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Rettet dieser Roboter den deutschen Informatikunterricht?

Rettet Dieser Roboter Den Deutschen Informatikunterricht?

In vielen Science Fiction Filmen und Büchern ist es schon Realität: Das Zusammenleben mit Robotern. Wenn es nach der französischen Firma Aldebaran Robotics ginge, würde das auch bald in Europa zur Normalität. Mit ihrem ersten humanoiden Roboter Nao zeigt das Unternehmen, was heute schon möglich ist und dass man sich vor Robotern nicht fürchten muss.

Kein Gerät, sondern etwas, mit dem man gerne zusammenlebt

Der ehemalige Finanzmanager einiger französischer Unternehmen, Bruno Maisonnier, begann 2005 mit seiner neu gegründeten Firma Aldebaran Robotics humanoide Roboter zu entwickeln. Ziel war nicht nur, in der Zukunft die Haushalte durch Roboter zu bereichern, sondern auch die Einstellung der Menschen zum Thema Robotics zu ändern:

Wir wollen die Einstellung der Menschen zur Robotik ändern. In Frankreich oder allgemein in Europa haben die Leute ein bisschen Angst vor Robotern. Wir wollen ihnen zeigen, dass Roboter nett sind.

Dabei war ihnen das Design wichtiger als die Technik, da Menschen ohne Furcht und mit Begeisterung mit dem Roboter interagieren müssen. So wurde der Roboter Nao bei seiner Entwicklung nicht als technisches Objekt, sondern als etwas verstanden, „mit dem man gern zusammen ist, mit dem man gern zusammenlebt“.

Aldebaran Robotics wurde vor einigen Monaten von der japanischen SoftBank-Gruppe übernommen. Wenig überraschend, da die Japaner dem Thema Robotics viel offener gegenüberstehen.

Die Geburt des Naos

2006 wurde der humanoide Roboter Nao zum ersten Mal vorgestellt. Seit seiner Vorstellung wurde der knapp 58 cm große Roboter immer wieder weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es schon eine fünfte Version, die bereits 9.000 Mal auf der ganzen Welt verkauft wurde – Nao‘s Ähnlichkeit mit einem Kind hat sicherlich einiges dazu beigetragen.

Seit 2008 ist Nao offizieller Nachfolger des Sony Aibo als Standardplattform für die internationalen Fußballwettkämpfe des RoboCup. Doch auch in vielen anderen Bereichen wie der Medizin, der Touristikbranche und in der Bildung wird der kleine Humanoide bereits eingesetzt.

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https://www.youtube.com/watch?v=xB0YudXT3Yw

RoboCup 2015 Halbfinale

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https://www.youtube.com/watch?v=s5a0ZZQeMYk

Vorstellung des  NAO Next Gen

Während am Anfang der Produktion der 5,2 Kilogramm schwere Roboter noch 12.000 Euro kostete, kann man ihn jetzt bereits für 5.600 Euro erwerben. Aldebaran Robotics schwebt vor, Haushaltsroboter zu einem Tarif anzubieten – vergleichbar mit einem Mobilfunkvertrag. So wird nicht der gesamte Roboter bezahlt, sondern nur ein geringer Betrag pro Monat, der auch neue Funktionen beinhaltet.

Nao kann sich nicht nur Menschen und Objekte (wieder)erkennen. Er kann sich auch gepflegt unterhalten und Ironie verstehen. Der kleine humanoide Roboter ist außerdem in der Lage einen Stift zu halten und damit zu schreiben. Das Tanzen gehört zudem zu Naos Lieblings-Aktivitäten.

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https://www.youtube.com/watch?v=2laujomh0JY

Verschiedene Tänze

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https://www.youtube.com/watch?v=51vQo-imc4Q

Nao tanzt zu Gangnam Style

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https://www.youtube.com/watch?v=4t1NWH6G1f0#t=10

20 synchron-tanzende Naos

Technische Fakten

Betrieben wird der Humanoide mit einem Intel-Atom-Prozessor mit 1,6 GHz Taktfrequenz, der im Kopf des Roboters platziert ist. Das Betriebssystem des Nao ist Gentoo Linux. Der im Torso befindliche Akkumulator versorgt Nao rund 60 Minuten mit Strom.

Insgesamt verfügt der niedliche Roboter über 25 Motoren, die sein Verhalten steuern, zwei Lautsprecher, unzählige LEDs, vier Mikrofone und zwei HD-fähige Kameras, welche bis zu 30 Bilder pro Sekunde aufnehmen können. Die künstliche Intelligenz hinter dem Roboterkörper basiert auf IBM Watson.

Um sich selbst nicht zu beschädigen, verfügt er unter anderem über einen Fall Manager. Bei einem Sturz nimmt Nao eine bestimmte Schutzhaltung ein, die den Sturz abfedert und verhindert, dass sein Kopf hart auf dem Boden aufschlägt.

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https://www.youtube.com/watch?v=0tu4H1g3CtE

Nao schützt sich verbal und verweigert dabei seinen Gehorsam

Die spielend leichte Programmierung

Obwohl das Betriebssystem Naoqi auf Linux basiert, sind nicht alle Funktionen wie beispielsweise das Gehen Open Sources. Dennoch lässt sich Nao nach eigenen Vorstellungen programmieren und das mit verschiedenen Programmierungsarten: Choregraphe, Python oder C++. Möglich sind auch Java, .NET, Matlab und Urbi, falls ein Fernzugriff für die Steuerung nicht ausreichen sollte.

Am einfachsten ist die Programmierung mit Choregraphe, da dort anhand eines Flussdiagramms die Entwickler die Verhaltensmuster des Nao programmieren können. Diese Programmierungstechnik ist bereits für Kinder und Jugendliche erlernbar, sodass Nao schon oft in Schulen eingesetzt wird, um den Schülern das Programmieren und die Informatik näher zu bringen.

Wer jedoch komplexere Vorgänge programmieren möchte, muss auf Python oder C++ zurückgreifen.

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Bildnachweis: © SoftBank Robotics

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Die Antwort lautet nein, Nao wird den Informatik-Unterricht nicht retten. Der veranschlagte Preis, den Aldebaran Robotics haben möchte, verhindert eine breite Marktdurchdringung. Und anders als bei Lego Mindstorms gibt es auch keine gesponserten Wettbewerbe, wo Nao eingesetzt wird. Robocup ist die einzige Ausnahme. Apropos Mindstorms. Das ist die richtige Plattform in Sachen Robotik. Nicht nur, dass die Anschaffungskosten niedrig sind, sondern es gibt auch eine breit aufgestellte Community (Stichwort LeJos, Stichwort FLL). Offenbar haben klassische Spielwarenhersteller wie Lego oder Knex ein besseres Händchen in Sachen Robotik.

    1. Lieber Herr Rodriguez,

      ich denke auch nicht, dass Nao überall den Informatik-Unterricht retten wird. Es ist aber eine spannende Idee, den Unterricht spannender zu gestalten. Vielleicht wird sich der Preis ja noch anpassen, oder es werden andere Roboter entwickelt, die sich eher für den Schulunterricht eignen. Soweit ich weiß, ist der Roboter Pepper von Aldebaran Robotics nicht so kostspielig wie der Nao…
      Mit anderen Worten: Wir sind gespannt auf die Zukunft!

      Viele Grüße

      1. Ich glaube hier gibt es einen grundlegenden Dissenz. Im OP lautete ein Schlagwort: „Wir wollen ihnen zeigen, dass Roboter nett sind“, und dass man zeigen möchte, dass die Zukunft spannend sein wird. Vermutlich soll diese positive Aussicht eine Gegenbewegung zur verbreiteten Vorstellung sein, dass Roboter gefährlich sind, uns hier alle platt machen werden und bekämpft werden müssen. Aber was ist so falsch an dieser Dystopie? Warum müssen Roboter nett sein? Fakt ist, dass die Zukunft eben nicht so sein wird, dass der gut funktionierende Roboter bei dem alle drei Asimov Gesetze implementiert sind, nichts anderes im Sinn hat, als dem Menschen zu dienen. Sondern ich glaube, dass die Zukunft im totalen Chaos enden wird. Es gibt beispielsweise gerade einen Bericht aus China wo auf einer Messe ein freundlicher Roboter namens „Xiao Pang“ einen Menschen ganz bewusst verletzt hat. http://t3n.de/news/roboter-verletzt-mann-768248/

        1. Lieber Herr Rodriguez.

          Es liegt hier vielleicht wirklich ein grundlegender Dissenz vor. Aber das macht die Diskussion um Roboter und künstliche Intelligenzen ja so spannend! Ich sage nicht, dass diese Dystopie, die Sie beschreiben falsch ist, aber ich gebe die Frage zurück: Warum sollten alle Roboter böse sein?

          Fakt ist, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen können, was in die Zukunft uns bringt und ob Roboter unsere Welt bereichern oder zerstören werden. Ich stimme Ihnen jedoch zu, dass wir über beide Möglichkeiten debattieren müssen, um auf alles vorbereitet zu sein.

          Soweit ich den Artikel, den Sie verlinkt haben, verstehe, ist nicht Xiao Pang für den Vorfall verantwortlich, sondern ein Mitarbeiter, der einen falschen Knopf gedrückt hat:

          „Von einem „Amoklauf“, wie einige Medien getitelt haben, dürfte der Vorfall aber weit entfernt sein. Die Pekinger Entwicklerfirma Evolver Robot geht von einem Unfall aus. Ein Mitarbeiter soll einen falschen Knopf gedrückt haben, hieß es in einer ersten Reaktion.“

          1. Marina Vogt wrote:
            > Warum sollten alle Roboter böse sein?

            Weil Technik etwas schlechtes ist. Schon die Erfindung der Schrift war ein Fehler, später kam dann das Schießpulver, die Atombombe und so wird es weitergehen. Die Menschheit wird sich durch Roboter selber vernichten, es wird zu einer Roboter-Apokalypse kommen. Fortschritt ist per se der falsche Ansatz.

          2. Zitat: „Warum sollten alle Roboter böse sein?“

            Ich habe nochmal darüber nachgedacht was sie gesagt haben und glaube dass ihr OP vielleicht doch nicht so verkehrt war wie zunächst gedacht. Und ja, es macht durchaus Sinn über freundliche Roboter nachzudenken. Ich glaube, das geht in die Richtung von Cynthia Breazeal, die mit Leonardo einen extrem niedlichen Roboter entwickelt hat. Derartige „Social Robots“ wären nicht nur als Konsumerprodukt interessant sondern dürften auch im Hundetraining auf positives Echo stoßen. Ich habe solche Systeme spaßeshalber als „victim robot“ bezeichnet, weil sie sich dem Menschen unterordnen. Also durch ihre Gestik und durch ihr Verhalten zum Ausdruck bringen, dass sie rangniedriger sind als ein Mensch oder ein Hund.

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