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Speed Reading – reine Begabung oder wirklich mehr?

Speed Reading – Reine Begabung Oder Wirklich Mehr?

Sie kennen das sicher: Sie haben drei Manuskripte von Ihrem Vorgesetzten auf dem Tisch und eine halbe Stunde Zeit, sie zu lesen. Die Zeit drängt – doch wie schnell können Sie lesen? Und wie gut verstehen Sie neue oder schwierige Texte? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Speed Reading diesen Alltagsstress vermeiden.

Mit Speed Reading richtig Zeit einsparen

Schnell neues Wissen zu verarbeiten, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im beruflichen Alltag. Doch meist ist es nicht leicht, Zahlen, Daten und Fakten ins Gedächtnis zu bekommen. Dabei ist nur die richtige Technik entscheidend für das schnelle Erfassen von Büchern und Texten. Eine davon ist das Speed Reading. Mit dieser Methode können Sie Ihre Lesegeschwindigkeit verdoppeln oder verdreifachen!

Sie denken vielleicht, Schnelllesen ist reine Begabung: Macht mir das Lesen Spaß? Kann ich mich leicht konzentrieren und für neue Dinge begeistern? Diese Annahme ist sicherlich nicht falsch, denn so sind Sie leichter zu motivieren. Aber Schnelllesen, kann tatsächlich jeder trainieren!

Was unterscheidet Speed Reader von „Normal“-Lesern?

Die normale Lesegeschwindigkeit liegt bei etwa 240 Wörtern pro Minute. Zur besseren Vorstellung: In der beliebten Schriftart Arial ist das bei einer Standard-Schriftgröße von 10 ungefähr eine halbe DIN A4-Seite an gedrucktem Text.

Geübte Speed-Reader erreichen problemlos 400 bis 800 Wörter pro Minute, also das Doppelte bis Vierfache. Das sind ein bis zwei DIN A4-Seiten gedruckter Text! Mit den schwierigen Manuskripten Ihres Chefs wären Sie so also in der Hälfte der Zeit fertig. Im Urlaub könnten Sie in der gleichen Zeit, in der Sie bisher eines Ihrer Lieblingsbücher gelesen haben, sogar zwei schaffen. Sie müssten sich nicht mehr entscheiden, welches von beiden Sie lesen möchten. Wie schaffen Sie das?

Wie Evelyn Woods das Speed Reading erfand

Für das moderne, heute so bekannte Speed Reading gilt Evelyn Woods als DIE Mitbegründerin überhaupt. Sie fing an, die Idee des schnellen Lesens in Fähigkeiten herunter zu brechen, die jeder erlernen können sollte.

Leseverhalten

Um ihr bekanntes Programm „Reading Dynamics“ zu entwickeln, verbrachte sie sieben Jahren mit intensivster Recherche und detailliertem Studium. 1959 wurde ihre Methode in Washington publik. Ihre Technik ist wohl die modernste und gängigste Speed Reading-Technik, die auch John F. Kennedy inspiriert hat.

Die Idee dahinter: Durch bestimmte Tricks sollte sich das Leseverhalten verändern und deutlich schneller werden. Dazu gehört, eine Seite nicht mehr von links nach rechts, sondern von oben nach unten zu lesen. Nicht mehr ein Wort nach dem anderen, sondern komplette Wortgruppen und Gedankensätze zu erfassen und unfreiwilliges Mehrfachlesen zu vermeiden.

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https://www.youtube.com/watch?v=Ilvoigdxhzo

Lesen – wie funktioniert das eigentlich genau im Gehirn?

Für die meisten Menschen ist Lesen nichts, worüber sie nachdenken. Sie sehen ein Plakat, während Sie auf die U-Bahn warten oder durchstöbern die Post auf der Suche nach etwas anderem als Werbung. Und schon ist es passiert. Wir haben die vielen Buchstaben, die uns im Alltag über den Weg laufen, zu Wörtern zusammen gebastelt. Wir lesen, ohne es zu merken. Was wäre, wenn uns diese Fähigkeit fehlen würde? Oder besser: Was wäre, wenn wir das noch schneller erledigen könnten?

Wie funktioniert es überhaupt, dass unsere Augen aus Buchstaben Worte und Bedeutungen bilden? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die meisten Leser von Wort zu Wort springen, bis das Gehirn den Sinn des Wortes verstanden hat. Daraus ergibt sich für uns der Inhalt und damit das Verständnis des gesamten Textes. Dieses mühselige Vorgehen limitiert die Lesegeschwindigkeit jedoch sehr stark.

Wie Sie die Herausforderungen beim Lesen meistern

Die Kunst des Speed Readings ist es, mit bestimmten Techniken, Fixation, Vokalisierung oder Regression zu verhindern. Diese und weitere Aspekte sorgen dafür, dass sich das Lesetempo verlangsamt. So brauchen wir für das Erfassen und Verstehen von Texten viel länger, als nötig. Die Centered Learning Germany GmbH hat vier Gewohnheiten identifiziert, die unser Lesetempo beeinträchtigen, und Tipps verraten, wie Sie diese vermeiden können:

Soft Skills

4 Lesegewohnheiten, die Sie sich abgewöhnen sollten

1

Sub-Vokalisierung:
Immer, wenn wir etwas lesen, sprechen wir es innerlich mit. Da das Sprechtempo jedoch viel langsamer als das Lesetempo ist, leidet unsere Lesegeschwindigkeit darunter.

Tipp: Zählen Sie beim Lesen laut von 1 bis 10. Sie werden merken, wie viel schneller Sie einen Text erfassen, wenn Sie das Geschriebene nicht wörtlich in Gedanken vorlesen.

2

Wort-für-Wort lesen:
Bei der Fixierung eines jeden Wortes, muss sich das Auge auf zu viele Einzelteile gleichzeitig konzentrieren. Deshalb sollten Sie in Wortgruppen lesen.

Tipp: Überfliegen Sie eine Textzeile komplett und verharren Sie erst am Seitenrand, springen Sie nicht zurück! Sie werden schnell merken, wie viel Sie so trotzdem erfasst haben.

3

Ineffiziente Augenbewegung:
Das Auge kann beim Lesen über eine Spannweite von drei Zentimetern Text aufnehmen. Sie müssen nicht jedes Wort bis zum Zeilenrand mit den Augen verfolgen.

Tipp: Lassen Sie Ihre Augen im Zentrum Ihrer Seite und versuchen Sie, den Text von hier aus komplett zu erfassen.

4

Regression vermeiden:
Doppeltes Lesen, das unbewusste Zurückspringen mit dem Auge im Text, all das schwächt Ihre Konzentration und hemmt Ihr Lesetempo.

Tipp: Decken Sie bereits gelesene Zeilen mit einem Blatt Papier ab. So können Sie nicht mehr springen und konzentrieren sich besser auf das, was vor Ihnen liegt.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Sehr nützlicher Beitrag – denn viel zu viele Menschen glauben immer noch, dass schnelles Lesen a) eine bloße Naturbegabung und damit einigen wenigen vorbehalten sei bzw. b) ausschließlich auf Weglassen und Querlesen abziele und somit das Verständnis beeinträchtige. Aus den oben genannten Tipps wird bereits deutlich, wie schnelles Lesen und gutes Textverständnis ineinandergreifen: Die Vermeidung der Regression heißt ja auch, dass man der Textlogik folgt (und nicht bloß Zeit spart); das Erfassen von Wortgruppen beinhaltet eine schnellere Erfassung der Bedeutung, die sich in der Regel nicht aus Einzelwörtern ergibt.
    Eine Anmerkung/Korrektur: Das innere Mitsprechen/Subvokalisieren (1. Punkt) sollte NICHT komplett eliminiert werden. Das ist den meisten Menschen ohnehin unmöglich und kann im schlimmsten Fall zu dauerhaften Leseschwächen führen. Gleichzeitig erfüllt das Subvokalisieren eine wichtige Funktion beim Erfassen der sinntragenden Wörter (z.B. Substantive); aus der Lernforschung ist ja seit langem bekannt, dass wir möglichst viele Sinne in den Lernprozess einbeziehen sollten, und dazu gehört selbstverständlich auch der auditive (Hör-)Sinn, der beim Subvokalisieren aktiviert wird. Es sollte lediglich darum gehen, die häufig vorkommenden kleineren Wörter (Artikel, Präpositionen, Pronomen, …) rein visuell zu begreifen, d.h. nicht mitzusprechen.

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