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Mit Glasfaser und intelligenten Netzen neue Geschäftsfelder erschließen

Mit Glasfaser Und Intelligenten Netzen Neue Geschäftsfelder Erschließen

Der Glasfasermarkt stellt für Energieversorger wie auch für Endverbraucher eine rosige Zukunft in Aussicht. Es gibt noch viel Potenzial durch die Technologie, wie Sebastian Krems in diesem Gastbeitrag herausstellt. Erfahren Sie jetzt von dem Experten, was die Zukunft bringt und wie Sie als Energieunternehmen diese Chancen für sich nutzen sollten.

Sebastian Krems hat über 27 Jahre Erfahrung im nationalen und internationalen ITK-Markt, in denen er mehr als 14 Jahre Top-Management-Positionen bekleidete. Zunächst war er bei Alcatel an der Entwicklung und internationalen Markteinführung des digitalen Mobilfunkstandards GSM beteiligt. Danach leitete er bei der Robert Bosch GmbH das Produktmanagement für Zugangsnetze. Im April 2009 wurde Sebastian Krems zum Vorstand der Lambdanet Communications Deutschland AG berufen. Nach einer erfolgreichen Sanierung des Unternehmens entschied er sich selbst unternehmerisch tätig zu werden und gründete 2011 mit weiteren Partnern die LATUS consulting AG, die er bis heute als Vorstand leitet.

Sebastian Krems

Sebastian Krems

Was bietet der Glasfasermarkt der Zukunft?

Glasfasernetze sind das Rückgrat der digitalen Gesellschaft. Die Nachfrage nach hohen Bandbreiten in allen Bereichen steigt kontinuierlich. Die heute überwiegend verfügbaren Kommunikationsnetze, welche zum Großteil noch auf den Kupferdoppeladern der Deutschen Telekom beruhen, werden die Nachfrage in den kommenden Jahren nicht mehr decken können.

Der Aufbau der nächsten Generation Kommunikationsnetze auf Basis von Glasfasern beginnt jetzt. Aktuell können erst 7 Prozent aller Haushalte in Deutschland auf ein direktes Glasfasernetz zugreifen. Aufgrund der hohen Kosten solcher Netze wird es auch in Zukunft in den meisten Regionen nur eine solche Infrastruktur geben. Damit ist klar, dass Unternehmen, die heute in eine solche Infrastruktur investieren, für eine sehr lange Zeit über ein wichtiges Asset für die digitale Gesellschaft verfügen.

Wer investiert, gewinnt

Bild: Blockchain Netzwerk RenderingEnergieversorger sind aus verschiedenen Gründen in einer „Pole Position“, wenn es um den Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen geht. Zum einen verfügen Sie bereits über Kommunikationsinfrastrukturen, welche für die Digitalisierung der Energiewende ohnehin weiter ausgebaut werden müssen. Diese können natürlich auch perfekt als Grundlage für ein Breitband Geschäftsmodell für Endkunden genutzt werden. Energieversorger haben zudem umfangreiche Erfahrung mit dem Aufbau von Netzinfrastrukturen und deren Betrieb. Bei der Errichtung von Energienetzen und Erzeugungsanlagen sind die Investitionszyklen sehr lang, langfristige strategische Ausrichtung sind auch die Basis für glasfaserbasierte Geschäftsmodelle. Nicht zuletzt verfügen sie über einen sehr großen Endkundenstamm, welcher zusätzlich mit Telekommunikationsdiensten versorgt werden kann. Cross Selling Möglichkeiten bis hin zu Komplettversorgungsangeboten sind in diesem Zusammenhang möglich und sinnvoll.

Glasfaser ermöglicht ein enormes Potenzial

Die nächste Generation Mobilfunknetze – Stichwort 5G, welche neben der Versorgung mit mobiler Bandbreite auch die Voraussetzung für unterschiedliche Anwendungen im Bereich Industrie 4.0, autonomes Fahren und Internet der Dinge ist, ist ebenfalls auf ein engmaschiges Glasfasernetz angewiesen. Die Anzahl der Funkstation wird sich gegenüber heute voraussichtlich noch einmal um den Faktor 5 bis 10 erhöhen. Aufgrund der hohen notwendigen Bandbreiten wird die überwiegende Anzahl dieser Basisstationen über Glasfasern angeschlossen werden müssen. Darin liegt auch eine der großen Herausforderungen für den Ausbau der nächsten Generation Mobilfunk. Die große Anzahl zusätzlicher Funkstationen und deren Vernetzung erfordern von den Anbietern hohe Investitionen. Eine enge Kooperation mit all jenen, die heute Glasfasernetze ausbauen, ist deshalb zu erwarten. Daraus ergeben sich weitere Geschäftsoptionen für Energieversorger, welche sich im Kommunikationsnetzausbau engagieren.

Glasfaseranschlüsse sind da, werden aber nicht alle genutzt

Glasfaserausbau

Abbildung 1: Erfolgsfaktoren für den Glasfaserausbau

Aktuell sind in Deutschland rund 3,4 Millionen echte Glasfaseranschlüsse verfügbar. Das Wachstum (Netzausbau) der letzten Jahre lag bei ca. 500.000 neuen Anschlüssen pro Jahr. Von den verfügbaren Verbindungen werden allerdings weniger als 30 Prozent von Kunden aktiv genutzt. Die Spanne der Marktanteile auf diesen Netzen variiert dabei sehr stark. Glasfasernetze werden heute zunehmend im Wettbewerb zu bestehenden Technologien (VDSL oder Breitbandkabel TV) errichtet. Die Nachfrage nach Bandbreiten weit oberhalb von 100 Mbit/s ist aktuell noch relativ gering und muss erst geweckt werden.

Es besteht Konsens in der Industrie, dass die Nachfrage in den kommenden 10 Jahren stark ansteigen wird.

Sebastian Krems | Vorstand | LATUS consulting AG

 

Dennoch ist es eine große Herausforderung, den für die hohen Netzinvestitionen notwendigen schnellen Kundenhochlauf und damit Umsatz sicherzustellen. Zur Minimierung dieses Risikos sollten im Rahmen einer Vorvermarktung bereits eine bestimmte Anzahl von Kunden gewonnen werden. Hierzu sind massive Vertriebsanstrengungen kürzester Zeit notwendig. Dies ist tatsächlich ein für Versorger ungewöhnlicher Vertriebsansatz, der nur gelingt, wenn alle Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge ineinandergreifen. Deshalb liegen die tatsächlichen Erfolgsquoten sehr weit auseinander. Gleichzeitig müssen die Geschäftsmodelle auf große Produktionseffizienz und höchste Qualität bei gleichzeitiger Kostenminimierung ausgerichtet werden.

Glasfaser: Versorger haben die besten Chancen

Smart ContractKaum eine andere Branche hat bessere Voraussetzungen für den Einstieg in den Glasfaserausbau als die Versorgungswirtschaft. Die Umsetzung von infrastrukturbasierten Geschäftsmodellen stellt aber auch eine Herausforderung dar, welche sorgfältig vorbereitet und optimal umgesetzt werden muss, um die erwarteten betriebswirtschaftlichen Anforderungen zu erfüllen. Hierzu gehört ein optimal abgestimmtes Geschäftsmodell ebenso wie eine „best in class“ Umsetzung.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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