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Plattenbau 2.0: Serielles Bauen wird zum neuen Trend

Plattenbau 2.0: Serielles Bauen Wird Zum Neuen Trend

Immer mehr Menschen strömen nach Deutschland und vor allem in die Großstädte. Man schätzt, dass jährlich mindestens 140.000 Wohnungen zusätzlich benötigt werden, um den zunehmenden Bedarf zu decken. Doch wie sollen diese in den deutschen Ballungszentren entstehen, wo Baugrund fehlt? Ein möglicher Lösungsansatz ist das sogenannte serielle Bauen. Während die einen die Bauweise als neuen Trend feiern, fürchten sich die anderen vor neuen DDR-Bauten.

Was ist serielles Bauen?

Das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen kam zu dem Schluss, dass der Bedarf von rund 140.000 neuen Wohnungen pro Jahr nur mithilfe von seriellem Bauen zu decken ist. Initiiert wurde die Studie von dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.
Doch was genau ist dieses Bauen in Serie?

Serieller Wohnungsbau beschreibt zum einen die Erstellung von einer Vielzahl von standardisierten Wohnungen – unabhängig von der Bauweise. Zum anderen ist damit eine Bauweise gemeint, bei der Wohnungen aus seriell gefertigten Teilen gebaut werden. Dabei kann es sich sowohl um standardisierte als auch um individuelle Wohnungen handeln.

In den letzten 30 Jahren spielte das serielle Bauen eine untergeordnete Rolle. Durch die Wohnungsnot sowie den Bau von Mikro-Apartments und anderen kleinen Wohnungen, wird diese Bauweise jedoch immer beliebter.

Die Vorteile der seriellen Bauweise

Die größten Vorteile dieser Bauweise sind die Zeit- und Kosteneinsparungen. Serielles Bauen soll Wohnungen um die 1.000 Euro pro Quadratmeter möglich machen. Dabei sind die Kosten nicht nur geringer, sie können auch besser kalkuliert werden als bei anderen Bauweisen. Serieller Wohnungsbau soll demnach dazu führen, dass auch im urbanen Raum bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Ein weiterer Vorteil ist die Kosteneffizienz bei einer Drittverwendung. So können Gebäude einfacher umgenutzt werden, sodass aus einem Bürogebäude ein Wohnhaus entsteht oder aus einem Kindergarten ein Seniorenzentrum. Mit der seriellen Bauweise können alle Arten von Wohnungen errichtet werden: Angefangen von Sozialwohnungen über Mikro-Apartments bis hin zu barrierefreien Wohnungen.

Andere Anforderungen wie Wärmedämmung, Schallschutz sowie Brandschutz werden durch das serielle Bauen nicht vernachlässigt, vielmehr erfüllen sie die neusten Normen und Bestimmungen.

Zurück zu den Plattenbauten?

Warum wird diese Lösung also nicht von allen aus der Immobilienbranche umjubelt? Viele fürchten sich vor weiteren Plattensiedlungen wie in Berlin-Marzahn oder Köln-Chorweiler, die zu sozialen Brennpunkten mutierten.

Immobilien-Experten beruhigen aber alle Kritiker. Während hierzulande der Serienbau noch keine große Rolle spiele, werde etwa in den Niederlanden oder in Großbritannien dieser Trend schon stärker wahrgenommen und genutzt.

Der serielle Wohnungsbau muss außerdem nicht zwangsläufig in wiederholende Wohnblocks münden, die keine Individualität zulassen. Der Trend geht vielmehr dazu, nur einzelne Elemente wie vorgefertigte Badzellen oder Sandwichpaneele zu verwenden, die in verschiedene bauliche Zusammenhänge gesetzt werden.

Die Studie „Serieller Wohnungsbau. Standardisierung der Vielfalt“ belegt anhand von 12 Projekten aus dem In- und Ausland, dass Standardisierung im Wohnungsbau nicht mehr mit Einschränkungen in der Gestaltung oder Nutzung zusammenhängen muss.

Auch in Berlin kann man bereits einen solchen modernen Serienbau bestaunen: Der 2012 fertiggestellte Tour Total hat eine sehr differenzierte Fassade trotz seines hohen Vorfertigungsgrades.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
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