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Über die persische Gastfreundschaft – von Michael Gorges M.A.

Über Die Persische Gastfreundschaft – Von Michael Gorges M.A.

»Der Gast ist der Liebling Gottes« – Über die Ambivalenz des Schenkens

»Ihr Musliminnen! Verschmäht ja nicht das Geschenk eurer Nachbarin, auch wenn es nur der Fuß eines Schafes sein sollte.« (Sahih Al-Buhari. Nachrichten von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammad).

Die sprichwörtliche persische Gastfreundschaft, Mehman nawazi, ist mehr als nur die Einladung zu einem guten Essen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der geschäftlichen Beziehungen mit und zwischen iranischen Geschäftspartnern. Das gilt natürlich auch für den arabischen Kulturkreis. Gastfreundschaft ist nicht nur eine freundliche Geste, sie ist immer auf Gegenseitigkeit angelegt, indem sie ein Anrecht auf Unterstützung begründet. Es ist das Prinzip von Gabe und Gegengabe. Wer etwas erhält, muss etwas zurückgeben. Das fördert den sozialen Zusammenhalt über zeitliche und räumliche Distanzen hinweg. Eine Einladung abzulehnen, und sei es nur zu einer Tasse Tee, gilt in Iran als unhöflich und beleidigend.

Mit Gastlichkeit verbunden sind Freigebigkeit und Großzügigkeit, eine offene Hand und ein offenes Herz haben, wie Iraner sagen. Großzügigkeit ist eine der wichtigsten Tugenden und sie muss erwidert werden. Das ist die unausgesprochene Regel.

Das Recht des Königs

Das Prinzip der Gastlichkeit ist eine sehr alte Tradition und geht auf die höfischen Sitten der altiranischen Großkönige zurück. Bereits in vorislamischer Zeit war die Bewirtung ausländischer Gäste am Hofe des Schahs eine selbstverständliche und hochgeachtete Tugend. Sie war oft allerdings auch eine gute Gelegenheit, um politische Bündnisse zu schließen, den grenzüberschreitenden Handel mit den benachbarten Völkern zu gewährleisten oder sich die Treue der Untertanen zu sichern.

Freigebigkeit galt als ein königliches Privileg, etwas, das nur ein Herrscher gewähren konnte. Es war praktisch seinem Wesen immanent, wie eine Charaktereigenschaft. Der König belohnte die Treue seiner Untertanen durch Geschenke, ein solches abzulehnen galt als Beleidigung. Der griechische Historiker Xenophon berichtet in seinem Bericht, Anabasis, Der Zug der Zehntausend, über das Verhalten von Kyros, dem Sohn von Dareios dem Großen:

»Daß er in der Größe seiner Wohltaten seine Freunde übertraf, ist nicht verwunderlich, da er ja die größeren Mittel dazu besaß. Daß er in der Fürsorge seinen Freunden überlegen war, und in der Bereitschaft, ihnen eine Gunst zu erweisen, das scheint mir wenigstens bewundernswerter zu sein.«

Dieses altiranische Königsideal wurde von den nachfolgenden Herrschern übernommen, wie spätere Reisende immer wieder berichteten.

Die Freigebigkeit des Königs war allerdings keine einseitige Geste, sondern stand in einem engen Verhältnis mit den Loyalitätsgaben der Regierten. Alle Untertanen im persischen Großreich waren verpflichtet, dem Großkönig ihre Loyalität zu erweisen. Die Reliefdarstellungen des Apadana-Treppenaufgangs in Persepolis, der altpersischen Königsresidenz, belegen eindrucksvoll, wie die Gesandtschaften der iranischen Völker dem König ihren Tribut zollten. Immer zu Neujahr (pers. Nowruz) und zum Herbstanfang kamen sie ihrer Verpflichtung nach, dem König Geschenke aus ihren Ländern zu überbringen. Zu jener Zeit regierte König Dareios der Große über 29 verschiedene Völker. Aus jener Zeit stammt somit auch das altiranische Zeremoniell des Schenkens, das bis heute ein fester Bestandteil der persischen Neujahrsfeierlichkeiten darstellt.

Persische Gastfreundschaft bei der Konferenz Marktchancen Iran

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Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Konferenz Marktchancen Iran Rückblick 2016

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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