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Studentisches Wohnen – sind Studierenden-Apartments eine lohnende Asset-Klasse?

Studentisches Wohnen – Sind Studierenden-Apartments Eine Lohnende Asset-Klasse?

Jedes Jahr das gleiche Spiel im Spätsommer: Junge Menschen schreiben sich an den Universitäten ein, oft verbunden mit dem Umzug weg von zu Hause in die Stadt. Doch leichter gesagt als getan, die Wohnungssuche wird für viele zur echten Herausforderung.

Und die Zahl der Studierenden in Deutschland wächst weiter: Im Wintersemester 2018/19 waren 2,9 Millionen Personen an einer Hochschule eingeschrieben, die meisten Studierenden in Berlin (187.900), München (108.000) und Köln (102.000).

Auch immer mehr Menschen aus dem Ausland studieren in Deutschland, laut der „Study.EU Country Rankings 2018“ führt die Bundesrepublik die Liste der attraktivsten Länder für Studierende innerhalb Europas an.

Die jungen Menschen wollen zentral wohnen und haben steigende Ansprüche. Wie kann diesem Bedarf entgegengekommen werden? Und wie interessant ist studentisches Wohnen als Asset-Klasse?

So sieht es aktuell in deutschen Städten aus

In den 61 größten deutschen Hochschulstädten gibt es 262.000 Wohneinheiten für Studierende, die meisten in Berlin (19.700) und München (18.300). 70 Prozent davon befinden sich in öffentlicher Hand, also zum Beispiel von Studierendenwerken. Doch der Trend ist gegenläufig, immer mehr privatwirtschaftliche Anbieter errichten Studierendenapartments.

Nach wie vor fehlen viele Wohnplätze für diese Zielgruppe, am schwierigsten haben es Studierende in Saarbrücken, Koblenz, Duisburg und Köln. Leichter ist es in Bayreuth oder Bamberg.

Laut der Marktstudie studentisches Wohnen 2019 der Union Investment werden bis 2023 638.00 Wohnplätze nachgefragt werden, allerdings nur 502.000 fertiggestellt. Verknappen werden sich die Angebote vor allem in Kiel, Darmstadt, Köln, München, Berlin und Frankfurt am Main.

Darum ist studentisches Wohnen für Investoren interessant

Studierende haben doch gar kein Geld, warum sollte man also in studentisches Wohnen investieren? Horst Lieder, Experte für studentisches Wohnen, sieht folgende Vorteile:

  • Aufgrund der hohen Fluktuation in den Studierenden-Apartments können häufiger die Mieten angepasst werden
  • Das Mietausfallrisiko sinkt durch die hohe Zahl der Mieter
  • Absicherung der Mieten durch Elternbürgschaften und Kautionen
  • Selbst wenn die Studierendenzahl zurückgehen sollte (wofür es derzeit keinerlei Anzeichen gibt), sind die Apartments auch für Pendler und Projektarbeiter interessant

Das wird nachgefragt

Am besten sollte sie möbliert sein, mit eigenem Bad, schnellem Internetzugang, zentral gelegen und bezahlbar. Mit diesen Kriterien treten Studenten und Studentinnen bei der Wohnungssuche in Konkurrenz zu Pendlern und Projektarbeitern. Nur mit dem Unterschied, dass sie über deutlich weniger Budget verfügen. Durchschnittlich haben Studierende im Monat über 913 Euro Einnahmen und geben 35 Prozent (also 323 Euro) für Miete und Nebenkosten aus. Die Bafög-Pauschale für Miete liegt übrigens bei 250 Euro.

Kein Wunder also, dass vor allem Wohneinheiten im mittleren Preissegment nachgefragt werden, also 400-500 Euro (pro Monat, All-Inclusive). Jedoch gibt es bislang nur wenige Anbieter, die dieser Nachfrage entgegenkommen. Grund dafür ist, dass durch die Gestehungskosten und Grundstückspreise die Baukosten weiter steigen und Förderungsmöglichkeiten oft fehlen. Deshalb sind neue Ideen gefragt: Wie können Apartments gestaltet werden, um sie günstiger anbieten zu können?

Vor allem in den A-Standorten sind Studierende aber auch bereit, mehr als 500 Euro für Apartments auszugeben. Dort wird sich der Wettbewerb unter den privaten Anbietern vorraussichtlich weiter verschärfen.

Der Trend zur WG ist übrigens eher wieder rückläufig, gefragt werden Einzelzimmer. Die jungen Menschen haben offensichtlich keine Lust mehr auf WG-Partys und Putzpläne, die sowieso nicht eingehalten werden.

Der Trend im studentischen Wohnen geht klar zum Wohnen alleine

Tobias Just | Professor für Immobilienwirtschaft | Universität Regensburg (zitiert: in einem Beitrag der FAZ)

 

In diesen Städten sollten Sie in studentisches Wohnen investieren

Studentenwohnungen sind für Investoren interessant geworden: 2018 betrugt das Transaktionsvolumen 305 Millionen Euro, laut der „Marktstudie studentisches Wohnen 2019“. Die Studie gibt auch einen Überblick, in welchen Städten sich es am meisten lohnt, in studentisches Wohnen zu investieren:

  • Münster
  • Köln
  • Stuttgart
  • Karlsruhe
  • Hannover

Auch in allen A-Standorten in Deutschland lohnen sich Investitionen, eine reine Fokussierung auf diese Städte würde aber erfolgsversprechende B- und C-Standorte außer Acht lassen.

Auch die CBRE Group hat das Potenzial im „Marktreport Studentisches Wohnen 2018“ untersucht. Diese sieht deutlich die deutschen Großstädte vorn:

  • München
  • Frankfurt am Main
  • Köln
  • Berlin

Dort sind die Einkommen der Studierenden am höchsten und die Perspektiven für diese Städte überaus positiv. Die Hochschulen haben einen sehr guten Ruf und auch abseits der Unis sind diese Städte für junge Menschen sehr attraktiv. Außerdem ist in den genannten Städten derzeit die Nachfrage noch deutlich höher als das Angebot.

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Silke Ritter

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Dieser Frage gehe ich hier im Blog nach. Seit 2012 gehöre ich zum Management Circle-Team, zuvor habe ich nach meinem Germanistik-Studium in der PR-Branche gearbeitet. Als Teil der #GenerationY weiß ich nicht nur um die Wichtigkeit von Hashtags und gutem Content, sondern wünsche mir mehr Mut in Unternehmen für die Digitalisierung. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Klasse Blog-Artikel. Ich investiere seit einigen Jahren selbst in Apartments für Studenten. Hier aber eher in B-Städten und die Nachfrage ist riesig. Bei einem Auszug ist das Apartment in der Regel binnen 24 Stunden wieder neu vermietet.

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