skip to Main Content

Ricola Kräuterbonbons als Vorreiter von Lean Production

Ricola Kräuterbonbons Als Vorreiter Von Lean Production

Daniel Kobler ist seit 10 Jahren für Ricola tätig. Seit 2011 leitet er das Werk Baselstrasse. Nach der Lehre als Koch entschloss er sich, die Berufsmaturität nachzuholen, um danach das Studium als Dipl.-Ing. Lebensmitteltechnologie FH zu absolvieren. Herr Kobler sammelte im Anschluss Erfahrungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Qualitätsmanagement und Lebensmittelsicherheit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), bevor er zu Ricola wechselte. 2010 schloss er das Studium EMBA FH mit seiner Masterarbeit im Themengebiet „Lean Production“ ab. Seit dieser Zeit ist Herr Kobler fasziniert von der Philosophie „Lean“. In seinem Gastbeitrag hat uns Daniel Kobler verraten, warum die Denkweisen für das Unternehmen so wichtig sind.

Lean @ Ricola – wer will gefordert werden?

„Starker Franken: Exportindustrie leidet!“ Schlagzeilen wie diese prägen seit Wochen die Schweizer Presse. Auch die Ricola AG ist angesichts dieser Situation gefordert und fokussiert auf gutschmeckende, qualitativ hochstehende Kräuterbonbons aus der Schweiz auf der einen Seite und das Einfordern von wirksamen Verbesserungen auf der anderen Seite.

Schweizer Firmen – im Speziellen exportierende – sind unter Druck

Am 15. Januar 2015 hob die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs von 1.20 CHF zum Euro auf. Schon am selben Tag schwächte sich der Euro zum Schweizer Franken auf rund 1:1 ab und pendelt seither um diesen Wert. Seit Jahren zeigt sich die Währung der Eidgenossen von ihrer „stärksten Seite“. In den letzten 10 Jahren hat sich der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um rund 40% und gegenüber dem US-Dollar um gut 20% erhöht. Schweizer Firmen – im Speziellen exportierende – sind unter Druck.

Ricola produziert seit nunmehr 85 Jahren ihre Kräuterbonbons und -tees in der Schweiz. Nebst den Personal- und Infrastrukturkosten fallen auch wesentliche Teile der Warenaufwände in der Schweizer Landeswährung an. Der Großteil des Umsatzes wird bei einem Exportanteil von rund 90% aber in Euro und US-Dollar generiert. Dies führt zu großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Schwankende und tendenziell steigende Rohstoffkosten, zunehmende regulatorische Einschränkungen sowie das Marktbedürfnis nach Innovationen und kurzen Lieferzeiten fordern zudem.

Ricola Produktion

Nachhaltiges Wachsen aus eigener Kraft

Als Familienunternehmen ist es Ricola wichtig, nachhaltig und aus eigener Kraft zu wachsen. Das Image der Marke und die gelebten Werte wie Qualität, Natürlichkeit oder wertschätzender Umgang waren schon immer wichtiger als die kurzfristige Gewinnmaximierung. Die Firma verfolgt das Ziel, Ricola Kräuterbonbons aus der Schweiz global verfügbar zu machen. Dabei spielt die Kräuterkompetenz des Unternehmens und die in eigener Regie hergestellten Kräuterextrakte eine wesentliche Rolle. Die langfristige Konzentration auf die Herstellung von hochwertigen Kräuterbonbons hat sich in Anbetracht der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewährt.

ricola werk

Lean Management und Lean Production implementiert

Ricola ist gut aufgestellt. Und trotzdem oder gerade deshalb hält die „Lean-orientierte“ Denkhaltung auch beim Kräuterbonbonhersteller immer mehr Einzug. Ricola ist eine mittelgroße Industrieunternehmung mit anspruchsvollen Prozessen in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb.

Entsprechend naheliegend war die Erkenntnis, dass diese Ausgangslage eine moderne Führungskultur und -struktur mit dezentralem Ansatz und hohem Autonomiegrad erfordert. Zudem wurde erkannt, dass eine solche Führung auch eine deutlich höhere Transparenz hinsichtlich „Ist-Soll-Zustand“ mit sich bringen musste. Das Kommunizieren einer klar verständlichen Vision und das Definieren von Zielen waren die Folge. Das Streben nach „Führen am Ort der Wertschöpfung“ war geweckt.

Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern.

Orientalische Weisheit

Erfolg und Anerkennung motivieren

Ziele wie Erfüllungsgrad der geplanten Aufträge (Liefertreue), Effizienz in Form z. B. der OEE oder auch Gutmenge-Anteil müssen von Vorgesetzten wie auch Mitarbeitenden jederzeit erkannt und – noch viel wichtiger – deren Sinn verstanden werden. Der kausale Zusammenhang dieser und weiterer Ziele zum Unternehmenserfolg und damit zum Wohlergehen aller im Unternehmen, gilt es klar zu machen.

Dass zur Zielerreichung jeder einzelne Mitarbeitende und dessen Motivation und Fähigkeiten erforderlich sind, ist erkannt worden und wird mit der Stärkung des Prozesses „Mitarbeiterentwicklung“ unterstrichen. Erfunden hat es Ricola diesmal nicht, aber mit „Lean@Ricola AG“ wurde ein Weg eingeschlagen, mit dem auch künftige Herausforderungen bestmöglich gemeistert werden können.

Lean hautnah erleben bei der Ricola AG

Nutzen Sie die Lean Practice Days, um Ihre Möglichkeiten zu identifizieren und Impulse zu erhalten, damit auch Sie Lean als ganzheitliches Konzept in Ihrem Unternehmen umsetzen können. Profitieren Sie vom intensiven Austausch mit Fachkollegen und von vielen wertvollen Impulsen für die Umsetzung im eigenen Unternehmen.

Lean Management
Industrie 4.0

Meistern Sie die Herausforderungen durch Industrie 4.0

Erfahren Sie jetzt mit Hilfe unserer Experten, welche Auswirkungen sich im Rahmen der Industrie 4.0 ergeben und wie Sie diesen Veränderungen die Stirn bieten. Nutzen Sie unseren Download, um sich vorzubereiten.
Jetzt kostenlos herunterladen!

Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Mein Onkel arbeitet im Infrastrukturkosten Management bei einer großen deutschen Firma. Er meint Lean Production wird immer wichtiger, denn der Mark habe durch Digitalisierung und Globalisierung stetig steigende Anforderungen. Ihr Beispiel mit den Schweizer Unternehmen illustriert das sehr gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top

Rückblick Production Systems 2019: Wie digitale Technologien und KI die Produktion verändern

Kommen Sie mit uns auf eine spannende Reise mit dem Rückblick zur Konferenz Production Systems 2019 und blicken Sie hinter die Kulissen von Vorreiter-Unternehmen, die den Sprung in die Moderne zu Industrie 4.0 bereits erfolgreich gemeistert haben.

Jetzt herunterladen!

Download: Rückblick Production Systems 2019