Produktionssysteme der Zukunft: So gelingt eine globale Strategie

Artikelbild Dr. Hans-Jürgen Braun

Gerade große Unternehmen stehen bei der Entwicklung einer einheitlichen Digitalisierungsstrategie vor einer großen Hürde. Wie kommt man zu einer solchen Strategie und welche Meilensteine müssen Sie definieren? Continental hat uns einen Einblick in deren Vorgehensweise gegeben.

Dr. Hans-Jürgen Braun leitet bei Continental die Elektronikfertigung, ein Werksverbund von 30 Werken in 17 Ländern mit über 40.000 Mitarbeiter. 25 Jahre Erfahrung im Operationsbereich in der Automobilindustrie haben ihn zur Überzeugung gebracht, dass sich ein erfolgreiches, wandlungsfähiges Produktionssystem durch Strategie, Kollaboration und eine lernende Organisation auszeichnet.

Herr Dr. Braun, Sie sind für einen Werksverbund in 16 Ländern zuständig. Wie groß ist die Herausforderung, in einer so großen Anzahl an Betrieben eine einheitliche Entwicklungsstrategie zu implementieren?

CEP ist eines der weltweit größten Netzwerke für die Produktion von Automobilelektronik. Ein Verbund dieser Größenordnung läßt sich nur dann erfolgreich führen und weiterentwickeln, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Unsere zentrale Strategie ist hier das tragende Gerüst: An ihr richten sich sämtliche Bereichsziele aus. Für die Implementierung der Strategie haben wir ein Paket aus Standards und strategischen Projekten geschnürt. Dieses Paket verstehen wir als unsere gemeinsame DNA und Sprache. Mit ihr sind wir in der Lage, die ganze Kraft und Stärke unseres globalen Netzwerkes mit mehr als 42.000 Mitarbeitern zu nutzen.

Regionale Kompetenzzentren sind unverzichtbar

Wie beziehen Sie die Mitarbeiter in den Wandel ein, was können sich andere Unternehmen bei Ihnen abschauen?

Smartphone, Handy, Hände, Building, Konstruktion, Konstrukt, VR, AR, Augmented Reality, virtuell

Ausgehend von unserem strategischen Ansatz binden wir weltweit alle Mitarbeiter ein. So hat jeder die Möglichkeit, sich bottom-up, im gegenseitigen Miteinander einzubringen. Im Fokus steht also ganz klar die Kollaboration.

So setzen wir bei den Zukunftstechnologien – Stichwort Industrie 4.0 – auf gebündelten Kompetenzaufbau. Dazu etablieren wir regionale Kompetenzzentren, in denen wir die jeweilige Entwicklung und Industrialisierung vorantreiben. Von den so entstandenen Innovationen und Erfahrungen profitieren anschließend die Mitarbeiter in allen übrigen Werken.

Heterogene Teams bringen spürbar bessere Ergebnisse.

Als globaler Automobilzulieferer und Technologieunternehmen bieten wir unseren Mitarbeitern attraktive, zukunftsorientierte Arbeitsplätze und -bedingungen. Wir pflegen systematisch werksübergreifende Austauschprogramme, unterstützen weltweit jeden darin, sich persönlich weiter zu entwickeln, sich mit Herz und Verstand einzubringen und fortwährend Verbesserung zu leben. Seit vielen Jahren setzen wir dabei konsequent auf Diversity in unseren Teams, denn heterogene Teams bringen spürbar bessere Ergebnisse.

Die Größe des Unternehmens als energetischer Treibstoff

Was ist das Geheimnis einer lernenden Organisation? Wie bleibt man wandlungsfähig und agil bei einem so großen Betrieb?

KATA-CoachingEine Organisation ist immer nur so agil und wandlungsfähig wie ihre Mitarbeiter. Dazu brauchen wir eine Mannschaft, die bereit ist, neue Wege zu gehen, die mutig genug ist, um „Out-of-the-box“ – also das „Undenkbare“ – zu denken.

Wenn Sie durch Ihren Führungsstil die Rahmenbedingungen dazu schaffen und mit dem sprichwörtlich „Guten Beispiel“ voran gehen, wenn Sie coachen, wenn Sie eine Kultur fördern, die das Lernen aus Fehlern unterstützt und Kollaboration im Alltag verankert, dann ist die Größe Ihres Betriebes kein Hemmnis, sondern energiereicher Treibstoff.

Welche Veränderungen erwarten Sie für die Zukunft und wie wird der Mensch in der Produktion seinen Platz finden? Auf was müssen wir uns einstellen?

Mit Industrie 4.0 und der zunehmenden Digitalisierung vollzieht sich ein Wandel in der Welt, der sowohl die Gesellschaft aber auch unsere Industrie umfasst. Über Firmengrenzen und somit über die gesamte Wertschöpfungskette eines Produktes hinweg, lassen innovative Technologien die digitale und reale Welt verschmelzen: Kognitive und Deep-Learning Technologien ermöglichen zudem beispielsweise strategische Entscheidungsfindung und selbstoptimierende Systeme.

International

Damit wir uns auf diese Veränderungen langfristig vorbereiten können, arbeiten wir fokussiert an bestimmten strategischen Feldern. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt unserer Betrachtung. Wir bieten unseren Mitarbeitern die Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln. Von ihnen erwarten wir das Engagement, sich fortlaufend zu qualifizieren und lebenslang zu lernen, denn es werden sich gänzlich neue Aufgaben und Berufsbilder entwickeln, die für neue Beschäftigung sorgen.

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Dr. Braun gibt Ihnen bei der Konferenz Production Systems einen Einblick, wie Produktionssysteme der Zukunft aussehen könnten. Nutzen Sie die Veranstaltung, um bei den Vorreitern der Branche hinter die Kulissen zu blicken. Netzwerken Sie mit Kollegen, Experten und lassen Sie sich inspirieren.

Rückblick Production Systems 2018

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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