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Neue Geschäftsmodelle am digitalen Strommarkt

Neue Geschäftsmodelle Am Digitalen Strommarkt

In Zukunft wird weniger Energie in zentralen Großkraftwerken erzeugt werden. Stattdessen rücken erneuerbare Energien in den Vordergrund, die dezentral gewonnen werden und nicht immer verfügbar sind, wenn man sie braucht. Damit auch bei Windstille und Regen eine zuverlässige Versorgung gewährleistet werden kann, müssen in Zukunft die Stromerzeugung, sein Verbrauch und auch das Zusammenspiel von Netzen, Kunden und Speichermöglichkeiten koordiniert werden. Durch die dafür erforderlichen „intelligenten“ Netze entsteht ein Smart Market für Energie, der viel Potenzial für neue Geschäftsmodelle bietet.

Der neue Strommarkt: Dezentralisiert und digital vernetzt

Durch den Smart Grid sind alle Akteure des Strommarkts digital vernetzt und die Verteilung des Stroms wird automatisiert gesteuert – so der Grundgedanke. Da die Erneuerbaren Energien nicht zentral erzeugt sowie die Erzeugungsstandorte räumlich weiter von Verbrauchern entfernt sein werden, kommt diesem Netz eine besondere Bedeutung zu.

Denn mit der digitalen Vernetzung und den erneuerbaren Energien verschwimmen auch die Grenzen zwischen Stromanbietern und -verbrauchern. Auch Großunternehmen oder Privathaushalte können in die Stromerzeugung und Speicherung einsteigen – ob mit der Solaranlage auf dem Dach und einem eigenen smarten Stromspeicher, mit einem Blockheizkraftwerk oder gleich einem eigenen Windpark. Das große Stromsystem wird sich aufgliedern in kleinere Zellen, die auf Selbstorganisation setzen.

Bild vom Schema des Smart Grids

Der Smart Grid.
Bildnachweis: ag visuell |de.fotolia.com

Dabei werden die Übertragungs- und Verteilnetze ganz und gar nicht an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil verbinden sie die kleineren „Zellen“ zu einem Smart Market für Strom, auf dem neue Geschäftspotenziale entstehen.

Handlungsfelder im neuen Energie- und Strommarkt

Selbst Erzeugen, Speichern und Verkaufen: Quereinsteiger diversifizieren den Markt

Bereits jetzt erzeugen viele ihren Strom selbst. Ob große Unternehmen oder Privathaushalte. Da die Produktion erneuerbarer Energien schwankt, werden auch Speicher in Zukunft eine große Rolle spielen. Energiespeicher können Fluktuationen bei Stromerzeugung und Nachfrage ausgleichen, indem sie in Überschussphasen Energie aufnehmen und diese bei Bedarf wieder abgeben. Die Größe von solchen Speichern reicht von riesigen Pumpspeicherkraftwerken bis zu kleinen Batterien, die man auch im Haushalt vorhalten kann.

Energieverbrauch

Zentrale Großkraftwerke werden zusehends durch neue Anbieter am Strommarkt ergänzt.
Bildnachweis: Björn Wylezich | de.fotolia.com

Theoretisch kann also jedes Unternehmen an seinen Standorten Strom erzeugen und speichern – oder auch an den örtlichen Netzbetreiber verkaufen. Über smarte Stromzähler kann das vollautomatisch passieren. So könnten große Unternehmen den Quereinstieg wagen und selbst in der Stromerzeugung aktiv werden.

Stützende Dienstleistungen im IKT-Bereich benötigt

Der dezentrale Umgang mit Strom erfordert eine Kommunikationsinfrastruktur, die alle Teilnehmer am Stromnetz zu einem Markt vereint. Das bedeutet auch, dass ehemalige Verbraucher, die nun selbst produzieren, ganz neue Daten kommunizieren müssen. Denn bislang beschränkte sich die Erfassung von Messwerten darauf, Zählerstände für den Stromhändler bereitzustellen, damit dieser seine Abrechnung machen konnte. Mit einer Vielzahl kleiner Anbieter am Strommarkt wird es aber notwendig, den Datenfluss in mehrere Richtungen zu organisieren. Um das zu gewährleisten, braucht es Unternehmen, die eine Infrastruktur für die Kommunikation zur Verfügung stellen.

Bild von Tablet-Anwendung zur Steuerung eines Smart Homes

Bildnachweis: Brian Jackson | de.fotolia.com

Bei den vielfältigen Akteuren, die am Strommarkt teilnehmen, braucht es außerdem Lösungen, um anfallende Daten „smart“ zu machen. Big Data kann helfen, die Steuerung des Gesamtnetzes durch Vorausberechnungen effizienter und zuverlässiger zu machen.

Die Zukunft der großen Energieversorger

Durch die Liberalisierung des Strommarkts haben die großen Energieversorgungsunternehmen mehr Konkurrenz. Deshalb werden sie sich neue Geschäftsmodelle erschließen müssen. Das bedeutet aber auch Chancen: denn sie besitzen einen Startvorteil, den sie um kundenorientierte Dienstleistungen ergänzen können. Sie können beispielsweise ins Erzeugungsmanagement einsteigen, als Berater und Planer bei Energieeffizienzprojekten fungieren oder virtuelle Kraftwerke betreiben. Auch sind Kooperationen mit Technologie- oder Telekommunikationsunternehmen denkbar, die für den Energiemarkt entwickeln, um Innovationen zu unterstützen und später davon zu profitieren.

Voraussetzungen für neue Geschäftsmodelle im Energiebereich

Es gibt also vielfältige Handlungsfelder am neuen Strommarkt, die nicht nur für alteingesessene Branchenakteure interessant sind. Neue Geschäftsmodelle locken auch Quereinsteiger, die selbst zu Versorgern werden oder neue Dienstleistungen für den Markt anbieten möchten. Wir sind gespannt, wie sich die Energiewirtschaft in Zukunft entwickeln wird.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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