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Nachhaltige Alternativen zu Plastik in deutschen Einzelhandelsketten

Nachhaltige Alternativen Zu Plastik In Deutschen Einzelhandelsketten

Plastikverpackungen sind heutzutage noch immer nicht aus dem Lebensmitteleinzelhandel wegzudenken. Nicht nur Discounter, sondern auch klassische Supermärkte nutzen Plastikverpackungen in der Obst- und Gemüseabteilung. Kein Wunder, dass Deutschland im Punkto Hausmüll mit 614 Kilogramm pro Kopf in Europa fast an der Spitze liegt. Nun soll dem mit einem EU-Verbot für Einwegplastik ab dem Jahr 2021 entgegengewirkt werden. Wir haben für Sie zusammengefasst, was das für den deutschen Einzelhandel bedeutet und welche Alternativen zu Plastik bereits genutzt werden.

Verbraucher fordern plastikfreies Einkaufen

Plastik hat einen immer schlechter werdenden Ruf. Es vermüllt nicht nur die Ozeane, sondern gelangt über kleinste Mikropartikel in unsere Lebensmittel und somit in den menschlichen Körper. Immer mehr Verbraucher wünschen sich deshalb ein möglichst plastikfreies Einkaufen. Laut einer NABU Umfrage im Jahr 2014 bevorzugen 76 Prozent der Befragten unverpacktes Obst und Gemüse. Außerdem sind 85 Prozent dazu bereit, eigene Taschen für den Obst- und Gemüseeinkauf mitzunehmen. Die Zahlen sind eindeutig. Doch wie gehen die einzelnen Handelsketten damit um?

Nachhaltige Alternativen zu Plastik in deutschen Supermärkten

Viele Einzelhändler sind bereits auf den Zug der Reduzierung von Einweg-Produkten aufgesprungen. Wir haben zwei Praxisbeispiele für die Integration von Mehrwegprodukten im Supermarkt für Sie zusammengefasst.

  Edelstahlstrohhalme statt Plastik

Rund 4,8 Milliarden Plastikstrohhalme werden weltweit pro Jahr weggeworfen. Genau einer dieser Gründe, weshalb ab 2021 das Verbot für solche Einweg-Plastikprodukte gelten soll. Das Gesetz fordert eine wiederverwendbare Alternative aus Materialien wie beispielsweise Edelstahl oder Papier.

Rewe geht dieser Forderung jetzt mit der Einführung von Mehrweg-Trinkhalmen aus Edelstahl nach. Seit dem 08. April 2019 gibt es die plastikfreie Alternative in den Märkten zu kaufen. Die noch vorhandenen Plastikhalme sollen dementsprechend nach und nach abverkauft werden.

Auch bei Real werden ab sofort Papierstrohhalme und bei Edeka To-Go-Becher aus Bambus verkauft.

  Mehrwegnetze ersetzen Plastikbeutel

Gerade in der Obst- und Gemüseabteilung sind Plastikverpackungen bisher kaum wegzudenken. Seien es die verpackten Tomaten, Äpfel oder die in Folie eingeschweißten Salatgurken – plastikfrei Obst und Gemüse einzukaufen ist scheinbar unmöglich. Um dem nach und nach ein Ende zu setzen, werden in vielen deutschen Handelsketten jetzt waschbare Mehrwegnetze oder Papiertüten aus recyceltem Papier angeboten.

Real will in diesem Sinne bis Ende 2020 jegliche Plastikverpackungen in der Obst- und Gemüseabteilung vollständig abschaffen. Dadurch können laut CEO Patrick Müller-Sarmiento an die 70 Millionen Plastikbeutel und somit 140 Tonnen Kunststoff eingespart werden.

Branchenmeinungen zu dem neuen Plastikverbot

Der Handelsverband Deutschland (HDE) ist mit der Entscheidung des Parlaments mehr als unzufrieden und ein scharfer Kritiker des Verbots. Seiner Meinung nach kann durch das Verbot von Einweg-Plastikprodukten die Sauberkeit der Weltmeere nicht erreicht werden. Der HDE fordert daher ein Gesamtkonzept für hochwertiges Recycling. In diesem Sinne vereinbarte der Handelsverband zusammen mit dem Bundesumweltministerium Anfang des Jahres ein Verpackungsgesetz, welches Hersteller verpflichtet, höhere Entsorgungskosten für umweltunfreundliche Verpackungen zu zahlen.

Viele Branchenexperten bezweifeln ebenso den Nutzen des Plastikverbots in Europa. Bekannt ist, dass nicht Europa, sondern viel mehr Asien für den Großteil der Verschmutzung der Meere verantwortlich ist. Rund 80 Prozent des Mülls stammt dementsprechend aus Asien.

Verheerende Folgen für viele Hersteller

Von den Folgen des Verbots von Einwegplastik sind vor allem viele Hersteller betroffen. Die Umstellung auf passende Alternativen zu Plastik Alternative kann für viele Unternehmen sehr teuer werden. Desweiteren können Unternehmen, welche keine Alternative besitzen, kaum auf dem europäischen Markt bestehen bleiben. Ein Beispielunternehmen hierfür ist Capri Sonne. Medienberichten zufolge ist der Schweizer Hersteller nicht in der Lage, seine Strohhalme bis 2021 zu ersetzen und ist dadurch gezwungen, den europäischen Markt zu verlassen.

Die Umstellung auf plastikfreie Alternativen bleibt eine Herausforderung

Das Verbot von Einwegplastik ist keine Frage ein wichtiger Schritt, um die Vermüllung der Weltmeere zu reduzieren. Hierbei soll vor allem der Verbraucher ein besseres Bewusstsein für die Nutzung von Plastik entwickeln, damit Plastik nicht mehr als Wegwerfprodukt, sondern gezielter genutzt wird.

Beim Kauf von Lebensmitteln ist aber vor allem die Hygiene ein wichtiger Punkt, sodass gerade das in Folie eingeschweißte Fleisch deshalb auch zukünftig vermutlich nicht anders verpackt werden kann, um die Schutzatmosphäre zu wahren. Die Umstellung auf plastikfreie Alternativen stellt also eine große Herausforderung für den Handel dar. Wir sind jedenfalls gespannt, welche nachhaltigen Alternativen zu Plastik sich im deutschen Einzelhandel weiterhin durchsetzen werden.

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Julia Rieth

Ich bin Auszubildende bei Management Circle und zurzeit in der Abteilung Marketing eingesetzt. Als angehende Veranstaltungskauffrau freue ich mich, Sie über die neusten Trends und aktuellsten Themen zu informieren.

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