Überspringen zu Hauptinhalt

Lernen in der Arbeitswelt 4.0 (Teil 4) – Augmented Reality

Lernen In Der Arbeitswelt 4.0 (Teil 4) – Augmented Reality
Beitragsserien: Lernen in der Arbeitswelt 4.0

Im vierten Teil unserer Reihe zum Lernen in der Arbeitswelt 4.0 widmen wir uns einem Konzept, das noch etwas eher in der „Realität“ verankert ist, als die künstliche Intelligenz aus Teil 3. Aber auch nicht viel eher. Es geht um die Möglichkeiten der Augmented Reality im betrieblichen Lernen.

Was heißt Augmented Reality?

Das Verb „to augment“ heißt im Deutschen so viel wie „verbessern“, „erweitern“ oder „anreichern“; und genau das ist gemeint. Im Gegensatz zur Virtual Reality, bei der Nutzer mit Hilfe von speziellen Brillen völlig in eine andere Realität abtauchen, wird bei der Augmented Reality unsere echte Umgebung Realität mit zusätzlichen Informationen angereichert.

Das funktioniert, indem mit mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablet PCs oder Brillen mittels einer App sowie deren Bildschirm und Kamera Informationen über die „Welt“ gelegt werden: Man richtet seine Smartphone-Kamera beispielsweise auf einen bestimmten Punkt, dessen Koordinaten per GPS mit einer Markierung versehen wurden, und bekommt auf dem Bildschirm angezeigt, was die Handykamera „sieht“. Über dem Bild liegen dann zusätzliche Informationen.

Ein bekanntes Beispiel für die Anwendung des Prinzips war das Spiel „Pokémon Go“, bei dem motivierte Monsterjäger sich auf lange Spaziergänge begaben, um in ihrer Stadt nach Pokémon zu suchen. (Siehe Bild.) Die Anwendung desselben Konzepts auf das betriebliche Lernen eröffnet großartige neue Möglichkeiten, von denen viele Firmen auch bereits Gebrauch machen.

Bild: Pokemon Go als Beispiel für Augmented Reality

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=oBzIKZqEGwI

Augmented Reality im betrieblichen Lernen

Stellen Sie sich einen Azubi oder einen Mitarbeiter im Onboarding-Prozess vor, der zum ersten Mal eine komplizierte Maschine bedienen soll. Vielleicht ist gerade kein Mitarbeiter vor Ort, der diesen in der Sache schulen könnte, vielleicht wegen Krankheit, Urlaub oder externen Terminen. Normalerweise würde man sagen, dass man dann die Schulung auf ein anderes Datum verlegt. Aber mit den Möglichkeiten der Augmented Reality ist das nicht mehr nötig, wie das folgende Beispiel zeigen wird.

Anwendungsbeispiel: Ohne Vorwissen einen Lichtschalter einbauen

In einem lesenswerten Wired-Artikel fanden wir ein sehr anschauliches Beispiel für die Möglichkeiten. Der Autor besuchte Microsoft in Redmond und durfte damals die HoloLens (Microsofts Augmented-Reality-Brille) ausprobieren. Der erste Use-Case, den er probte, lief ab wie folgt: Er betrat einen Raum, in dem lose Kabel aus der Wand hingen. Der Microsoft-Mitarbeiter reichte ihm dann die HoloLens und meinte: „Installieren Sie dort doch mal einen Lichtschalter.“

Für einen Nicht-Elektriker sicher kein leichtes Unterfangen.

Der Autor setzte die Brille auf und bekam einen Fachmann zugeschaltet, der auf dem Bildschirm in seinem Sichtfeld schwebte. Er konnte dann auf die Kabel in der Wand blicken und das Bild mit einer Geste dort verankern. Der zugeschaltete Elektriker konnte es ebenfalls durch die Kamera der Brille sehen. Er konnte in das Sichtfeld des Autors holografische Formen zeichnen und ihm Audioanweisungen geben. Zunächst zeichnete er einen Kreis um den Spannungsprüfer und bat den Autoren, doch zu schauen, ob Strom auf den Kabeln war. Das passende Werkzeug kreiste er ebenfalls ein. Von da ab erklärte er Schritt für Schritt, wie der Lichtschalter installiert werden sollte.

Augmented Reality und das Internet of Things

Anderes Beispiel: Wenn man die Augmented Reality mit dem Internet of Things kombiniert, werden plötzlich noch viele weitere beeindruckende Möglichkeiten offenbar. Denn mit der Augmented Reality wird es möglich, Daten von Maschinen direkt für deren Nutzer zu visualisieren. Das beinhaltet relevante aktuelle Informationen über die Maschine, aber auch Anleitungen zur Reparatur und vermeintlich triviale Antworten auf Fragen wie: „Was für eine Schraube benötige ich eigentlich?“

Schauen Sie sich mal dieses geniale Video vom Baumaschinenhersteller Caterpillar an:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=VGtCQWROytw

3 Vorteile bei der Nutzung von Augmented Reality

  • Der Onboarding-Prozess kann durch AR-Anwendungen erheblich vereinfacht werden. Zum Beispiel im Umgang mit Maschinen, die neue Mitarbeiter noch nicht kennen.
  • Aber auch für ältere Mitarbeiter kann die Arbeit massiv erleichtert werden, wie im Video oben gesehen. Die Nutzung von Maschinendaten kann in dieser Variante zu erheblichen Produktivitätssteigerungen führen.
  • Wie im Beispiel mit der Glühbirne erläutert, eröffnen sich mit den Funktionen außerdem weitreichende Möglichkeiten der dezentralen Zusammenarbeit.

Ist dieser Einsatz von Augmented Reality etwas für jedes Unternehmen?

Sicher nicht, denn ihr sinnvoller Einsatz ist mit massiven Vorleistungen verbunden, sofern man denn selbst Anwendungen entwickeln möchte. Denn echte und umfassende Trainingslösungen, die auf das eigene Arbeitsumfeld zugeschnitten sind, müssen durchdacht konzipiert und entwickelt werden, damit sie sich organisch in den Arbeitsalltag einfügen. Ansonsten verkommen sie nämlich zu einer „netten Spielerei“ und werden nach anfänglichem Interesse wieder ignoriert. Die Frage ist außerdem, ob die Ausstattung einer Firma die Entwicklung solcher Anwendungen überhaupt zulässt. Natürlich kann man extern kaufen oder entwickeln lassen – beispielsweise Gerät, mit dem schon fertige Anwendungen kommen, wie die Bagger im Video. Aber insgesamt ist AR wohl noch nicht fertig anwendbar für jede Firma und eine Entscheidung über ihre Nutzung sehr fallbezogen.

Wenn Sie gerne weitere Innovationen aus dem Corporate Learning kennenlernen möchten, schauen Sie doch gerne mal in unseren Rückblick zum Corporate Learning Forum 2017!

beitragsbild-corporate-learning-forum-2017

Rückblick Corporate Learning Forum 2017

Sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen oder die Technologie? Und was macht die Digitalisierung des Lernens eigentlich alles möglich? Lesen Sie unseren Rückblick!
Jetzt kostenlos herunterladen!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

HR Inside

Profitieren Sie von den Fachartikeln und Veranstaltungsempfehlungen rund um HR, Personalentwicklung und Ausbildung, um sich und Ihre Kollegen auf New Work und die Arbeitswelt 4.0 vorzubereiten.

Jetzt herunterladen!