Frankfurt soll wachsen, aber bitte nicht in meiner Nachbarschaft!

Frankfurt

Der neue Stadtteil in Frankfurts Norden, der an Steinbach und Eschborn angrenzen soll, sorgt für viel Diskussion. Zwar begrüßen es Einwohner und Politiker aus den Nachbarstädten, dass bezahlbarer Wohnraum entstehen soll, sie fürchten jedoch mehr Verkehr, Umweltprobleme sowie eine Eingemeindung. Was hat es mit diesem neuen Stadtteil auf sich und wie viele Wohnungen sollen entstehen? Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Diskussion.

Frankfurt braucht mehr Wohnraum

Dass Frankfurt mehr Wohnraum benötigt, steht außer Frage. Seit Jahren wächst die Einwohnerzahl und liegt momentan bei 736.000. Bis zum Jahr 2030 werden noch weitere 80.000 Neu-Frankfurter erwartet. Wo sollen diese Menschen wohnen? Es werden zwar zahlreiche neue Wohnhochhäuser in Frankfurt realisiert, diese richten sich jedoch meist an ein eher wohlhabendes Publikum. Mit anderen Worten, Frankfurt fehlt es an bezahlbarem Wohnraum und auch an Platz, wo diese Wohnungen entstehen können. Aus diesem Grund wurde bereits Anfang der 2000er Jahre die Entwicklung des Stadtbezirks Riedberg in Angriff genommen. Bis 2020 sollen dort 16.000 Einwohner einen neuen Platz zum Wohnen finden. Doch das reicht bei Weitem noch nicht aus!

Bauen

550 Hektar für 30.000 Einwohner

Aus diesem Grund plant Planungsdezernent Mike Josef (SPD) einen weiteren neuen Stadtteil in Frankfurt entstehen zu lassen, der fast doppelt so groß wie der Riedberg sein soll. Der neue Stadtteil Frankfurts ist für den Nordwesten der Stadt geplant. Genauer gesagt zwischen den Stadtteilen Niederursel, Praunheim und Riedberg sowie den Nachbarstädten Eschborn, Steinbach und Oberursel. Über 550 Hektar umfasst dieses Gebiet an der A5, wovon rund 190 Hektar als Bauland genutzt werden können. Demnach sollen bis zu 11.000 Wohnungen für ungefähr 30.000 Einwohner geschaffen werden. Geplant ist jedoch nicht nur eine Wohnsiedlung, sondern ein urbanes Quartier mit hoher Lebensqualität. Daher soll auch Gewerbe im neuen Stadtteil Frankfurts angesiedelt werden, genauso wie Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten.

Die Planung befindet sich am Anfang und stößt bereits auf Kritik

S-BahnNoch befindet sich Frankfurt ganz am Anfang der Planung seines neuen Stadtteils. Vorbereitende Untersuchungen werden gerade auf den Weg gebracht, um zu klären, wie die Verkehrsinfrastruktur und die Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel realisiert werden können. Erst danach kann die Planung des Wohnraums beginnen.

Auch die klimatischen und ökologischen Folgen des neuen Stadtteils werden untersucht. Viele Kritiker behaupten, dass durch die Bebauung nicht nur wertvoller Ackerboden, sondern auch Naherholungsflächen wegfallen, welche zudem Frischluft garantieren. Auch das hohe Verkehrsaufkommen durch den neuen Bezirk wird stark kritisiert. Zudem befürchten die Nachbarstädte Steinbach und Eschborn eine Eingemeindung.

Sie sehen, es gibt noch zahlreiche Hürden auf dem Weg zum neuen Stadtteil Frankfurts. Frühestens in fünf Jahren kann mit einem Baubeginn gerechnet werden. Wenn alles problemlos verläuft, sind die ersten Wohnungen also in zehn Jahren bezugsfertig. Dass alles problemlos verläuft, ist jedoch aufgrund der bestehenden Kritik schon jetzt eher unwahrscheinlich.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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