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PDCA – Ein Lean-Konzept, das Fortschritt bringt

PDCA – Ein Lean-Konzept, Das Fortschritt Bringt

Das Streben nach Fortschritt ist für Unternehmen die Grundvoraussetzung, um dem stärker werdenden Konkurrenzdruck standzuhalten. Nur mit frischen Ideen, neuen Methoden und Konzepten kann man sich am Markt positionieren und einen anspruchsvollen Kundenstamm halten. Effiziente, funktionierende Prozesse sind unverzichtbar, genauso wie eine Verbesserung der Abläufe und Produkte.

Welche Konzepte der Prozessverbesserung gibt es?

Die Forschung hat zahlreiche Methoden hervorgebracht, die sich mit Effizienzsteigerung und Fortschritt, Innovationssuche und Ideenfindung befassen. Wir haben uns beispielsweise mit der Blue Ocean Strategy beschäftigt, die es ermöglicht, eine Geschäftstätigkeit auszudehnen, um unbekannte Marktsegmente zu erschließen.

Eine Methode, die eine stetige Verbesserung von Abläufen zum Ziel hat, ist die Verbesserungs-Kata. Langfristig geht es dabei darum, einen Prozess zu durchlaufen, der mit der Analyse eines Ist-Zustandes beginnt, und uns im Ideal-Fall zu einem angestrebten Zielzustand bringt. Auf diesem Weg tauchen verschiedene Hindernisse auf, die es zu bewältigen gibt. Toyota hat diesen Begriff der Verbesserungs-KATA geprägt und hat ein Verfahren benannt, den PDCA-Zyklus, der uns schrittweise in die Richtung des Zielzustandes kommen lässt.

PDCA-Zyklus: Was steckt hinter der Lean Methode?

Bei dem PDCA-Kreislauf handelt sich um ein experimentelles Verfahren, das die nicht funktionierenden Teilbereiche eines Ablaufs präzise unter die Lupe nimmt. Der Ursprung der Methodik liegt im Japan der 1950er Jahre. Auch wenn man den Begriff damals noch nicht direkt verwendete, so wurde diese wissenschaftliche Methode damals bereits in mehreren Vorträgen beschrieben, u. a. von W. Edwards Deming. (M. Rother, Die Toyota KATA, S. 143f)

PLAN
Bei dem Verfahren wird zunächst ein Plan bestimmt, der die Hypothese formuliert und die zu erwartenden Ergebnisse beschreibt.

DO
Dieser Plan wird ausgeführt und die vorher getroffenen Annahmen werden überprüft.

CHECK
Das Resultat wird mit dem vorher angenommenen Ergebnis verglichen.

ACT
Sofern es zu Abweichungen kommt, beginnt der Kreislauf von vorn. Die Anpassungen müssen so lange stattfinden, bis der Zielzustand erreicht ist.

Plan Do Check Act Lean Management

Pläne sind Dinge, die sich ändern.

Fujio Cho, Chairman der Toyota Motor Corporation

 

Im Laufe der Zeit hat Toyota den PDCA-Zyklus um den Begriff „Go and See“ erweitert. Gemeint ist damit, dass in jedem Schritt des Prozesses eine Bestandsaufnahme des tatsächlichen erfolgen sollte, schließlich ändert sich die Sachlage auch kontinuierlich wieder.

Was sagen die Experten zur PDCA-Methode?

Die Wissenschaft, insbesondere die Experten rund um Lean, sind große Fürsprecher der Methode, um eine kontinuierliche Verbesserung zu erzielen. Mike Rother beschreibt in seinem Buch beispielsweise, warum Experimente die Ursache allen wissenschaftlichen Vorsprungs sind. Neue Thesen und Erfahrungen können seiner Meinung nach ausschließlich mit Hilfe von Versuchen belegt werden.

Er verdeutlicht, dass ein Weiterkommen aber auch nur dann möglich ist, wenn ein Problem existiert, dass es zu lösen gilt. Teil der Verbesserungs-KATA von Toyota sei daher nicht ohnehin die Formel „Kein Problem = Ein Problem“.

Da der Weg nach vorne eine Grauzone ist, müssen wir experimentieren, wenn wir Fortschritt wollen.

M. Rother, Die Toyota KATA

 

Oft schleicht sich jedoch der Fehler ein, dass eine Überprüfung der Ergebnisse innerhalb des PDCA-Kreislaufs erst zu spät erfolgt. Mike Rother vergleicht das beispielsweise mit dem Wunsch abzunehmen: Man erkennt das Übergewicht erst, wenn man schon enorm zugelegt hat, dabei wäre eine Gewichtsreduktion von 1-2 kg ein wesentlich leichter zu erreichendes Ziel gewesen. Er rät, den Gesamtprozess in kleinere, weniger drastische Sequenzen zu zerlegen, um sich in einfacheren Schritten dem Zielzustand zu nähern. Damit verbunden sind regelmäßige Checks und Überprüfungen. Diese sind aber nicht gedacht, um Mitarbeiter zu kontrollieren, sondern um Hindernisse zu identifizieren und Probleme zu benennen. Nur so können Probleme aufgedeckt frühzeitig dagegen angesteuert werden.

Die Lean Erfolgsmethoden sind mehr als nur PDCA

In der Theorie sind PDCA und auch andere Lean-Methoden schnell erklärt. Die praktische Umsetzung ist dagegen für viele Unternehmen eine ernst zu nehmende Herausforderung. Auf der Leitveranstaltung Production Systems im Haus der Wirtschaft in Stuttgart wurde sich intensiv über Implementierung, Wirksamkeit und Herausforderungen mit Lean Management ausgetauscht. Mit dabei waren Referenten z. B. von Scania AG, Worthington Cylinders GmbH, RECARO Aircraft Seating GmbH & Co. KG, Festool Engineering sowie Paul Hartmann AG. Lesen Sie jetzt alle Highlights im Konferenzrückblick.

Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Dieses Verständnis vom „PDCA“ ist nicht für eine komplexe Welt geeignet.

    Wenn mehrere Prozesseigner gleichzeitig im Plan „zu-erwartende Ergebnisse“ formulieren und diese Erwartungen sich gegenseitig beeinflüssen (wie es bei komplexen Zusammenhänge der Fall ist), ist es zu „erwarten“, dass falsche „Ergebniserwartungen“ erweckt werden.

    In komplexen zusammenhänge ist dieses Verständnis vom PDCA einfach nur falsch.

    Wir benötigen Modelle die diese Komplexität beherrschen. Nicht Modelle welche die Komplexität blenden.

    Unternehmensberater (siehe KATA Referenz) haben Interesse solche Modelle auf dem Markt zu bringen, weil sie einfach zu verstehen und umzusetzen sind. Aufpassen!

    KATA ist einfach aber falsch. Nach Donny Miller *: in Zeiten von HOSHIN KANRI, Lean-Ignoranz (durch KATA) ist eine Wahl.

    Mehr infos unter http://www.hoshinkanriforest.com und natürlich gerne hier oder per h4lean@gmail.com können wir weiter über die Themen diskutieren bzw. Ideen challengen.

    Beste Grüße,
    H4

    * Original Quote: “In the age of information, ignorance is a choice.”

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