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Die resiliente Stadt: Stadtentwicklung neu gedacht

Die Resiliente Stadt: Stadtentwicklung Neu Gedacht

Der öffentliche Raum in der Stadt ist mehr als nur Gebäude und Straßen. Er wirkt auf uns Menschen und macht eine Stadt erst lebenswert – oder eben auch nicht. Was eine zukunftsfähige Stadtplanung ausmacht, wie eine resiliente Stadt aussehen kann und was den öffentlichen Raum nachhaltig macht – darüber schreibt in diesem Gastbeitrag Mario Reale.

Mario Reale ist seit 2008 Gründungspartner und geschäftsführender Gesellschafter des Düsseldorfer Architekturbüros greeen! architects. Jedes Projekt verfolgt dabei eine ethische, ökologische und effiziente Herangehensweise. Unter diesen Aspekten erarbeitet greeen! architects zukunftsweisende Visionen, die eine ressourcenschonende, energieoptimierte und flexible Architektur für den Menschen von Heute und Morgen hervorbringt. Aktuell entstehen gerade auf dem Areal an der Harkortstraße am Hauptbahnhof Düsseldorf drei Hotels mit Gastronomie im Erdgeschoss und einem neuen Fußgängerweg vom Konrad-Adenauer-Platz bis zum Mintropplatz.

Mario Reale

Warum der öffentliche Raum in der Stadt so wichtig ist

Eine nachhaltige Stadtentwicklung erfolgt größtenteils über die Gestaltung des öffentlichen Raums. Dieser umfasst eine Fülle verschiedener Eigenschaften und räumlicher Gegebenheiten. Gemeinsam ist ihm die uneingeschränkte Zugänglichkeit von allen Bewohner*innen und Besucher*innen der Stadt und die Freiheit, von diesem Raum Gebrauch zu machen.

Für mich ist der öffentliche Raum der Ort, den jeder Stadtbewohner wahrnimmt, in dem sich jeder fortbewegt. Er ist für mich der demokratische Raum in der gerechten Stadt, in dem jedes Individuum seine Fähigkeiten frei entfalten kann. Daher müssen diese Orte wie zum Beispiel Straßen, Gassen, Plätze, Promenaden, Parks und Kanäle lebenswert, flexibel und nutzungsoffen sein. Beim Planen und Bauen sollte daher der Mensch immer im Mittelpunkt stehen. Mit all seinen Bedürfnissen und Erwartungen.

Nur dann kann der urbane Raum zu einem Treffpunkt und Ort der Begegnung sowie zu einer Bühne des städtischen Treibens werden und gleichzeitig ein Gebiet der Entspannung und des Rückzugs sein. Welches Handlungsfeld eröffnet sich uns folglich, um den öffentlichen Raum zu stärken und unsere Städte nachhaltiger zu machen?

Wie Gebäude auf den öffentlichen Raum wirken

Jedes Gebäude nimmt Auswirkungen auf den Stadtraum, daher muss das Gebäude in der Straße und weiter gedacht in der Stadt funktionieren. Die Eigenschaft eines Raumes ist unter anderem, dass er durchschritten wird – nur so kann er auch vollständig wahrgenommen werden. Die Dimension eines Raumes wird in der Bewegung, also als ein dynamischer Prozess, erfahren und erlebt.

Stadträume, wie Plätze und Straßen, gehen nahezu nahtlos ineinander über und somit stellt die Stadt mit Gebäuden, Straßen und Plätzen insgesamt eine ständige dynamische Raumabfolge dar. Das Verständnis der Wechselwirkung eines Gebäudes in der Straße und der Straße in der Stadt über den öffentlichen Raum ist ein fundamentaler Bestandteil bei der Konzeption einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Daher ist es essentiell, das Gebäude in Planung und Bau nicht nur für sich alleine zu betrachten, sondern im Kontext des gesamten städtischen Treibens. Die Qualität des Raums neben und hinter dem Haus ist genauso wichtig wie dessen Vorderseite.

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Ein lebendiges Quartier entsteht in Düsseldorf

Ein lebendiges Quartier entsteht in Düsseldorf

Credits: GBI AG / greeen! architects / bloomimages

An der Harkortstraße am Hauptbahnhof Düsseldorf haben wir drei Hotels mit Gastronomie im Erdgeschoss und einen neuen öffentlich gewidmeten Fußgängerweg vom Konrad-Adenauer-Platz bis zum Mintropplatz geplant. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Gebäudefiguren sowie die Materialwahl und -anordnung lassen eine Vielfalt in der Einheit entstehen, die von allen Seiten gleichermaßen ausgestaltet sind. Das bisher brach liegende Potenzial des Areals wird so aktiviert, dass die Stadt und ihre Bürger*innen ein neues qualitätsvolles Quartier zurückerhalten, das positive Impulse im Umfeld erzeugt. Eine ganzheitliche Betrachtung des geplanten Gebäudes als unmittelbare Reaktion auf den Ort und sein Umfeld ist für das Funktionieren einer Stadt folglich elementar.

Weitere Informationen zum Projekt auf https://www.greeenarchitects.eu/

Was eine resiliente Stadt ausmacht

Nur, wenn die Stadtentwicklung über den öffentlichen Raum erfolgt, kann eine Stadt widerstandsfähig und zukunftsoffen werden. Die resiliente Stadt denkt den öffentlichen Raum ganzheitlich, nachhaltig und zukunftsorientiert und vereint Merkmale wie Robustheit, Flexibilität und Lernfähigkeit. Eine gesicherte lebenswerte Zukunft erfordert ein zeitgemäßes konsequentes nachhaltiges und zudem architektonisch anspruchsvolles Bauen. Nachhaltigkeit hat wiederum einen großen wirtschaftlichen sowie ökologischen Wert für die heutige und auch die zukünftige Gesellschaft. Um diese Zielvorstellungen umzusetzen bedarf es ein visionäres Zusammenspiel aus Politik, Stadtverwaltung und Architekt*innen.

Es bedarf Mut!

Mein Wunsch ist es deshalb, das Bewusstsein für den öffentlichen Raum zu schärfen und zu einem städtischen Thema zu machen, das ganzheitlich gedacht wird. Denn Öffentlichkeit ist entscheidend für die Chance auf gesellschaftliche Anteilnahme und Anpassungsfähigkeit um die neuen Herausforderungen an eine zeitgemäße Stadt, die sich stets im Wandel befindet, gerecht zu werden. Deshalb wünsche ich mir, dass nach und nach eine Sensibilisierung von Seiten der Betrachter*innen für den öffentlichen Raum hervorgerufen wird. Es muss ein (natürliches) Verständnis bei Architekt*innen, Stadtplaner*innen, Bauherr*innen, Verwaltung und Politik dafür entstehen, dass der öffentliche Raum in seiner Planung und Entstehung nicht nur das „Überbleibsel“ von Raum ist, den Häuser nicht besetzten, sondern aktiv und bewusst gestaltet werden sollte und zwar als dynamische Raumsequenz in einer sich ständig ändernden und fortwährenden Stadtrevolution.

Der Treffpunkt der Immobilienwirtschaft Düsseldorfs

Wie kann in Düsseldorf attraktiver Lebensraum entstehen? Wie wird die Stadt urbaner und nicht verbauter? Diskutieren Sie mit führenden Köpfen der Immobilienbranche, u.a. mit Mario Reale, die Zukunft der Stadt auf dem „Immobilienforum Düsseldorf“.

Silke Ritter

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Dieser Frage gehe ich hier im Blog nach. Seit 2012 gehöre ich zum Management Circle-Team, zuvor habe ich nach meinem Germanistik-Studium in der PR-Branche gearbeitet. Als Teil der #GenerationY weiß ich nicht nur um die Wichtigkeit von Hashtags und gutem Content, sondern wünsche mir mehr Mut in Unternehmen für die Digitalisierung. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge!

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