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Overall Equipment Effectiveness und Arbeitsproduktivität als Kennzahlen moderner Produktionsunternehmen

Overall Equipment Effectiveness  Und Arbeitsproduktivität Als Kennzahlen Moderner Produktionsunternehmen
Beitragsserien: Kolumne Eckhard Eyer: Leistungsvergütung in der Industrie

Um die Produktivität Ihres Unternehmens zu messen, gibt es verschiedene Kennzahlen. Eckhard Eyer schreibt auf unserem Blog regelmäßig über die Möglichkeiten der Leistungsmessung und -vergütung. Heute stellt er Overall Equipment Effectiveness (OEE) und Arbeitsproduktivität vor und erläutert Ihnen, worauf es bei diesen Leistungskennzahlen ankommt.

Eckhard Eyer studierte Maschinenbau in Kaiserslautern und Betriebswirtschaftslehre in Mannheim. Nach Stationen in der Industrie arbeitete er von 1989 bis 1997 im Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (IfaA) in Köln, im Fachbereich Entgeltgestaltung. Eckhard Eyer ist Geschäftsführender Gesellschafter der Perspektive Eyer Consulting, Ockenfels, mit dem Arbeitsschwerpunkt: Beratung bei der Gestaltung und Umsetzung von Führungs- und Entgeltsystemen, insbesondere von Leistungsentgeltsystemen. 

Eckhard Eyer

Eckhard Eyer

Unternehmen werden nicht zuletzt über Management Informationssysteme und Kennzahlen gesteuert. In produzierenden Unternehmen wird zunehmend die Leistungskennzahl, der Key Performance Indikator (KPI) Overall Equipment Effectiveness (OEE) geschätzt und eingesetzt. Da liegt es nahe bei der Einführung von Leistungsentgeltsystemen, auf der Basis des Kennzahlenvergleichs, die bereits im Betrieb genutzten und bewährten KPI heranzuziehen.

Overall Equipment Effectiveness

Die Leistungskennzahl OEE, die Gesamtanlageneffektivität, ist mittlerweile in vielen – auch mittelständischen – Unternehmen State oft the Art. Sie hilft, die Produktivität, die Rentabilität und die Gesamteffektivität von Produktionsanlagen (Maschinen, Fertigungszellen, Fließbänder usw.) im Kontext mit dem Fertigungsprozess zu ermitteln, zu überwachen und zu verbessern. Sie berücksichtigt die häufigsten und wichtigsten Quellen von Produktivitätsverlusten in der Fertigung. Der OEE-Wert basiert auf den drei Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität.

Da bei der OEE die Anlagen, das Investment im Fokus der Betrachtung steht, stellt sich bei einer Leistungsvergütung, der Honorierung der menschlichen Leistung, auch die Frage, ob diese OEE als Kennzahl alleine ausreicht oder ob nicht zusätzlich, als flankierende KPI, auch die Produktivität der Mitarbeiter, die Arbeitsproduktivität gemessen werden soll. Und dies nicht zuletzt auch deshalb, damit nicht die OEE mit einem betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigenden Aufwand an Mitarbeitern maximiert wird.

Arbeitsproduktivität

Die Arbeitsproduktivität ist das Verhältnis vom Output eines Arbeitssystems zu Input an Arbeitszeit. Der Output kann mit arbeitswirtschaftlichen Daten wie zum Beispiel Stück, Gutstück und Zeit gemessen werden oder mit betriebswirtschaftlichen Daten wie zum Beispiel Rohertrag, Umsatz und Wertschöpfung, jeweils bezogen auf die eingesetzte Arbeitszeit. Als Arbeitszeit kann, abhängig von der Situation, die erfasste Arbeitszeit oder die vertraglich vereinbarte und vergütete Arbeitszeit herangezogen werden.

Gestaltung von Leistungsentgeltsystemen aufgrund von OEE und AP

KostentrendanalyseBei der Gestaltung von Leistungsentgeltsystemen stellt sich auch immer die Frage, was die Kosten des Leistungsentgeltes, der Prämie, sind und welche Kosteneinsparung das Unternehmen durch die Leistungssteigerung hat. In der betrieblichen Praxis kommt es nicht selten vor, dass im ersten Anlauf die Produktion und das Industrial Engineering auf die verbesserte OEE stolz sind und das Controlling fragt, was die verbesserte OEE in Euro und Cent bringt, wenn der verbesserten OEE keine zusätzlichen Aufträge, die die gewonnenen Kapazitäten auslasten, gegenüberstehen.

Das Controlling argumentiert nicht selten, dass die Investitionskosten auf weniger Betriebsstunden umgelegt werden müssen und damit die Maschinenstundensätze steigen. Nicht selten sieht das Controlling keine win-win-Situation und wenn, dann nur durch die erhöhte Arbeitsproduktivität, die zu geringeren Lohnstückkosten führt. Diese Einsparung finanziert aber die Prämie der Arbeitsproduktivität.

Gemeinsam erfolgreich

Performance ManagementDie Erfahrung zeigt, dass im Zweifel die Glaubwürdigkeit des Controllings beim CEO höher ist als die des Industrial Engineering. In der betrieblichen Praxis hat es sich angesichts dieser Situation bewährt, dass das Industrial Engineering rechtzeitig das Controlling in den Gestaltungsprozess des Leistungsentgeltes einbezieht und das Controlling das Denken und Handeln der Produktion versteht. Somit wird vermieden, dass ein Leistungsentgelt mit einer Erfolgsbeteiligung verwechselt wird, was häufiger der Fall ist. Gute Lösungen beim Leistungsentgelt, die erfolgreich umgesetzt werden, benötigen deshalb nicht nur die angemessene Einbeziehung von Human Resources und Betriebsrat durch das Industrial Engineering sondern auch die des Controllings.

Neue Wege der Leistungsvergütung für Lean Production und digitalisierte Arbeitsplätze

Lassen Sie sich von Eckhard Eyer bei dem Seminar Leistung.Entgelt.System über die modernen Vergütungssysteme auf den neuesten Stand bringen. Diskutieren Sie außerdem darüber, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf Arbeitsorganisation und Entgelt hat.
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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