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Outsourcing in Banken: Strategische Neuausrichtung am Sourcing-Markt

Outsourcing In Banken: Strategische Neuausrichtung Am Sourcing-Markt

Herr Wagenknecht erzählt uns in seinem Interview über die neusten Trends und Entwicklungen im Sourcing-Markt. Welche Chancen und Risiken sind beim Outsourcing zu beachten? Und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die neue MaRisk Novelle?

Daniel Wagenknecht ist Senior Manager bei KPMG in Frankfurt/M. im Bereich Financial Services und betreut dort Banken und Versicherungen zu IT-Management-Themen. Fokussiert hat er sich auf das Thema Sourcing und führt seit mehr als neun Jahren Beratungsprojekte in der Financial Services Branche durch – insbesondere unterstützt er Mandanten bei der Entwicklung von Sourcing Strategien, Auswahl passender Dienstleister, Konzeptionierung und Aufbau des Sourcing Managements sowie bei der Umsetzung von aufsichtsrechtlichen Anforderungen (KWG, MaRisk). Zuvor studierte er Informatik und Wirtschaftswissenschaften mit dem Abschluss als Bachelor und ergänzte dieses Studium berufsbegleitend mit dem Master in Accounting & Finance.

Neue Geschäftsmodelle und strategische Implikationen

Welche aktuellen Trends und Entwicklungen sehen Sie bei Banken und dem Sourcing-Markt?

Stichworte wie „Digitalisierung“ und „Internet of Things“ ist in aller Munde und macht auch vor den Banken nicht halt. Dazu kommen zahlreiche FinTechs, die am Markt auftreten und Teile der Wertschöpfungskette der Banken übernehmen. Dies beeinflusst erheblich das Geschäftsmodell der Banken und erfordert eine strategische Neuausrichtung des Sourcing Managements. Denn Banken sind darauf angewiesen, zunehmend mit einer breiteren Palette an Anbietern am Markt zu kooperieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die in der Vergangenheit gültigen Sourcing Strategien mit langlaufenden und stabilen Auslagerungsverträgen sollten vor diesem Hintergrund hinterfragt werden. Zukünftig werden zunehmend kleine, flexible und agile Lösungen vonnöten sein, die mittels Sourcing von Dienstleistern beschafft werden. Um diesen Trend begegnen zu können, sind Banken gefordert eine starkes Sourcing Management aufzubauen – nicht nur um die Regulatorik zu erfüllen.

Vor- und Nachteile beim Outsourcing

Welche Chancen und Risiken bestehen beim Auslagern von Prozessen?

Waage

Auslagerungen sind Fluch und Segen zugleich. Zum einen kauft man sich durch ein Sourcing-Vorhaben spezialisiertes Wissen und Know-how ein – bestes Beispiel ist hier wieder die Kooperation mit einem FinTech, welches eine innovative Lösung anbietet. Zum anderen begibt man sich durch eine Auslagerung auch in eine Abhängigkeit vom Dienstleister, die mit der Zeit zunimmt, je länger die Auslagerung besteht. Es gilt also immer abzuwägen, welche Ziele man tatsächlich mit dem Auslagerungsvorhaben verfolgt und welche Risiken man auf der anderen Seite eingeht. Vor diesem Hintergrund liegt es auf der Hand, dass die Bankenaufsicht entsprechende Regularien erlassen hat, die genau diese Risikobetrachtung und die erforderliche Umsetzung von Maßnahmen vorschreibt.

Die 5. MaRisk Novelle

Die Vorgaben im Outsourcing-Umfeld haben sich verschärft. Welche Meinung haben Sie zu der neuen MaRisk-Novelle?

Das Thema Auslagerungen ist bereits seit einigen Jahren im Fokus von Aufsichtsprüfungen – insbesondere vor dem Hintergrund der mit Auslagerungen verbundenen Risiken. Besonders zu Beginn wurden hier oftmals schwerwiegende Feststellungen identifiziert, da die in KWG und MaRisk enthaltenen Vorgaben einigen Interpretationsspielraum ermöglichten. Im Laufe der Zeit und der Erfahrungen der Prüfungspraxis kristallisierte sich nach und nach die konkreten aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Überwachung und Steuerung von Auslagerungen heraus. Sehr stark war das in den letzten Jahren nach der 4. MaRisk Novelle (2012) zu beobachten. Meiner Meinung nach ist die aktuelle 5. MaRisk Novelle keine grundlegende Neuigkeit, sondern vielmehr eine Konkretisierung und Detaillierung der bereits bekannten Prüfungspraxis und Interpretation der MaRisk. Auch der Aufbau eines zentralen Auslagerungsmanagements ist einigen Banken nicht neu, bevor es in der 5. MaRisk Novelle tatsächlich vorgeschrieben wurde. Hat eine Bank also vormals bereits ein ordnungsgemäßes Sourcing Management in der Organisation etabliert, ist hier nicht viel zu befürchten. Eine grundlegende Verschärfung ergibt sich jedoch im Umgang mit Software und den damit verbundenen Unterstützungsleistungen, die teilweise als Auslagerung zu behandeln sind. Hierdurch ist eine steigende Anzahl an Auslagerungssachverhalten bei Banken zu erwarten. Zusätzlich wurden die neuen „Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT“ (BAIT) veröffentlicht. Sie verschärfen die Anforderungen an den sonstigen Fremdbezug von IT-Dienstleistungen. Wie diese tatsächlich umgesetzt werden, wird sich in der Praxis in naher Zukunft zeigen.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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