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Photovoltaik: Treiber der dezentralen Energiewende

Photovoltaik: Treiber Der Dezentralen Energiewende

In Deutschland war es mal ein richtiger Boom: Die Verbreitung von Solarzellen. 2010 war das Boom-Jahr für die Branche und Solarunternehmen schienen wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Ende 2011 begann allerdings eine bis heute vorhaltende Krise für die Branche, als das Berliner Solarunternehmen Solon Insolvenz anmeldete und vom indisch-arabischen Microsol übernommen wurde. Daraufhin fand sich ein Unternehmen nach dem anderen in einem Insolvenzverfahren wieder, wofür vor allem die Förderkürzungen durch die Politik verantwortlich gemacht wurden. Da die Konkurrenz aus China Solarmodule viel günstiger anbieten kann, existieren mittlerweile Schutzzölle, die der europäischen Solarbranche allerdings ebenfalls nicht helfen. Solarunternehmen gehen mittlerweile auch lieber in Länder wie Indien, wo massiv in erneuerbare Energien investiert wird.

Solarzellen auf Dach

Es ist nun allerdings die Frage, wie sinnvoll der Kampf gegen „Dumpingpreise“ aus Asien ist. Denn für die Kunden – ob Privathaushalte oder Wirtschaft – stellt Solarkraft eine tolle Perspektive dar. Schließlich ist sie im Gegensatz zu Windenergie überhaupt nicht an Skaleneffekte gekoppelt. Solarzellen haben auf dem Dach denselben Wirkungsgrad wie im Taschenrechner. 2017 sind mehr als 1,5 Millionen Solarstromanlagen in Deutschland installiert, die 7,4 Prozent des deutschen Netto-Stromverbrauchs ausmachen.

Das sollte ein Zeichen sein, dass die Anlagen ein wichtiger Teil der Energiewende und der dezentralen Erzeugung sind. Hier muss zwischen den Partikularinteressen einer einzelnen Industrie und den volkswirtschaftlichen Interessen abgewägt werden, denn bei den derzeit hohen Strompreisen gibt es gerade in Deutschland gute Gründe, in Solaranlagen zu investieren.

Trend: Solarstrom in Handel und Logistik

Besonders interessant ist eine Nutzung von Solarstrom für Gewerbe und Industrie. Laut einer Erhebung des DIHK aus dem Jahr 2012 machen die nämlich fast 70 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus, wobei über 40 Prozent auf die Industrie falle, knapp 30 auf Gewerbe und Handel. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen darauf setzen, ihren eigenen Strom zu produzieren. Das ist zum Beispiel in der Technologie-Branche gang und Gäbe: Microsoft, Apple und Google investieren jeweils alle hohe Millionensummen in Windenergie.

Aber auch der Handel hat hier schon lange kräftig investiert; und zwar aus gutem Grund. Sie kennen deren Logistikzentren mit ihren flachen Dächern. Meistens befinden sich diese in kleineren Orten nahe der Autobahn oder stehen am Stadtrand, umgeben von Feldern. Diese eignen sich perfekt für die Installation von Solaranlagen und werden nun auch verstärkt dafür genutzt.

  • Der Möbelhändler IKEA investierte bereits hunderte Millionen Euro in Windenergieprojekte und eigenen Solarstrom. Dazu steigen die Schweden aber auch in den Handel mit PV-Anlagen ein, mit dem Ziel diese günstig an private Verbraucher zu verkaufen. Vielleicht konkurriert man ja so auch erfolgreich gegen China? Immerhin hat IKEA ein sehr gutes Image.
  • Aber auch außerhalb Europas geschieht Ähnliches: Gerade letzte Woche startete Amazon eine Initiative, mit der das Unternehmen weltweit 50 seiner Fulfillment-Center mit Solaranlagen ausstatten möchte.

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Solarstrom lohnt sich für das Gewerbe, gerade bei großen Standorten. Besonders in Supermärkte ist im Sommer eine große Kühlleistung erforderlich, die sehr gut durch Solarstrom abgedeckt werden kann. Im kleineren Maßstab gilt dasselbe aber auch für Privathaushalte, so dass es kein Wunder ist, dass die Anlagen mittlerweile trotz der Krise der Branche so weit verbreitet sind.

Die Dezentralisierung ist eine Herausforderung für die Netze

Solarstrom ist damit ein Treiber der Dezentralisierung auf dem Strommarkt. Er macht die Erzeugung immer kleinteiliger und stellt auch die Netze vor neue Herausforderungen. Denn, will man den erzeugten Strom verkaufen, muss dieser in das Netz eingespeist werden. Doch gerade die Erzeugung von Sonnenenergie ist im Tages- und Nachtwechsel sowie witterungsabhängig und auch über die Jahreszeiten sehr instabil. Im „schlimmsten“ Fall kann es sein, dass viel zu viel produziert wird, was insbesondere örtliche Netze überlasten könnte.

Um das zu verhindern, gibt es drei Lösungen: Zum einen Netzausbau und -modernisierung, zweitens, dass die Anlagen im Zweifel abgeschaltet werden, und drittens, dass Erzeugung und Verbrauch räumlich möglichst nah beieinander liegen. Im privaten Bereich ginge letzteres beispielsweise mit einer Heimbatterie und dem Vorhalten des Stroms für den Eigenverbrauch. Dennoch sind alle drei Varianten mit Problemen behaftet, die es abzuwägen gilt.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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