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Smart Home als Differenzierungsmöglichkeit im Möbelmarkt!?

Smart Home Als Differenzierungsmöglichkeit Im Möbelmarkt!?

Die jungen Generationen beschäftigen den Möbelmarkt, gleichzeitig wird die Käuferschicht immer älter – eine echte Herausforderung für Möbelhersteller, die auf alle Kundenwünsche eingehen müssen. Hier kann Smart Home eine generationenübergreifende Lösung darstellen! Warum das so ist, wie sich Smart Home aktuell auf dem Möbelmarkt etabliert und welche Möglichkeiten sich dadurch in der Kundenansprache ergeben, beleuchtet Christian Hartmannsgruber im folgenden Interview.

Christian Hartmannsgruber ist Gründer und Geschäftsführer der Smart-Living Plattform KIMOCON.

Vor der Gründung des Unternehmens gemeinsam mit Hansjörg Rollshausen war Hartmannsgruber über zehn Jahre als Geschäftsführer in der Möbelbranche tätig, zuletzt für den Küchenhersteller Tielsa.

Der Smart Home Experte entwickelt mit seinem Team alltagstaugliche Lösungen, die Innovation, Design und Funktion im Wohnbereich miteinander verbinden.

Neue Lösungsansätze für den Möbelmarkt müssen her

Herr Hartmannsgruber, auf dem Küchen- und Möbelmarkt tut sich ja einiges. Welche Probleme und Herausforderungen sehen Sie derzeit für Marktteilnehmer der Branche?

Die größte Herausforderung ist derzeit, dass sich Möbel-Discounter wie beispielsweise IKEA  schon sehr früh klar auf Smart Home fokussiert haben und im großen Stil Lösungen für jedermann testen und auf den Markt bringen. Das Ziel ist klar: Das eigene Kerngeschäft sichern und ausbauen, wodurch Konkurrenten unter Druck gesetzt werden. Dazu kommt, dass zunehmend Lösungen im Bereich Möbelmietmodelle auf dem Markt angeboten werden, die meiner Meinung nach durchaus einschneidende Auswirkungen auf bestimmte Zielgruppen haben.

Unternehmen müssen sich den Anforderungen und Wünschen der nachkommenden Generation stellen und den Bedürfnissen einer immer älter werdenden Käuferschicht gerecht werden. Smart Home kann dabei die Lösung sein, die auch generationenübergreifend funktioniert – allerdings braucht es hier unterschiedliche Ansätze der Erklärung.

Die Möglichkeiten von Smart Home werden noch unterschätzt

Wie erklären Sie sich dann, dass sich das Thema Smart Home nur zögerlich auf dem (Möbel-)Markt etabliert?

Das hat tatsächlich mehrere Gründe. Nur wenige Hersteller im Bereich Küche und Wohnen setzen sich proaktiv mit dem Thema Smart Home auseinander. Viele haben nicht gelernt, über Partnerschaften unterschiedliche Themen anzugehen und für sich nutzbar zu machen. Was in der Automobilindustrie seit Jahrzehnten normal ist, scheint in der Möbelbranche noch unmöglich. Jeder investiert in eigene Entwicklungen, es findet kein Komponentenaustausch statt. Preisgestaltung ist für die Meisten die hauptsächlichste Sorge. Dass der Kunde sich weiterentwickelt hat und der Preis gar nicht mehr das entscheidende Kriterium ist, wird leider weitgehend ignoriert.

Wie gehen die Hersteller mit dieser Entwicklung um?

Manche schaffen es, kundenzentrierte Lösungen auf den Markt zu bringen, aber viele tun sich noch schwer. Die Digitalisierung in der Produktion macht branchenübergreifend auch vor diesem Markt nicht halt. Die Möglichkeiten, die entsprechende Lösungen oder Produkte im Markt, im Handel und beim Kunden bieten, werden aber eher noch nicht gesehen. Im Gegenteil: Man überlässt die Chancen, die durch die Digitalisierung entstehen, den Geräteherstellern – die aber wiederum gar keine ganzheitlichen Lösungen und auch keine notwendigen Dienstleistungen anbieten können. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz.

Kundenbindung muss oberste Priorität haben

Wie kann man denn auf diesem Markt dann erfolgreich sein?

Dienstleistung rund um das Inbetriebnehmen beim Kunden ist der einzig wirkliche Garant für Erfolg im Markt. Der Kunde will ernst genommen werden. Und hier ist der größte Fehler, ihn nach dem Kauf allein zu lassen! Damit meine ich vor allem, Servicedienste zu vernachlässigen und Kundenbindungsmöglichkeiten zu ignorieren.

Was würden Sie anderen Marktteilnehmern raten?

Nie auf ein geschlossenes System setzen! Der Kunde sieht das zu Recht als Einschränkung und Nachteil. Er möchte sich Produkte weitgehend selbst zusammenstellen.

Plattformen müssen deshalb offen und ohne großen Aufwand nachrüstbar sein. Das Kernprodukt sollte bereits einfache Funktionen und Lösungen enthalten, um so den Einstieg in Smart Home zu schaffen.

Kooperationen sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Unternehmen sollten die eigene Kompetenz und erarbeitete Glaubwürdigkeit am Markt ausspielen. Ein Produzent für Schlafzimmereinrichtung sollte sich natürlich Gedanken machen, wie sein Kunde sicher und komfortabel lebt. Das geht über den Federkomfort des Bettes hinaus! Perfektes Licht, individualisierte Musikszenarien, aber auch „Panikschalter“, die bei einem möglichen Einbruch oder gesundheitlichen Problemen den Kunden schützen, gehören dazu. Das zeigt dem Kunden „ich bin wichtig und der Hersteller macht sich Gedanken um mich”. Eigene Vertriebskanäle und Kundenzugänge sollten genutzt werden, um weitere Services zur Kundenbindung anbieten zu können – auch das wird leider noch häufig vernachlässigt. Das ist um Längen besser, als den Kunden einfach nur als Käufer zu betrachten.

Smart Home kann und wird den Alltag erleichtern

Herr Hartmannsgruber, wie sieht Ihr Smart Home der Zukunft aus?

Hauptsächlich einfach. Einfach zu kombinieren, einfach zu verstehen und einfach zu installieren – Ich glaube sogar, dass sich in einigen Jahren ein Teil der Systeme selbst installiert. Und ich hoffe, dass mir mein Smart Home Aufgaben abnimmt, um mir meinen beruflichen und privaten Alltag zu erleichtern und mich rund um meine Gesundheit oder Sicherheit unterstützt. Das wäre ein echter Gewinn an Zeit und vor allem Lebensqualität. Ich bin positiv überrascht, was heute schon möglich ist und wie sich durch Smart Home für mich und meine Familie einige Aufgaben deutlich leichter bewältigen lassen. Ich wünsche mir besonders, dass mit meinen Daten verantwortlich umgegangen wird.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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