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Mut, Architektur auch mal zu wagen!

Mut, Architektur Auch Mal Zu Wagen!

München hat ein schwieriges Verhältnis zu Hochhäusern. Doch gerade im Jahr 2018 gibt es Hoffnung, dass auch in der bayerischen Landeshauptstadt Hochhausbauten entstehen. Wir haben mit Architekt Fabian Ochs darüber gesprochen, warum München noch keine richtige Skyline besitzt und wo Hochhäuser entstehen können.

Fabian Ochs ist Architekt mit Leib und Seele. Zusammen mit fünf weiteren Kollegen bildet er die Geschäftsführung von OSA Ochs Schmidhuber Architekten. Nach seinem Architekturstudium in Stuttgart, New York und Zürich folgten erste berufliche Stationen in Stuttgart und München, bevor er 1998 für Herzog & DeMeuron in Basel und München arbeitete. 2000 schließlich gründete er mit Florian Schmidthuber sein eigenes Büro OSA Ochs Schmidhuber Architekten in München. Seitdem widmet er sich nicht nur mit großer Hingabe den übergeordneten städtebaulichen Themen Münchens, sondern baut zusammen mit seinem 30-köpfigen Team auch außergewöhnliche Bürowelten: So zum Beispiel die Europäische Hauptniederlassung für Arthrex in Freiham oder die Räumlichkeiten für die Universum Film GmbH.

München und seine Skyline

München ist nicht gerade für seine Skyline bekannt. Woran liegt das?

Skylines haben einen Wiedererkennungswert für eine Stadt und prägen ihr Erscheinungsbild. Das gilt auch für München. In München sind es die Kirchen, die Bavaria, das Dach des Olympiastadions und der Fernsehturm, die die Skyline prägen und das alles vor dem Hintergrund des phantastischen Alpenpanoramas.

Woran liegt es aber, dass ab Mitte der 1970er Jahre kaum noch architektonisch wertvolle Hochhäuser in München entstanden sind?

Zum einen ist die öffentliche Meinung und somit auch die der politischen Instanzen von einer gewissen konservativen Grundhaltung geprägt, zum anderen fehlt es vielleicht auch bei den Akteuren – und da schließe ich auch die Teilnehmer des jährlichen Immobilienforums in München ein – hier und da auch an Mut.

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München und Hochhäuser

Auf dem letzten Immobilienforum München war Prof. Dr. Gondring der Meinung, dass München aufgrund des Einwohnerzuwachses nicht um Hochhäuser herumkommen wird. Dr. Bertold Wild meinte hingegen, dass Hochhäuser zu teuer sind und daher eine Seltenheit bleiben werden. Wie sehen Sie das?

Wohnhochhäuser sind nicht die Allheilsbringer in dem auf absehbare Zeit  sehr angespannten Wohnungsmarkt in München, aber Sie können einen wichtigen Beitrag zu einer höheren Dichte leisten. Und diese höhere Dichte ist aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Stadt. Höhere Dichten erzeugen mehr Urbanität, mehr städtisches Leben. Die Dichte erfordert aber auch hohe Gestaltqualität, hochwertige Freiräume und moderne Mobilitätskonzepte.

 

Mögliche Standorte für Hochhäuser

Wo könnten Ihrer Meinung nach Hochhäuser in München entstehen?

Eine kurze Frage, auf die eine kurze Antwort schwierig ist. Wir arbeiten mit unserem OSA_future_lab aus eigenem Antrieb seit geraumer Zeit an einer „Hochhausstudie“ für München. Nach der Analyse der Hochhausstudie von Detlef Schreiber von 1977 und seiner Fortschreibung mit Prof. Ferdinand Stracke 1995 ist es unserer Ansicht nach Zeit, das Thema wieder auf die politische Agenda zu setzen. Wir wollen die Diskussion hierüber anregen und hier und da auch ein Hochhaus bauen. Die Stracke Studie von 1995 zeigt viele mögliche Standorte.

Mögliche Standorte für Hochhäuser

Wo könnten Ihrer Meinung nach Hochhäuser in München entstehen?

Eine kurze Frage, auf die eine kurze Antwort schwierig ist. Wir arbeiten mit unserem OSA_future_lab aus eigenem Antrieb seit geraumer Zeit an einer „Hochhausstudie“ für München. Nach der Analyse der Hochhausstudie von Detlef Schreiber von 1977 und seiner Fortschreibung mit Prof. Ferdinand Stracke 1995 ist es unserer Ansicht nach Zeit, das Thema wieder auf die politische Agenda zu setzen. Wir wollen die Diskussion hierüber anregen und hier und da auch ein Hochhaus bauen. Die Stracke Studie von 1995 zeigt viele mögliche Standorte.

Die Schwerpunkte für Hochhausentwicklungen der nächsten Jahre könnten folgende Zonen sein:

Einfallstraßen, Mittlerer Ring oder auch der dritte Ring (Frankfurter Ring, Wintrich Ring, Fürstenrieder Straße, Boschetsrieder Straße). Weitere Standorte an der Hauptbahnhof-Laim-Pasing-Achse sind möglich. Konversionsflächen bieten Potential für ein neues modernes Stadtbild: Werksviertel, Stadteinfahrt Ost zwischen A94 und Bahnanlage, Gleisdreieck Landsberger Straße. Wohngebiete in Wandlung wie Sendling oder Neuperlach et cetera.

Hochhaus

Wie hoch kann in München gebaut werden?

Wie hoch soll in München gebaut werden, sind Skyscraper in der Landeshauptstadt überhaupt realisierbar oder hat Frankfurt am Main in dieser Hinsicht nichts zu befürchten?

Architektur-Ikonen an den richtigen Stellen müssen möglich sein, aber nur wenn Sie die Stadt bereichern. Die Diskussion über 99 Meter Höhe oder mehr ist nicht zielführend, entscheidend sind andere Aspekte. Abgesehen davon müssen wir uns in keiner Weise auf einen Vergleich mit Frankfurt einlassen, da lebt es sich hier sowieso viel besser.

Gibt es ästhetische Hochhausbauten in München?

Stadtbaurätin Frau Prof. Dr. Merk behauptete dieses Jahr auf dem Immobilienforum München, dass bis jetzt noch niemand da war, der ihr ein schönes Hochhausprojekt vorgestellt hat. Können Sie uns einige Hochhäuser in München nennen, die Sie als ästhetisch empfinden (auch wenn diese nur 100 Meter hoch sind)?

Ich würde diese Aussage eher als Ansporn, denn als Erklärung für die wenigen Hochhäuser der Stadt interpretieren. Das BMW und das Hypo- Hochhaus sind immer noch mit die besten Exemplare der Gattung – eben geprägt durch den Mut der 70er Jahre. Vielen anderen schönen Projekten in München würde mehr Höhe guttun: O², Mercedes, Friends. Aber ich hoffe, dass auch unsere Projekte wie Atlas, Ridlerstraße und Anzinger Straße einen Beitrag zu einer positiven Hochhausdiskussion in München leisten werden.

München will hoch hinaus

München will hoch hinaus

Erfahren Sie im Rückblick des 10. Immobilienforums München, wo die Stadtverwaltung bereit ist, Hochhäuser zu bauen,warum Coworking bereits tot ist und wie die Generation Z ihre Immobilien gerne hätte!
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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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