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Schreiben ist das neue Reden

Schreiben Ist Das Neue Reden

“Die sitzen nebeneinander im Büro und schreiben sich Nachrichten. Das übersteigt meinen Horizont.” Diese Sätze höre ich häufiger in meinen Seminaren, in denen es um generationale Unterschiede geht. Kommunikation steht hoch im Kurs, wenn es darum geht, wie man als Ausbilder und Führungskraft die jungen Kollegen erreichen möchte.

Karina Albers machte sich Mitte 2009 selbständig, um Führungskräfte und Unternehmen im Umgang mit der Generation Y zu beraten. Zu ihren Kunden gehören Konzerne, Hotels, Sparkassen, Marketing Firmen, nationale Behörden und internationale Messen. Zuvor sammelte sie unternehmensseitig langjährige Erfahrung als Führungskraft internationaler Teams in Hamburg, London, Lausanne und Brüssel. Durch ihren Erfolg mit der Führungsstilumstellung im Unternehmen ist es ihr gelungen, junge Leute für die Firma zu begeistern und an das Unternehmen zu binden. Die von ihr entwickelte Führungsmethode wird von anderen Führungskräften mit Begeisterung angenommen und umgesetzt.

Wir älteren Generationen (“X”, geboren zwischen 1964 und 1979, und die Babyboomer, geboren zwischen 1946 und 1963) sind es gewohnt, zu telefonieren oder E-Mails und Briefe zu schreiben – wir verfassen E-Mails ja wie Geschäftsbriefe. Diese Art von Kommunikation haben wir in vielen tausend Stunden gemeistert. Genauso viele Stunden haben wir am Telefon verbracht. Wir können an der Stimme erkennen, in welcher Stimmung die Person auf der anderen Seite der Leitung ist.

Auf etwas zu warten, das kennt die Generation Z nicht mehr. Das gilt auch für die Kommunikationsformen.

Diese Übungsstunden haben Generation Y&Z nicht. Denn wann haben die jungen Leute von heute je einen Brief geschrieben noch bekommen?

Generation Y (geboren zwischen 1980 und 2000) und Generation Z (geboren zwischen 2001 und heute) sind es gewohnt, online ständig und überall zu kommunizieren. Sie haben wenig Erfahrung damit, mit fremden bzw. unbekannten Leuten zu telefonieren.

Mit den Freunden wird gechattet, damit alle gleichzeitig erreicht werden können. Das bieten Telefonate nicht. Gefühle werden mit Emoticons ausgedrückt. (Wann welches Smiley einzusetzen ist, scheint allerdings vom Umfeld abzuhängen. Bis jetzt habe ich noch keinen Standard oder eine Regel erfahren können.) Nicht umsonst sind Handyverträge mit Datenflatrate die beliebtesten, aber auch die gebührenintensivsten.

Worldwide communication

Bildnachweis: DavidArts – de.fotolia.com

Kommunizieren wir nicht alle gern auf die Art und Weise, die wir gewohnt sind? Wie können wir also erwarten, dass ein junger Mensch weiß, wie man eine Geschäfts-E-Mail schreibt?

Die Frage ist nun: wer sollte sich auf wen zu bewegen? Wie kommen wir auf einen Nenner? Wegweisend sollte hier die Zukunft sein – und nicht die Vergangenheit. Chat ist in, E-Mail ist out. Denn E-Mail dauert in den Augen von jungen Leuten zu lange. Auf etwas zu warten, das kennt die Generation Z nicht mehr. Dies gilt auch für die Kommunikationsformen.

Das Wissen in der Hosentasche

Nicht umsonst gilt der Spruch “lieber im Internet recherchieren, den Chef fragen dauert zu lange”. Denn auch, wenn es um Informationen geht, verlassen sich die jungen Leute gern auf das Geschriebene im Internet, während wir Älteren auf unseren Wissensschatz und unsere Erfahrung zurückgreifen. Auf den Fingertip können wir heute in Sekunden mehr Informationen abrufen, als wir uns in der Menge überhaupt merken könnten.

Nicht umsonst gilt der Spruch: „Lieber im Internet recherchieren, den Chef fragen dauert zu lange.“

Die jungen Leute sagen sich: warum soll ich alles auswendig lernen, wenn ich doch viel mehr Wissen in der Hosentasche (bevorzugt ist die rechte hintere Hosentasche) tragen kann? Ich muss zugeben, überwiegend haben sie damit Recht. Die Burn-out Gefahr besteht nicht im Daten- und Informationsüberfluss, sondern eher im vielen und schnellen Kommunizieren per Chat, damit man auch ja nichts verpasst, was Freunde und Familienmitglieder gerade erleben.

Fazit ist, Chat ist die Kommunikationsform von heute und der nächsten Zukunft. Das können wir nicht aufhalten. Wenn wir also unsere jungen Mitarbeiter erreichen wollen, kann ich nur empfehlen, auf Chat-Form umzusteigen – aber bitte mit Leitlinien.

Mein Tipp: sprechen Sie dies bei Ihren jungen Mitarbeitern mal an.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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