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Social Learning im Unternehmen: In Zukunft nicht wegzudenken?

Social Learning Im Unternehmen: In Zukunft Nicht Wegzudenken?

In den kommenden Tagen findet in Frankfurt unsere Konferenz zum 70:20:10-Modell statt. Bei diesem Lernkonzept spielt das Social Learning eine wichtige Rolle, denn es fungiert darin als Bindeglied zwischen den klassischen Lehrformen wie Seminaren oder Tagungen und dem praktischen „Learning on the Job“. Was bedeutet Social Learning für den Lernerfolg in der beruflichen Bildung? Welche Rolle spielt es für heutige und zukünftige Belegschaften? Ist es aus der Zukunft der Personalentwicklung überhaupt wegzudenken?

Social Learning: Eigeninitiative, Interaktivität… Kontrollverlust?

Social Learning ist erstmal eher ein Fakt, als ein Bildungskonzept. Es speist sich aus den technischen Neuerungen der letzten Dekaden und den Gewohnheiten neuer Arbeiternehmergenerationen, die mit der Technik aufwuchsen. Denn Vorstellungen zu digitalen Lernkonzepten, die Mitte der 90er und im Folgejahrzehnt aufkamen, waren schon überholt, bevor sie im ängstlichen Deutschland große Beachtung fanden.

Während digitale Kollaborationstools für den klassischen PC zwar auch in deutschen Unternehmen verstärkt genutzt werden, führten Veränderungen in den Bereichen Mobile, Smart Services und Social Media parallel zu einer neuen Mediennutzung, die für viele Menschen selbstverständlich ist, aber an der Realität vieler deutscher Betriebe völlig vorbeigeht.

Neue Generationen von Arbeitnehmern befinden sich heute in Betrieben, die ad hoc und digital auf Informationen zurückgreifen. Natürlich über Google, YouTube und Wikipedia, aber auch über Blogs, Foren und andere Communities. Aber hinzu kommen auch der aktive Austausch und die Teilnahme an der Wissensproduktion auf diesen Plattformen. Und das sind *gelernte* Verhaltensweisen, bei denen viel auf selbstgesteuertes Lernen, Versuch und Irrtum, auf Eigeninitiative gesetzt wird. (Ich spreche da teilweise aus Erfahrung, teilweise sind jedoch die Kommunikationspraktiken der nachfolgenden Generation Z auch mir ein wenig fremd!)

Generation Y - Generation Z

In den Konzepten zur betrieblichen Weiterbildung sollte jedenfalls darauf geachtet werden, dass dieser doch lobenswerte Ausblick auf das Lernen nicht unterbunden, sondern mitgenommen wird.

Auch wenn er mit einem gewissen Kontrollverlust über die Mediennutzung am Arbeitsplatz einhergeht. Und da kommt das Social Learning ins Spiel.

Der Fokus liegt auf den Lernenden – Tausche Kontrolle gegen größeren Lernerfolg

In Zukunft Schon jetzt beobachten wir, wie Lernen im Beruf weit mehr bedeutet, als sich „nur“ Expertenwissen auf Seminaren anzueignen. Sicher ist dieses Wissen ein wichtiges Fundament für kompetente Arbeit. Aber seine Anwendung im Arbeitsalltag ist ebenso bedeutend, wie seine erste Aufnahme.

Wenn ich beispielsweise im Vertrieb arbeite und dort im Außendienst tätig bin, kommt es vor, dass ich Informationen ad hoc benötige. Genauso kann das sein, wenn ich in einem Projektmeeting sitze und eine unerwartete Frage aufkommt. Oder wenn ich gerade eine Excel-Funktion nicht kenne. In solchen Fällen kann ich mich nicht darauf verlassen, dass „irgendwann“ Gelerntes spontan abrufbar ist. Umso willkommener ist daher die Möglichkeit, einfach digital auf die relevanten Wissensbausteine zurückgreifen zu können.

Der Vorteil? Die Lernmotivation kommt in solchen Situationen von innen, denn die Information wird praktisch angewandt und damit auch langfristig verinnerlicht.

Social Learning - Arbeitsprozesse

Anderes Beispiel: ich kann mein Wissen als Arbeitnehmer auch anderen zur Verfügung stellen. Das geht über Foren, Wikis oder im Intranet, aber auch kurzfristiger über Messenger-Dienste oder per E-Mail. (Sofern ich erreichbar bin.) So kann ich kurzfristig auf Fragen eingehen, und zwar nicht nur 1-zu-1, sondern auch in Communities. Dabei wiederhole ich zum einen gelernte Informationen. Und umgekehrt kann ich natürlich auch Informationen erfragen. Dadurch profitieren alle beteiligten Kollegen, denn in diesem Austausch erarbeiten wir zusammen einen neuen Wissensstand. Und wenn wir den noch schriftlich oder in einem anderen Medium festhalten, profitieren sogar noch weitere Teile der Belegschaft.

Wichtig: Diese Beispiele sind nicht fiktiv oder aus der Luft gegriffen. Sie passieren. Im Arbeitsalltag. Und sie helfen Arbeitnehmern, ihren Job besser zu machen und ihre Kompetenz eigeninitiativ zu steigern.

Entsprechend sollte es Aufgabe der Personalentwicklung sein, diese Art des informellen, kollaborativen Lernens zu fördern und für das Unternehmen zu strukturieren. 

Social Learning im Kontext Personalentwicklung

Für die Personalentwicklung bedeutet das Social Learning eine Chance, wenn sie es in konkrete Konzepte gießt und in die Weiterbildungspraktiken integriert. Sie kann Umgebungen schaffen, die das kollaborative Lernen ermöglichen und fördern.

Zum Beispiel, indem sie

  • die Informationen von Tagungen und Seminaren auf die On-Demand-Bedarfe der Arbeitnehmer zugeschnitten aufbereiten lässt und für mobile Endgeräte verfügbar macht.
  • Tools zum Austausch und der kollaborativen Erarbeitung von Wissen im Unternehmen zur Verfügung stellt, in Form von Wikis, Social Intranet, Foren oder anderen Communities.
  • im Betrieb deren Nutzung aktiv vorantreibt und Belegschaft sowie Führung für deren Nutzen sensibilisiert.

Die Umsetzung im Unternehmen

Natürlich ist klar, dass die Umsetzung eines Social-Learning-Konzeptes im Betrieb nicht an einem Tag getan ist. Jedes Unternehmen hat andere Bedarfe und muss entsprechend eine passende Strategie entwickeln. Wahrscheinlich müssen innerhalb der Belegschaft (oder Führung!) auch Ängste oder Widerstände adressiert und abgebaut werden. Und nicht zuletzt müssen die entsprechenden Tools auch auf technischer Seite sowie in die Arbeitsprozesse implementiert werden.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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