Überspringen zu Hauptinhalt

Shit Happens: Das Leben mischt die Karten, aber Sie spielen!

Shit Happens: Das Leben Mischt Die Karten, Aber Sie Spielen!

Das Leben ist wie ein Kartenspiel. Mal bekommt man ein gutes Blatt, meist ein gemischtes und manchmal ein schlechtes Blatt. Im Englischen heißt ein schlechtes Blatt schlicht „Shit Happens“. Diese Sichtweise des Stressforschers Dr. Martin Christian Morgenstern hilft dabei, besser zu verstehen, was Stress eigentlich mit uns Menschen macht und was Sie in solchen Situationen tun können. Lesen Sie diesen Beitrag und erfahren Sie, welche Technik der Experte in Sachen Stressbewältigung empfiehlt, um gelassener durch den Arbeitsalltag zu kommen.

Dr. Martin Christian Morgenstern ist als Stressforscher Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Stressmanagement in Köln. Zudem ist er als Speaker, Autor und Trainer tätig und lehrt Arbeitsorganisation an renommierten Fachhochschulen.

Dr. Martin Christian Morgenstern ist in der freien Wirtschaft als Trainer und Berater ein gefragter Experte für die Themen Kommunikation, Stressmanagement und mentale Stärke. Zu seinen Kunden gehören namhafte Unternehmen wie auch Management Circle sowie öffentliche Einrichtungen.

Dr. Martin Christian Morgenstern

Dr. Martin Christian Morgenstern

Wenn der Körper das Stressprogramm startet

„Shit Happens“ ist das Synonym für „Es gibt ein Problem“. Ein Problem kann viele Namen haben. Zum Beispiel einen Konflikt mit Mitmenschen, Stau, Verspätung der Bahn, Geldsorgen oder der Klassiker „zu wenig Zeit“ und „zu viel zu tun“. Was jetzt passiert, ist schnell erklärt. Das Gehirn startet das Stressprogramm. Innerhalb kürzester Zeit drehen Stresshormone den Kreislauf hoch und spannen die Muskeln an. Der Körper ist jetzt bereit, das Problem auf die gute alte Art wie einst in der Steinzeit zu lösen. Fred oder Wilma Feuerstein erwachen und wollen das Problem unschädlich machen. Entweder durch das Bekämpfen oder Entziehen. Und sollte beides nicht gehen, wäre die letzte Option noch Totstellen.

Die Emotionen dazu wären dann zum Beispiel Wut oder Ärger für die offensive, Furcht für die vermeidende und Angst für die defensive Methode. Dieses Programm war in der Steinzeit sehr effektiv, weil Probleme da in der Regel eine Bedrohung durch Tiere, Menschen oder Naturgewalten waren.

Heutzutage lassen sich allerdings nur noch wenige Probleme körperlich lösen. Was hilft ein hochgedrehter Körper, wenn der Computer streikt, der Verhandlungspartner zu macht, die Bahn wie so oft einen schlechten Tag hat oder schlicht der Zeitplan drückt. Hier hilft besser ein kühler und überlegter Kopf.

Problemlösung gelingt am besten mit Gelassenheit

Aber leider hat das Stressprogramm die Eigenschaft, dass Denken fast auszuschalten. Man könnte lustig sagen, Stress macht ein wenig blöd. Das war allerdings in der Steinzeit gar nicht blöd. Wenn da ein Bär auf einen zu stürmt, würde der Denkvorgang wertvolle Sekunden rauben und man hätte wahrscheinlich an der einen oder anderen Ecke einmal zu viel nachgedacht. Es gibt aber auch heute noch ein paar Fälle, wo das Programm gut funktioniert.

Zum Beispiel wenn man spät dran ist und einen Zug bekommen will, sollte man besser nicht lange zögern und laufen, was das Zeug hält. Oder wenn mal eine Tür klemmt, kann man sich auch mal mit Wucht dagegen werfen und sie geht vielleicht auf. 

Fragezeichen, Problem, Lösung

Aber kurzum, die meisten Probleme löst man besser gelassen, überlegt und mit innerer Ruhe.

Das menschliche Verhalten hat sich verändert

Vielleicht fragen Sie sich jetzt gerade, warum noch ein Feuerstein in jedem Menschen wohnt. Die Antwort ist einfach. Weil sich die Menschheit seit der Steinzeit die letzten 50.000 Jahre genetisch nicht mehr wesentlich verändert hat. Die Ursache dafür beginnt vor rund 10.000 Jahren. An manchen Orten der Erde erst vor 3.000 Jahren. Die Menschen wechseln ihre Jobs. In der Steinzeit sind unsere Verwandten alle von Beruf Jäger und Sammler, die ihre Werkzeuge aus Stein bauen. Ab vor 10.000 Jahren beginnt die neolithische Revolution. Das heißt, die Nahrung wird immer mehr durch Ackerbau und Viehzucht besorgt. Das macht das Leben leichter und es werden immer mehr Menschen auf dem Planeten. In der Steinzeit waren es meist nicht mehr als 5 Millionen, und heute sind es schon über 7.8 Milliarden, Tendenz steigend. Evolution setzt aber voraus, dass sich die Welt ändert und manche damit nicht mehr klarkommen und aussterben. Die aber, die es überleben, geben die dafür notwendigen Eigenschaften an ihre Kinder weiter. Da die Menschen aber immer mehr werden und der Mensch auch immer mehr die Welt selbst gestaltet, steht die Evolution für die Menschheit schon lange auf Pause. Allerdings entfernt sich der Mensch deswegen auch immer mehr von seiner eigenen artgerechten Haltung.

Digitale Zukunft der Versicherung

Er bewegt sich immer weniger, isst Dinge, die sein Körper eigentlich nicht will, schläft zu wenig und aktiviert den Körper über das Stressprogramm, um danach aber nicht zu laufen oder Holz zu hacken, sondern um sitzen zu bleiben. 

Dass diese Entwicklung keine gute Idee ist, davon kann mittlerweile fast jeder ein Lied singen.

„Shit happens“ – was Sie in einer solchen Situation tun können

Aber keine Sorge, mit etwas mehr Selbstwahrnehmung, dem nötigen Wissen und kleinen Veränderungen im Leben und in den Gehirnstrukturen, lässt es sich auch heute noch gelassen gewinnen.

Weil jeder der Punkte rund um Bewegung, Ernährung und Schlaf sicher mindestens einen eigenen Artikel bräuchte, möchte ich hier mal eine Technik für eine gelassenere Einstellung im Falle „Shit Happens“ vorstellen. Gehen wir dazu mal in eine Situation rein, wenn es ein schlechtes Blatt gibt. Was man nicht verhindern kann, ist, dass der Körper das Stressprogramm zündet, weil das Stresssystem im Gehirn automatisch im Hintergrund läuft. Aber wenn Sie es merken, probieren Sie mal folgende Technik aus und stellen Sie sich drei goldene Fragen:

1

Kann ich das Problem gerade körperlich lösen?

Wenn „Ja“, tun Sie es einfach und Sie brauchen keine weitere Technik. Wenn „Nein“, dann gehen wir mit der nächsten Frage einmal in das Problem und seinen Auslöser rein. Als Beispiel nehmen wir mal einen Stau.

2

Was soll schlimmstenfalls passieren?

Mit dieser Frage gehen wir jetzt in den Worst Case rein. Zum Beispiel bei einem Terminverzug durch den Stau: „Ich werde das Geschäft verlieren!“

Und jetzt gibt es einen kleinen Trick, den auch die Psychotherapie gerne anwendet. Ich muss lernen zu akzeptieren: „Dann ist das jetzt so!“ Wenn ich das Problem so einfach lösen könnte, hätte ich es ja schon längst getan. Nur unser Problem besteht jetzt ja noch fort. Also wird es Zeit für einen Perspektivwechsel. Dazu die Frage 3.

3

Was würde mir der coolste Mensch der Welt jetzt raten?

Der sind natürlich Sie! Aber aus dieser Frage-Perspektive sucht Ihr Gehirn nach Lösungen, weniger nach dem Problem. Innere Antworten können jetzt zum Beispiel sein: „Ruf deinen Termin an“ oder „Oh, da ist eine Ausfahrt, da kann ich den Stau umfahren“ oder oder oder. Und manchmal sagt der coolste Mensch der Welt auch: „Bleib ruhig, du kannst es gerade nicht ändern“.

Denken Sie daran: Sie spielen!

Erwarten Sie von dieser Technik bitte unter Hochdruck keine Wunder über Nacht. Aber wenn Sie mit dieser Technik jeden Tag arbeiten, werden sie immer besser damit und das Stressgehirn reagiert auch von Mal zu Mal etwas gelassener. Übung in vielen kleinen Einheiten macht hier den „Zen Meister“. Und keine Sorge, an Übungsgelegenheiten wird es nie mangeln. Denn das Leben mischt die Karten und „Shit Happens“. Aber Sie spielen!

So bewahren Sie in jeder Situation die innere Ruhe

Bleiben Sie in stressigen Situationen ruhig oder stehen Sie kurz vor dem Überkochen? In unserem Seminar Gelassen gewinnen mit Dr. Martin Christian Morgenstern erfahren Sie, wie Sie mit innerer Gelassenheit überzeugen und an Ihr Ziel kommen.
Soft Skills Band 4: Stressbewältigung

Soft Skills Band 4: Stressbewältigung

Wie schaffen Sie es, sich trotz Stress zu entspannen? Wir geben Ihnen wertvolle Tipps, um ein Burnout zu vermeiden!
Jetzt kostenlos herunterladen!

Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

Ihre Trick-Kiste für wirkungsvolle Auftritte im Daily Business

Überlassen Sie bei beruflichen Auftritten nichts dem Zufall und wappnen Sie sich für Herausforderungen und spontane Stolperfallen. Wir unterstützen Sie mit einer Trick-Kiste.

Jetzt herunterladen!