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Moderne Führung: Gründe für eine gezielte Führungskräfteentwicklung

Moderne Führung: Gründe Für Eine Gezielte Führungskräfteentwicklung

Digitalisierung, Disruption, Dezentralisierung und neue Ansprüche von Arbeitnehmern… Moderne Führung wird immer anspruchsvoller und ist eine wichtige Basis für den Unternehmenserfolg. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, eine gezielte Führungskräfteentwicklung voranzutreiben. Was bedeutet moderne Führung für den Unternehmenserfolg und welche Aspekte sollten Sie für eine gezielte Führungskräfteentwicklung beachten?

Das Unternehmen im Wandel: Neue Herausforderungen bei der Steuerung

Im 21. Jahrhundert sind Unternehmen vielen krassen Umbrüchen ausgesetzt. Ihr zukünftiger Erfolg ist davon abhängig, wie sie darauf reagieren. Nicht nur auf dem Markt, sondern auch intern. Denn dort funktioniert das alte Modell einer starren Hierarchie mit Entscheidern und Untergebenen, mit Kontrolle und Kritik schon lange nicht mehr. Und mit einer sich verändernden Organisation verändern sich auch die Ansprüche an Moderne Führung.

Betrachten wir nur einige der Entwicklungen:

1. Die Digitalisierung

Es ist fast schon überflüssig, sie zu nennen. Aber die Digitalisierung wird lange ein treibender Faktor in der Wirtschaft bleiben. Während viele Unternehmen noch nicht einmal ordentliche PCs und ein W-LAN bereitstellen, haben andere ihre Arbeit schon komplett dezentralisiert: Home Office, Desk Sharing, Cloud Services und Mobile Apps haben sich in die Prozesse geschlichen und verändern die Arbeit nachhaltig. Das natürlich nicht als Selbstzweck: Denn richtig eingesetzt sind sie in der Lage, Unternehmen schneller, flexibler und innovativer zu machen.

Doch wenn man eine solch radikale Modernisierung angeht, führt die Digitalisierung führt zu mindestens zwei Problemfeldern, mit denen sich Führungskräfte beschäftigen müssen.

Lebensauffassung

A) Neue Ansprüche von Arbeitnehmern

Da für viele ihre digitale Identität ein unheimlich zentraler Bestandteil ihres Lebens geworden ist, wollen sie auch bei der Arbeit nicht auf deren Vorzüge verzichten. Etwas überspitzt formuliert: Warum sollte man seine Mails nicht am Fluss in der Sonne sitzend beantworten? Auf Unternehmenssoftware könnte man auch von zu Hause aus zugreifen. Und andersrum: Warum darf man den eigenen Laptop nicht auf der Arbeit benutzen? Ist es so schlimm, während der Arbeitszeit mal auf Facebook zu schauen oder etwas auf Amazon zu bestellen? Überhaupt: Sollte man nicht dann arbeiten, wenn man gerade besonders gut drauf ist? Und nicht, wann es einem vorgeschrieben wird? Man ist ja sowieso nicht 40 Stunden die Woche produktiv! Diese Erwartungshaltungen sind Blüten der Moderne und finden sich vor allem in den jüngeren Generationen. Es gilt: Auch, wenn man als Unternehmen vielleicht nicht auf all diese Wünsche eingehen sollte, benötigt man Führungskräfte (auf allen Ebenen!), die damit zumindest konstruktiv auseinandersetzen können, sie bestenfalls sogar verstehen.

Cloud Computing

B) Neue Arbeitsverhältnisse

Die Möglichkeiten der Digitalisierung bringen auch neue Arbeitsverhältnisse hervor. Die Selbständigkeit wird eine viel häufigere Arbeitsform und Auftragsarbeiten von Freelancern gehören immer mehr zum Unternehmensalltag. Im Unternehmen gibt es eine Flexibilisierung der Zeiten und Orte, aber auch eine Aufweichung von Abteilungsgrenzen, dabei ständig wechselnde Projektteams und mehr Interdisziplinarität. Gründe sind die steigende Komplexität der Arbeit, die in vielen Fällen Know-how aus diversen Unternehmensbereichen benötigt; dazu kommen sich wandelnde Prozesse durch die Automatisierung und neue Software. Es entwickelt sich ein extrem anspruchsvolles Arbeitsumfeld, mit dem viele Menschen nicht leicht zurechtkommen. Auch viele Führungskräfte. Führung wird in einem solchen Umfeld ganz wichtig, um zu dirigieren, Chaos zu vermeiden, die skeptischen, ängstlichen oder überforderten Mitarbeiter mitzunehmen und in manchen Fällen auch harte Entscheidungen zu treffen.

Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Arbeitswelt 4.0

Generation Y - Generation Z

2. Generationenkonflikte

Jetzt, da die Generation Z auf den Arbeitsmarkt strömt, gelangen Unternehmen in eine neue Situation: Seit kurzer Zeit sind insgesamt vier verschiedene Generationen unter ihren Dächern vereint. Lose abgegrenzt sind das die Babyboomer sowie die Generationen X, Y und Z. In jeder davon herrschen ganz spezifische Ansichten zu und Erwartungen an Arbeit vor, die sich teils stark voneinander unterscheiden. Diese verschiedenen Wertemuster und Vorstellungen zusammenzubringen, ist teilweise unmöglich. Umso wichtiger ist es, durch einen entsprechenden Führungsstil Konflikte entweder zu vermeiden oder konstruktiv damit umzugehen.

Durch den demografischen Wandel verstärken sich außerdem nochmals die Auswirkungen der Digitalisierung. Denn die Generation Y ist erste Generation, die diese bewusst miterlebte, die Generation Z die erste, die von Kindesbeinen mit ihr aufwuchs. In diesen Altersgruppen sind ganz andere Dinge „normal“, als bei den älteren Mitarbeitern, in deren Altersgruppen es Menschen häufig weniger leicht fällt, sich auf die neue Technologie einzustellen. Auch die neuen, unkonventionellen Arbeitsmuster, die die Jüngeren in die Betriebe bringen, können viele Ältere nicht nachvollziehen. Und andersrum verstehen viele Jüngere gar nicht mehr, warum man sich überhaupt Face-to-Face treffen sollte. Man kann doch eigentlich alles auch online regeln, oder?

Lesen Sie auch unseren Artikel zu Generationenkonflikten im Unternehmen

3. Innovationsdruck und Unternehmenskultur

Der Innovationsdruck, der heute auf Unternehmen lastet, ist immens. Auf allen Märkten entstehen derartig schnell so viele Neuerungen, dass es vielen Betrieben kaum möglich ist mitzuhalten. Agil und flexibel soll man sein, heißt es immer – aber dafür bedarf es auch einer entsprechenden Arbeits- und Unternehmenskultur. Und die fängt bei den Führungskräften an, die diese voranbringen sowie mit gutem Beispiel vorangehen sollen. Eine innovative Unternehmenskultur zu schaffen und Prozesse zu etablieren, in denen Innovation auch stattfinden kann, ist vielleicht die zentrale Aufgabe für Unternehmen, die mittelfristig überleben möchten.

Aber auch generell sind eine klare Unternehmensvision, ein Leitbild und Ideale wichtig für Motivation und Identifikation der Mitarbeiter. Die müssen kommuniziert und vorgelebt werden. In einer Zeit, in der Arbeitsverhältnisse kürzer werden und immer mehr Menschen nach dem Arbeitgeber suchen, der zu ihnen passt; in einer Zeit, in der Unternehmen auf das Know-how von gut ausgebildeten Fachkräften angewiesen sind; in so einer Zeit ist es wichtig, für diese Fachkräfte auch Identifikationspunkte zu setzen. Sonst arbeiten sie bald woanders oder kommen erst gar nicht. Und ohne die passenden Führungskräfte ist so etwas nur ganz schwer zu etablieren.

Lesen Sie mehr zu einer innovativen Unternehmenskultur in unserem Blogpost:

Gezielte Führungskräfteentwicklung

Es gibt also viele gute Gründe für eine gezielte Führungskräfteentwicklung. Talent Management und Laufbahnplanung sind essenziell, um ein Unternehmen für die Zukunft zu rüsten und auch, um die besten Talente im Unternehmen zu halten. Und natürlich stellt man sich damit auch ausdrücklich für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg auf. Denn gute Führung bedeutet: Mehr Motivation, weniger Krankenstand, mehr Ideen und Kreativität, bessere Arbeitsqualität und, und, und! Vergessen Sie nicht: Über die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer sind unzufrieden mit ihren Vorgesetzten, da entweder Leistungen nicht anerkannt, Vorschläge und Meinungen ignoriert werden oder sie nicht in Entscheidungen eingebunden sind. Sie haben Probleme mit autoritären Chefs, die intransparent oder ungerecht führen, ihre Entscheidungen nicht erklären und sich nicht an den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientieren. Und machen Sie keinen Fehler: Das sind alles gute Gründe für einen Arbeitgeberwechsel.

Wir wissen heute, dass eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit den Unternehmenserfolg steigert. Umso wichtiger ist es, sich des Themas Führungskräfteentwicklung anzunehmen. Diesbezüglich empfehlen wir auch einen Blick in unser Inhouse-Seminarprogramm für junge Führungskräfte, in dem Sie einen guten Überblick über die wichtigsten Handlungsfelder finden.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Die demografische Entwicklung in Deutschland, wo die geburtenstarke Jahrgänge langsam in den Ruhestand gehen, zwingt uns Maßnahmen zu ergreifen um neue Führungskräfte auszubilden. Unsere Arbeitswelt befindet sich im Wandel und dies wird mittlerweile auch für jeden einzelnen immer mehr spürbar, sei es durch die entstehenden Arbeitsplatzunsicherheiten, die immer mehr geforderte Flexibilität oder einfach die Tatsache, dass sich unsere Umwelt immer schneller und weitreichender zu verändern scheint. Personalführung bedarf einer Vielfalt unterschiedlicher Fähigkeiten aus den Bereichen Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz sowie persönlicher bzw. Selbstkompetenz. Der Schwerpunkt kann je nach Zuschnitt der Führungsposition und hierarchischer Ebene unterschiedlich gelagert sein. Inhaltliches Ziel der Führungskräfteentwicklung sollte sein, dass jede Führungskraft im Allgemeinen über eine Grundausstattung aus relevanten Führungskompetenzen verfügt. Führungskräfte der Zukunft benötigen Potenzial, Flexibilität und Bereitschaft zur permanenten Veränderung, um sich den veränderten Bedingungen im Management stellen zu können. Jeder Mensch hat ein hohes Bedürfnis an Anerkennung für seine Leistungen, das letztlich nur in der Face-to-Face-Kommunikation befriedigt werden kann, welche in Zeiten von E-Mails und virtuellen Teams immer mehr verloren geht. Mit diesem Verlust fertig zu werden, ist eine Bedingung erfolgreichen Managements in der Zukunft.

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