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Lernen in der Arbeitswelt 4.0 (Teil 2): Der Flipped Classroom

Lernen In Der Arbeitswelt 4.0 (Teil 2): Der Flipped Classroom
Beitragsserien: Lernen in der Arbeitswelt 4.0

Nachdem wir im letzten Teil unserer Reihe zum Lernen in der Arbeitswelt 4.0 über virtuelle Klassenzimmer sprachen, stellen wir sie heute auf den Kopf. Denn wir blicken auf das Konzept des „Flipped Classroom“. In unserer Artikelserie zum Corporate Learning Forum 2017 beleuchten wir Strategien, Tools und Innovationen zum Lernen im digitalen Unternehmen.

Der Flipped Classroom ist ein pädagogisches Konzept

Es ist wahrscheinlich wichtig, das gleich zu Beginn klarzustellen: Der Flipped Classroom ist keine Software wie der Virtual Classroom. Er ist vielmehr ein Konzept, das allerdings durch digitale Tools deutlich verbessert bzw. erleichtert wird. Das Prinzip ist eigentlich einfach, aber umso genialer, denn es stellt die Elemente des Präsenztrainings und des selbständigen Lernens sozusagen auf den Kopf.

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Das Wissen wird beim Flipped Classroom nicht im Präsenztraining vermittelt

Stattdessen empfiehlt der Seminarleiter, Dozent oder Lehrer den Lernenden Material, dass Sie sich vor dem Session im Klassenraum anschauen. Das hätten früher (und auch heute) natürlich auch Bücher sein können, aber durch die Digitalisierung wird dieses Prinzip ja tatsächlich viel besser! Da könnte man beispielsweise auf Videos und Podcasts oder Blogartikel, auf Präsentationen oder E-Books verweisen. Dann überlässt man den Teilnehmern die freie Wahl, welches Material sie nutzen. So kommen sie gut vorbereitet zur Session.

Einige Anregungen, wie Technologie bei der Bereitstellung der Inhalte helfen könnte:

  • Das Wissen kann in unterschiedlichen Formaten und damit für verschiedene Endgeräte bereitgestellt werden.
  • Sie könnten im Vorfeld des Trainings Möglichkeiten schaffen, sich online über den Stoff auszutauschen.
  • Durch regelmäßige Updates, zum Beispiel über Messaging Apps oder Micro Blogging, können regelmäßig Informationen und Erinnerungen für die Teilnehmer veröffentlicht werden.
  • Durch standardisierte Tests und Umfragen können Lerner prüfen (oder darauf geprüft werden), ob sie die Inhalte verstanden haben.

Beim Präsenztraining wird das Wissen dann angewandt

Sinn und Zweck der Übung: Durch die Wissensvermittlung im Vorfeld, kann im Präsenztraining das Wissen angewandt werden. Und zwar mit der Unterstützung eines professionellen Trainers. In welcher Form das genau geschieht, ist nicht strukturiert vorgegeben – und kommt wahrscheinlich auch stark auf die Inhalte an, die vermittelt werden. So könnten Inhalte praktischer Natur im Präsenztraining beispielsweise auch praktisch ausprobiert werden,  über theoretisches Wissen könnten Diskussionsrunden gebildet werden.

Wichtig ist nur, dass beide Schritte ein konkretes Lernziel im Auge haben. Das kann auch bereits bei der Empfehlung der Lerninhalte, die vor dem Training gelernt werden sollen, verdeutlicht werden.

Lean Management

Die Vorteile beim Flipped Classroom

Ein sehr großer Vorteil liegt sicher in der Tatsache, dass die Anwendung des Wissens beim Präsenztraining beaufsichtigt wird. Da gemäß der 70:20:10 Methodik eben diese Anwendung und der Austausch über das Wissen viel wichtiger sind, als die initiale Wissensvermittlung, rückt hier der wichtigste Teil eines Trainings oder Unterrichts in den Mittelpunkt.

  • Das bewahrt die Lerner vor Frust, wenn sich bei der Anwendung des Wissens doch noch offene Fragen stellen,
  • gibt ihnen die Möglichkeit, diese Fragen live zu stellen und zu diskutieren,
  • macht die Zeit beim Präsenztraining wertvoller, da die Aktivitäten dort eine tiefere Bedeutung bekommen, als es bei reinem Frontalunterricht der Fall wäre, und
  • sorgt dafür, dass die Lerninhalte auch nach dem Unterricht noch online zur Verfügung stehen.

Für Unternehmen ist sicher bei alldem trotzdem eines zu bedenken: Der Flipped Classroom erfordert ein Präsenztraining mit einem Experten. Im Gegensatz zu den Vorzügen des Virtual Classrooms kann er also gerade bei größeren oder dezentral organisierten Unternehmen Reisekosten und organisatorische Schwierigkeiten verursachen. Auch die Vorbereitung und Durchführung des Trainings gestaltet sich anspruchsvoller als die eines klassischen Vortrags.

Ist der Flipped Classroom etwas für Ihr Unternehmen?

Das kann zum Beispiel sein, wenn die Zielgruppe einer bestimmten Lerneinheit sich am selben Standort befindet und das zu vermittelnde Wissen sehr praxisbezogen ist. In dem Fall ist es sicher eine interessante Idee, das Modell einmal auszuprobieren. Dafür benötigen Sie allerdings jemanden, der die Inhalte didaktisch professionell für diese Form des Trainings aufarbeiten kann. Außerdem müssten auch die Informationen zumindest in irgendeiner Form zunächst für die Lernphase vor dem Training bereitgestellt werden. (Dazu können Sie vielleicht ihre Marketing-Abteilung oder online-affine Mitarbeiter fragen.) Abgesehen davon ist auch der Flipped Classrom eine relativ wenig aufwendige Lernmethode.

Sofern der Flipped Classroom Ihrem Unternehmen beim Lernen in der Arbeitswelt 4.0 nicht weiterhilft – kein Problem! Schauen Sie am besten einmal in unseren Rückblick zum Corporate Learning Forum 2017. Darin finden Sie vielleicht eine noch bessere Anregung. Oder Sie verfolgen weiter unsere neue Artikelserie!

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Rückblick Corporate Learning Forum 2017

Sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen oder die Technologie? Und was macht die Digitalisierung des Lernens eigentlich alles möglich? Lesen Sie unseren Rückblick!
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Bilder: Robert Kneschkera2 studio | de.fotolia.com

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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