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Montage heute und morgen: Ein Blick in die Zukunft

Montage Heute Und Morgen: Ein Blick In Die Zukunft

Neue Trends und Technologien wie Digitalisierung, Industrie 4.0 und Co: Dieser Wandel des produzierenden Gewerbes geht auch an der Montage nicht spurlos vorüber und zieht umfassende Konsequenzen mit sich. Der Vorsitzende unserer Konferenz Dipl.-Ing. Ingo Kwoka hat uns im Interview verraten, welche Veränderungen in nächster Zukunft auf uns zukommen und wie sich die Denkweisen zu Lean Management in den letzten Jahren gewandelt haben.

Dipl.-Ing. Ingo Kwoka berät Unternehmen und Organisationen bei der Transformation ihrer Geschäftsprozesse auf der Basis des Lean-Managements. Er begann seine berufliche Laufbahn 1985 bei der Nixdorf Computer AG, die er 1990 als Fachgebietsleiter Prozess-Engineering verließ. Bis 1996 war er bei Panasonic (Produktion Unterhaltungselektronik). Dort leitete er zunächst das Qualitätswesen, ab 1993 als Werkleiter das Endmontagewerk, zu dem auch die Planungs-, Logistik-, und Steuerungsfunktionen gehörten. Danach wurde er Unternehmensberater beim Kaizen Institute of Europe in Frankfurt. 1998 gründete er mit Partnern die Syncro Consult GmbH. Von 2009 bis 2018 war er Geschäftsführer der Syncro Experts GmbH & Co. KG in Oldenburg. Seit 2018 betreibt er freiberuflich die „SYNCRO Akademie Dipl.-Ing. Ingo Kwoka“, deren Schwerpunkt die Beratung und Ausbildung auf dem Gebiet des Lean Managements ist.

Was sind die großen Herausforderungen, mit denen die Montage im Jahr 2019 konfrontiert ist?

Die großen Herausforderungen liegen darin, den technologischen Wandel durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und neue Anwendungen wie zum Beispiel Augmented Reality auf sinnvolle Weise in die bestehenden Handlungsmuster zu integrieren. Sie zu erweitern beziehungsweise weiter zu entwickeln, mit vorhandenen Ansätzen zu kombinieren und nicht auf einen Trend als alleinigen Ansatz zu setzen.

Gesunder Menschenverstand

Welche Bedeutung hat Lean Management für die Montage?

Augmented Reality, Bildschirm, Projektion, Mann, TippenLean Management oder vielmehr die Prozessablaufverbesserung und -optimierung in der Montage sollten nach wie vor die Grundlage des Prozessdenkens in diesen Bereichen sein. Es macht keinen Sinn, nicht optimale Abläufe bezüglich der Produktivität (Zeit und Geld) zu digitalisieren und sie nur in eine andere technologische Form zu transformieren. Neben allen Vorteilen, die diese Techniken wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz mit sich bringen, sollte die natürliche Intelligenz oder simpel ausgedrückt die konsequente Nutzung des gesunden Menschenverstandes die maßgebliche Rolle spielen.

Lean ist die Voraussetzung für jede weitere sinnvolle Veränderung in einer Montage.

Dipl.-Ing. Ingo Kwoka | SYNCRO Akademie

 

Unterscheidet sich die Denkweise heute von der ursprünglichen in Japan?

Die grundlegende Denkweise heute ist entsprechend der ursprünglichen Denkweise in Japan. Die Synchronität in den Abläufen, die kurzen Durchlaufzeiten, die möglichst geringen Umlaufbestände in einer Montage, die Prinzipien Takt-Fluss-Pull sind immer noch die Säulen.

Lean ManufacturingDer Unterschied liegt in dem heute viel stärker notwendigen Verständnis des nicht sichtbaren Teils in solchen Systemen. Anfänglich war die Übernahme des Lean Managements technokratisch und methodenorientiert geprägt, das tiefe Verständnis der Wirkungszusammenhänge und der Frage, warum bestimmte methodische Ansätze gewählt wurden, fehlte aber weitgehend. Das muss in heutigen konzeptionellen Ansätzen für eine Lean-Transformation und damit zu optimierenden Montagesystemen in Form der dazu notwendigen Kommunikationsarten mit den beteiligten Prozesseignern und Menschen in der Montage einher gehen. Die Bedeutung der Erkenntnis „Menschen führen Prozesse“ ist in den Lean-Ansätzen oft zu spät verstanden worden.

Lean als Ursprung der Digitalisierung

Wie lässt sich Lean mit der Digitalisierung vereinbaren?

Simpel ausgedrückt ist Lean die Voraussetzung für jede weitere sinnvolle Veränderung in einer Montage! Für viele hochfrequent ablaufende Prozesse ist dann eine Digitalisierung der Workflows sehr nützlich zur weiteren Verkürzung von Durchlaufzeiten.

Wie wird sich Industrie 4.0 und KI auf den Menschen in der Montage auswirken?

Künstliche IntelligenzDie Aspekte, die sich aus den konkreten Ansätzen der Industrie 4.0 beziehungsweise aus  der KI ergeben, werden viele manuelle Tätigkeiten ersetzen, vereinfachen oder in Form kollaborativer Robotik erleichtern. Das notwendige Qualifikationsspektrum der Menschen wird sich verschieben wie in jeder bisherigen industriellen Revolution. Schon die Dampfmaschine hat Menschen die Arbeit „weggenommen“, allerdings auch vorrangig die nicht beliebten schweren körperlichen Arbeiten. Die jetzigen Ansätze werden ebenfalls einfache, stupide oder ergonomisch ungünstige Tätigkeiten für den Menschen verringern, aber eben auch viele neue Tätigkeitsformen schaffen.

Emotionen ausdrücklich erwünscht!

Haben Sie ein paar konkrete Tipps oder Anregungen, wie man die Mitarbeiter in der Montage als Einheit zum Lean Management bewegen kann?

Durch die richtige emotionale Ansprache und Kommunikation. Menschen handeln nur, wenn sie emotional eingebunden werden. Ansonsten reagieren sie zunächst mit Abwehrhaltung auf den Verlust des bisherigen Tuns, der sich ja automatisch aus dem Veränderungswunsch zu Neuem (das man nicht genau kennt) ergibt.

Diese Notwendigkeit ist oft in Führungsebenen zwar identifiziert und formuliert. Man hört „Die Menschen müssen mitgenommen werden“. Die Form der Mitnahme, zum Beispiel die wertschätzende und verbindende Kommunikation, ist aber oft sehr unklar.

Montage 2019: Wie sehen zukünftige Konzepte aus?

Die 18. Jahrestagung Montage bietet Ihnen mit Vorträgen, Workshops, interaktiven Sessions und einer Fachausstellung ein Rundumpaket, um sich zu den neuesten Entwicklungen zu informieren.  Augmented Reality, Mensch-Roboter-Kooperationen und Digitales Shopfloor Management – unsere Vorträge bieten einen spannenden Überblick. Mit dabei sind Vorreiter wie Audi AG, Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG, Festo AG und Co. KG sowie Diehl Aerospace GmbH.
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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