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Personalarbeit 4.0 – Alte Säue und neue Wege im Employer Branding (Teil 5)

Personalarbeit 4.0 – Alte Säue Und Neue Wege Im Employer Branding (Teil 5)
Beitragsserien: Personalarbeit 4.0

Wo sind nun die Fachkräfte eigentlich?

Wir schlagen uns ja nun schon eine Weile mit dem Begriff des Fachkräftemangels herum, obwohl die Bundesagentur für Arbeit wiederholt feststellt, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland gibt. Es gebe lediglich Engpässe in diversen technischen Berufsfeldern sowie Gesundheits- und Pflegeberufen. Die Fachkräfteengpassanalyse wird halbjährlich durchgeführt – und die letzten haben diesbezüglich alle ein ähnliches Bild gezeichnet. Ist also alles gut? Wohl kaum.

Unternehmen werden es trotzdem immer schwerer haben, passende Fachkräfte an Land zu ziehen.

Das hat drei Gründe, die beide mit dem demografischen Wandel einhergehen.

 

Fachkräftemangel in der Zukunft

Wenn wir uns die Bevölkerungsurne anschauen, kommen in Deutschland immer mehr geburtenschwache Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt. Schon jetzt fällt es schwer, die Ausbildungsplätze zu besetzen – dieser Trend wird sich immer stärker auch auf den Arbeitsmarkt übertragen.

 

Neues Verhalten bei der Stellensuche

Heute stehen potenziellen Bewerbern viel mehr Möglichkeiten bei der Stellensuche offen als früher. Sie können im Internet unter einer Vielzahl an Jobbörsen (und Google!) die passenden Stellen suche, sich in sozialen Netzwerken und auf Glassdoor oder kununu über Arbeitgeber informieren und die Mitarbeiter der Betriebe im Zweifel sogar selbst anschreiben. Dabei wird mittlerweile mehr mobil gesurft und gesucht als von Desktop PCs. Die neuen Möglichkeiten werden immer stärker genutzt. Viele Unternehmen sind darauf nicht vorbereitet und gehen immer noch den Weg der klassischen Stellenanzeige plus Hoffnung. Selbst bei vermeintlichen Standardangeboten wie einer Karriereseite müssen viele noch nachbessern.  Das wird dem neuen Suchverhalten natürlich nicht gerecht.

 

Bewerber sind anspruchsvoller

Das gilt erstmal besonders für den Bewerbungsprozess: Der soll einfach sein, transparent, professionell und schnell. In einer Welt, in der wir nicht mal mehr drei Sekunden warten wollen, bis eine Website geladen hat, und in der jeder mobil erreichbar ist, will niemand auf eine kurze Antwort warten. Auch Standardabsagen sind unbeliebt – wenn auch nicht so unbeliebt wie gar keine Absagen. Und das kommt leider viel zu häufig vor, obwohl die berühmte Candidate Experience ein Erfolgsfaktor für die Unternehmens- und Arbeitgebermarke ist.

Stichwort Arbeitgebermarke: Die sollte stark sein, um konkurrieren zu können. Die Frage ist nur, was eine starke Arbeitgebermarke ausmacht. Denn heute gibt es Studien wie Sand am Meer, die untersuchen, was einen attraktiven Arbeitgeber eigentlich ausmacht. Da sagen die einen, ein gutes Betriebsklima und flexible Arbeitszeiten mit familienfreundlicher Work-Life-Balance sind besonders wichtig, die anderen, dass das kaum eine Rolle spiele. Es kommt wahrscheinlich darauf an, wen man fragt.

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Employer Branding

„Was hat Employer Branding eigentlich mit Personalmanagement 4.0 zu tun? Ist das nicht ein alter Hut?“, möchte man meinen.

Das ist allerdings aus zwei Gründen falsch.

1. Zum einen will man als Unternehmen genau die Richtigen ansprechen. Das ist eine Herausforderung.

2. Zum anderen hat man heute online viel mehr Möglichkeiten, die Bewerber auch mit der passenden Kommunikation zu erreichen.

Querdenken

Die Richtigen ansprechen

Mit einer starken Arbeitgebermarke ist es viel einfacher, unpassende Bewerber schon während des Bewerbungsprozesses herauszufiltern. So möchte eine Investmentfirma oder eine Agentur vielleicht keine Bewerber, die viel Freizeit haben wollen, während ein Kindergarten keine Karrieristen gebrauchen kann.

Natürlich sind das drastische Beispiele und die Welt ist in Wirklichkeit viel grauer. Aber umso wichtiger ist es, sich zu fragen:

  • Was unterscheidet meinen Automobilhersteller von den anderen?
  • Was für Vorteile haben Arbeitnehmer, wenn sie bei uns anheuern?
  • Welche Besonderheiten prägen unsere Unternehmenskultur

Deshalb spreche ich weiter oben auch erstmal vom *Aufbau* einer Arbeitgebermarke. Denn viele Unternehmen haben sich ihre eigene Identität gar bisher gar nicht bewusst gemacht. Und Worthülsen zu vermarkten, hilft in diesem Kontext nicht weiter. Niemandem nützt es, wenn der frisch angeheuerte Mitarbeiter nach zwei Monaten wieder kündigt, weil es nicht passt. Oder wenn eine riesige Menge unpassender Bewerbungen eingehen.

Bild: Studenten und junge Erwachsene sitzen mit verschiedenfarbigen Büchern in einer Reihe auf Stühlen

Die Arbeitgebermarke kommunizieren

Hierfür stehen Ihnen mittlerweile jede Menge Möglichkeiten zur Verfügung, die auch schon länger in der Diskussion sind. Neben einer guten Karriereseite, die die Vorzüge des Unternehmens darstellt, kann man über Social Media Einblicke in das Innenleben gewähren. Wichtig ist, dass die Arbeitgebermarke auch nach Innen kommuniziert und gepflegt wird. Das heißt, dass man sie auch wirklich lebt und nicht alles Schall und Rauch ist. Mehr zum Thema interne Markenbildung finden Sie in diesem Artikel und in diesem Experteninterview. Außerdem hier 10 Tipps für eine innovative Unternehmenskultur.

5 Anregungen für gelungenes Employer Branding im Netz

Kennen Sie Ihre Stärken und lassen Sie diese in Ihre Kommunikation einfließen. Analysieren Sie, was Sie als Arbeitgeber können und was nicht. Schärfen Sie daraus ein Image, das genau die Zielgruppe anspricht, die zu Ihnen als Arbeitgeber passt. Stricken Sie darauf basierend eine Kommunikationsstrategie und lassen Sie die gewonnenen Erkenntnisse in Stellenanzeigen, Karriereseite und jegliche weitere Kommunikation einfließen.

Nutzen Sie nicht einfach jeden Kanal und jedes Netzwerk, sondern genau die richtigen. Wenn Sie Ihre Unternehmensidentität kennen, können Sie auch eine Strategie entwickeln, um diese nach Innen und Außen wirksam zu kommunizieren. Beschränken Sie sich auf die Kanäle, die Sie gut abbilden können. (Eine Karriereseite ist aber Pflicht!)

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter zu Wort kommen. Das geht über YouTube-Videos und auf Blogs. Ihre Mitarbeiter sind Ihre authentischsten Markenbotschafter. Veröffentlichen Sie interne Social-Media-Richtlinien, so dass Ihre Mitarbeiter wissen, wie sie sich einbringen können. Haben Sie eine interne Strategie für den Umgang mit Kritik und Krisen im Social Web?

Pflegen Sie aktiv Ihre Reputation auf Seiten wie kununu und Glassdoor. Reagieren Sie professionell auf Kritik und reflektieren diese auch. Können Sie an den Missständen etwas ändern? Eine gute Employer Reputation fängt natürlich schon bei einem professionellen Bewerbungsprozess an.

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https://www.youtube.com/watch?v=9CLYaukFmMw

Können potenzielle Bewerber eigentlich einen virtuellen Rundgang durch Ihr Unternehmen machen? Diese sind recht einfach zu erstellen und machen etwas her.

Da die Employer-Branding- und Social-Media-Säue allerdings schon sehr häufig durch die digitalen Dörfer getrieben wurden, belassen wir es aber dabei. Im nächsten Artikel werfen wir dann einen Blick auf das Thema Recruiting!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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