So macht der Retail Mobil: Diese 5 Innovationen im stationären Handel haben es in sich

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Wird der stationäre Handel noch gebraucht oder wird in Zukunft alles online gekauft? Diese Frage möchten sich viele Händler am liebsten gar nicht stellen, da das Einkaufen im Geschäft für sie Vorteile bereithält, die der Online Shop schlechter abbildet. Das wichtigste Stichwort lautet hier: Spontankäufe! Aber wie lässt sich das Geschäft aus Mörtel und Stein retten? Um das herauszufinden bringen immer mehr Unternehmen Innovationen im stationären Handel hervor, die vor allem von mobilen Endgeräten Gebrauch machen und den Besuchern ihrer Geschäfte einen Mehrwert bieten. Fünf davon, die eine gute Aussicht haben, sich langfristig durchzusetzen, stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor.

Mobiles Shopping: 5 aussichtsreiche Innovationen im stationären Handel

1. Virtual Stores

Der chinesische Lebensmittelhändler Yihaodian ist eigentlich eher regional aktiv. Jedoch wollte er trotzdem mit großen Konkurrenten wie Metro, Tesco oder Carrefour konkurrieren. Um das zu erreichen eröffnete er in China 1.000 sogenannte virtuelle Geschäfte. Diese befinden sich in der Nähe von Sehenswürdigkeiten oder auch vor Geschäften von Yihaodians Konkurrenz allerdings nicht in der echten Welt, sondern nur in einer Augmented Reality. Wenn Kunden dort das Smartphone herausholen, können sie über die Yihaodian Virtual Store AR App Produkte des Händlers betrachten und auch kaufen. Um die virtuellen Läden besonders schmackhaft zu machen, gibt es in den AR-Stores zudem meistens Coupons und Sonderangebote.

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So funktioniert die Yihaodian AR App.

2. Pop-up Stores

In ungenutzten, meist heruntergekommenen Immobilien erscheinen sie aus dem nichts und verschwinden genauso schnell wieder: Pop-up Stores. Hinter den schäbigen Fassaden verstecken sich dort Luxusgalerien – zumeist von Modeartikeln – die genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. Wer hier einkaufen möchte, muss sich also beeilen. Das Konzept wurde bekannt gemacht durch die Guerilla-Stores der japanischen Modemarke Comme des Garçons und kopiert von Firmen wie Adidas, Louis Vuitton, aber auch Wal-Mart. Die künstliche Verknappung soll die Attraktivität dieser Läden steigern und die Nachfrage erhöhen.

3. Geofencing

Beim Geofencing wird virtuell ein Gebiet um Geschäft abgesteckt und sozusagen ein unsichtbarer Zaun gezogen. Wenn Kunden das Gebiet betreten, erhalten Sie über eine entsprechende App automatisch Nachrichten von dem Store. Diese können beispielsweise Hinweise auf Sonderangebote oder Aktionen enthalten, die derzeit laufen. Damit können Kunden von der Straße ins Geschäft gelockt werden und bekommen auch ohne einzukaufen eine neue Möglichkeit, mit der Marke des Händlers zu interagieren. Aus Kundensicht ist das praktisch: Ich kann beispielsweise über eine App wie Shopular oder Shopkick meine Lieblingsgeschäfte aussuchen. Sobald ich in ihrer Nähe bin, bekomme ich die aktuellen Angebote aufs Telefon.

4. Mobile Payment

Mit neuen Bezahlsystemen können Ladenbesuche für Kunden freundlicher gestaltet werden. Statt lästig an der Kasse anzustehen kann heute auch direkt über das Mobiltelefon bezahlt werden. Mit Apps von Apple, Ebay, Google und Samsung ist das im Ausland schon Gang und Gäbe, während dieser Markt in Deutschland sich noch etwas schwer tut.

Mobile Payment

Auch über Near Field Communication ist es möglich, bargeldlos über Kurzstreckenfunk zu bezahlen. Aber Vorsicht: Viele Deutsche sind immer noch skeptisch, wenn es um das Bezahlen mit dem Mobiltelefon geht.

 

5. Indoor Navigation für Shopper

Location Based Services ermöglichen es auch innerhalb von Geschäften und Einkaufszentren Mehrwerte zu schaffen. Über Navigations-Apps können sich Kunden mittels eines digitalen Einkaufszettel zu den richtigen Regalen geleitet wird. Die Positionsbestimmung erfolgt hier beispielsweise über WiFi oder Bluetooth Beacons. Die anfallenden Daten lassen sich auch nutzen, um Bewegungsprofile und andere Aussagen zum Einkaufsverhalten abzuleiten, die man später zur Optimierung der Warenpräsentation und des Geschäfts-Layouts heranziehen kann.

Und was ist mit dem Datenschutz?

Welche Innovationen im stationären Handel schließlich durchsetzungsfähig sind, wird sich mit der Zeit zeigen. Auch hier gilt: wenn man es nicht versucht, scheitert man automatisch. Besonders für Deutschland gilt allerdings ein besonderes Problem, das bei der Diskussion um mobile Shopping-Anwendungen häufig ignoriert wird. Denn bei all den innovativen Apps fallen Nutzerdaten an, die ein sehr genaues Bild von Personen zeichnen können – zu Einkaufsverhalten, Bewegungsmustern, Hobbys… Gerade die Deutschen stehen solchen Systemen oft skeptisch gegenüber – obwohl sich auch hierzulande die Payback-Prämien irgendwann durchgesetzt haben.

Was meinen Sie: Gibt es Möglichkeiten, mobile Shopping-Hilfen so zu integrieren, dass sie datenschonend funktionieren? Oder müssen Kunden auf ein Stück ihrer Privatsphäre verzichten, wenn sie einen besseren Service wollen?

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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