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Risikokultur – nur eine Complianceübung?

Risikokultur – Nur Eine Complianceübung?

Seit Oktober 2017 ist die fünfte Überarbeitung der MaRisk in Kraft und viel Zeit zur Umsetzung der Neuerungen bleibt den Instituten nicht mehr. Denn die Übergangsfrist der BaFin endet Ende Oktober 2018. Herr Jäger erzählt in seinem Beitrag zum Thema Risikokultur über die Unsicherheiten und Herausforderungen zur Umsetzung der Vorgaben.

Torsten Jäger beschäftigt sich seit mehr als 10 Jahren mit aufsichtsrechtlichen Fragestellungen. Im Bundesverband  deutscher Banken e. V. in Berlin ist er als Abteilungsdirektor im Geschäftsbereich Bankenaufsicht,  Bilanzierung tätig.

Eines seiner Schwerpunktthemen umfasst die internationale und nationale Regulierung der Säule II, wozu u. a. die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), der aufsichtliche Bewertungs- und Überprüfungsprozess (SREP) und das Thema Risikokultur gehören. Er ist Mitglied im Fachgremium MaRisk der BaFin.

Torsten Jäger

Torsten Jäger

RisikokulturFragezeichenwaage

Ein zentraler Schwerpunkt dieser Novelle war und ist das Thema Risikokultur. Durch entsprechende Vorgaben auf internationaler Ebene (FSB, EBA) dürfte das für größere Häuser nichts Überraschendes sein. So fangen diese Institute zwar nicht auf der grünen Wiese an, dennoch besteht auch hier erhebliche Unsicherheit darüber, was eine angemessene Umsetzung ausmacht. Kleinere Häuser stehen vor der Herausforderung, die doch recht vage gehaltenen Regelungen zu interpretieren und in ihren Instituten umzusetzen.

Aktueller Stand

Fraglich ist: Welchen Mehrwert bringt das Ganze für eine Bank? Lässt sich aus der Umsetzung ein Nutzen generieren oder verursacht die Aufsicht nur administrativen Aufwand?

RisikoBetrachtet man die Strafzahlungen aus den diversen Skandalen der Finanzindustrie, das Vorgehen der Justiz bei Wirtschaftsdelikten, die schlechte Reputation einzelner Häuser und der Bankenbranche insgesamt sowie das momentane Verschwinden einiger Wettbewerber aufgrund einer schlechten Risikokultur, so scheint die Antwort auf der Hand zu liegen.

Eigentlich. Denn natürlich wird ein kleines Institut den Aufwand bei der Umsetzung zunächst entsprechend klein halten wollen. Das ist nicht verkehrt und nach dem in den MaRisk verankerten Proportionalitätsprinzip auch sachgerecht. Gleichwohl lohnt es, sich intensiver mit der Materie zu befassen und nicht nur des Prüfers wegen einen Papiertiger zu erstellen, mit dem sich zwar die Umsetzung der aufsichtlichen Vorgaben dokumentieren lässt, im Haus aber keine nennenswerten Spuren hinterlassen werden. Denn der Fokus liegt bei dem Thema eben nicht nur auf der Kultur, sondern auch auf dem Risiko, das sich durch eine mangelhafte Kultur ergibt.

Verantwortlichkeiten

Wenn wir im Bankenverband mit unseren Häusern über Risikokultur sprechen, wird eines deutlich: Das Thema muss auf Ebene der Geschäftsleitung angegangen werden. Nur wenn hier erkannt wird, welcher Nutzen zu erzielen ist, kann eine gute Umsetzung und positive Veränderung der Kultur erfolgen.

RiskSchon bei der Bestandsaufnahme können Institute viel über sich, d. h. über ihre Werte, Prozesse, Risiken, etc. lernen. Wie laufen Informationsflüsse, wie werden gute Entscheidungen (moralisch, risikoadäquat, fundiert usw.) getroffen? Wer kommuniziert mit wem und wie? Woraus resultieren überhaupt Kulturrisiken? Wird Wasser gepredigt und Wein getrunken? Wie sieht der Wertekanon des Hauses aus? Was wissen die Mitarbeiter darüber, wie handeln sie danach und wie lassen sie sich auf Linie bringen?

Risikokultur ist an sich nichts Neues und in jedem Unternehmen vorhanden – so hat es die BaFin treffend in ihrem Begleitschreiben zur 5. Novelle ausgedrückt. Entscheidend ist: Verfügt das Haus über eine gute Kultur oder besteht Potenzial, das Risikoprofil durch entsprechende Maßnahmen positiv zu beeinflussen?

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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