandbedarf, fehlenden Wohnraum zu schaffen. Ein erstes Beispiel gibt es dafür von ALDI in Tübingen.

Wir bei allen Trends, wird die Zukunft zeigen, welche Formen dann tatsächlich dauerhaft und nachhaltig am Markt bleiben.

Bezahlbarer Wohnraum in Sicht?!

Helfen diese Trends, bezahlbaren Wohnraum in Stuttgart und Umgebung möglich zu machen?

Diese Wohntrends helfen die spezieller und individueller werdende Nachfrage nach Wohnformen und die Flexibilität der Menschen zu befriedigen. Durch diese „Spezialisierung“ ist es möglich, effizientere und knappere Grundrisse zu planen. Bei Mikro-Apartments beispielsweise werden durch diese Spezialisierung auf die Anforderungen bei dieser Wohnform, mehr Wohneinheiten realisiert, da die Größe sich auf die Notwendigkeiten beschränkt. Somit entsteht eine bezahlbare Monatsmiete, welche aber durch die Größenbeschränkung entsteht.

Diese Trends können allein jedoch keinen signifikanten Beitrag zum bezahlbaren Wohnraum leisten. Auch die bereits genannte Möglichkeit, auf Einzelhandelsmärkte Wohnraum durch Aufstockungen zu schaffen, kann die notwendigen Flächen nicht realisieren, hätte aber den Vorteil, dass eine zeitnahe Umsetzung dort möglich ist. Nur durch die Zurverfügungstellung von mehr Bauland ist der Realisierung von mehr Wohnraum möglich.

Nachhaltigkeit und Zertifizierungen im Bau

Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit beim Bauen und welche Rolle spielen Zertifizierungen in diesem Bereich?

Nachhaltiges Bauen spielt sicher immer mehr eine Rolle und findet bei der Planung und Realisierung Berücksichtigung. Allerdings ist der Grad der Nachhaltigkeit von Projekt zu Projekt und von Bauherr zu Bauherr sehr unterschiedlich. Im privaten Wohnungsbau und für die Käufer einzelner Wohnungen, spielt die Zertifizierung wenig bis keine Rolle. Die Zertifizierung ist eher wichtig für den institutionellen Anleger und Investor, um eine gewisse Vergleichbarkeit der Projektqualität und -standards zu bekommen.

Bezogen auf die Tatsache, dass unsere Ressourcen begrenzt sind, wäre eine verstärkte Nachhaltigkeit wünschenswert, da hierdurch die klare Trennung von Materialien und damit die Wiederverwendbarkeit besser gewährleistet werden könnte. Hierzu gehört dann aber auch die Tatsache, dass wir in den Planungs- und Entwicklungsschritte umdenken müssen und im Moment die Baukosten höher sein werden, da die notwendigen Materialien und der Materialmix teurer sind.

Zukünftige Technologien der Branche

Digitalisierung ist in aller Munde. Welche Technologien werden Ihrer Meinung nach die Mobilität und den Immobilienzyklus insgesamt verändern?

Im Moment ist das sicher schwierig zu sagen, da derzeit eine Menge Technologien und technische Ansatzpunkte auf dem Markt sind. Sicher ist aber, es wird nicht die eine Technologie und Lösung für alle geben. Vielmehr wird es individuelle und maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Immobilien- und Mobilitätsanforderungen geben. Hier wird sicher der einzelne Nutzerkreis im Vordergrund stehen. Eine Familie hat andere Anforderungen als ein Student oder ein älterer Mensch. Letztere haben eine höhere Nachfrage und Bedarf, bei Sicherheit und medizinischer Versorgung. Das ist das spannende an der Digitalisierung, sie kann schnell auf die Bedürfnisse reagieren.

In großen Teilen ist jedoch festzustellen, dass die Infrastruktur zurückhängt und die digitalen Möglichkeiten nicht voll ausgenutzt werden können. Hier muss zeitnah die Zurverfügungstellung der schnellen Netze, flächendeckend gewährleistet werden.

Diskutieren Sie mit über die Zukunft des Immobilienstandorts Stuttgart

Seien Sie am 29. Januar 2019 mit dabei und diskutieren Sie auf dem 2. Immobilienforum Stuttgart mit führenden Entscheidern aus Politik und Wirtschaft über zukünftige Trends und Entwicklungen der Stuttgarter Immobilienwirtschaft.
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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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