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Leiter Betriebliche Ausbildung 4.0: Neue Impulse für Ihre Ausbildungsarbeit

Leiter Betriebliche Ausbildung 4.0: Neue Impulse Für Ihre Ausbildungsarbeit

Rund ein Viertel der Azubis in Unternehmen beendet die Ausbildung nicht. Diese Quote können Sie senken, wenn Sie sich ein paar Tipps unserer Expertin zu Herzen nehmen. Erfahren Sie von Claudia Schmitz, wie sich Ihre Rolle als Ausbildungsleitung verändert hat und mit welchen Möglichkeiten Sie die Zufriedenheit Ihrer Auszubildenden positiv beeinflussen können.

Claudia Schmitz ist Geschäftsführerin von Intercommotion in Köln. 2010 gründete sie die deutschlandweit tätige Ausbildungsagentur. Mit ihrem 18-köpfigen Team begleitet sie Unternehmen und gestaltet gemeinsam mit ihnen eine zukunftsfähige (digitale) Ausbildung. Ihre Trainings- und Vortragsschwerpunkte sind Azubi-Marketing, Ausbildungsmethoden und „Digitaler Ausbilder”. Sie sieht sich selbst als Vermittlerin zwischen den Generationen in der Ausbildung. Claudia Schmitz ist Autorin verschiedener Fachbeiträge und Veröffentlichungen zum Thema Berufsausbildung.. Auf ihrem Podcast „Ausbilder 4.0” widmet sie sich Themen rund um die Berufsausbildung und was Ausbilder aktuell und in der Zukunft beschäftigt.

Neue Anforderungen für die Ausbildungsleitung

Frau Schmitz, hat sich die Rolle der Ausbildungsleitung im Rahmen der Generation Z und durch die Digitalisierung verändert? Wie würden Sie diese Aufgaben beschreiben und was ist neu?

Generation Y - Generation ZIch würde grundsätzlich nicht sagen, dass sich die Aufgaben der Ausbildungsleitung durch die Ansprüche und Werte der Generation Z verändert haben. Vielmehr führen der Fachkräftemangel in vielen Ausbildungsberufen, die „Akademisierung“ und der technologische Wandel zu neuen Anforderungen für die Ausbildungsleitung. Durch diese drei Einflüsse – und sicherlich sind noch mehr zu nennen – muss sich die Ausbildungsleitung erst mit den Vorstellungen der jungen Generation beschäftigen. Wenn es keinen Fachkräftemangel geben würde, wären die Vorstellungen zwar da, aber als Generation hätten die Jugendlichen weniger Macht und wären froh, um jedes Angebot.

Die Rolle der Ausbildungsleitung verändert sich somit dahingehend, dass es nicht mehr die eine Rolle gibt, die es zu erfüllen gilt. Das Hierarchieverständnis wird durch die Vorstellungen der Generation Z und aber auch durch ihre Herausforderungen und Probleme aufgeweicht.

Die Digitalisierung bietet die Möglichkeit, individueller lernen und vermitteln zu können. Die Rolle der Ausbildungsleitung wird vielfältiger.“

Claudia Schmitz | Geschäftsführerin| Intercommotion

 

Sie sind Coach, Prüfer, Sozialpädagoge, Lernbegleiter, Mentor, Vorbild, Lehrer, digitaler Experte und vieles mehr zugleich.

Eine Strategie geht vor

Gerade in kleineren Unternehmen läuft noch sehr viel manuell, die Einsätze laufen teilweise recht spontan. Können Sie uns ein paar Tools nennen, mit denen Planung und Controlling der Ausbildung einfacher zu bewerkstelligen ist?

Studenten im Bereich Marketing Automation

Grundsätzlich gilt es – und da spreche ich besonders die kleineren Unternehmen an – erst einmal eine Strategie und dann eine Planung zu haben. Häufig wird irgendetwas organisiert, aber ohne ein bestimmtes Ziel oder sogar Bedarf. Ich würde mir als Ausbildungsleitung zunächst die Unternehmensstrategie anschauen und meine Strategie für den Ausbildungsbereich in Absprache mit der Geschäftsleitung daraus ableiten.

Wird beispielsweise ein Geschäftsfeld ausgebaut: Was bedeutet das für den Nachwuchs? Finden Sie auf dem freien Markt genügend Personal oder wäre es besser selbst auszubilden?

Wenn Sie diese Ziele abgestimmt haben, ergibt sich häufig auch eine Bedarfsplanung für die nächsten Jahre. Zusätzlich ist es hilfreich, eine wiederkehrende Jahresplanung mit festen Terminen für Marketing, Recruiting, Auswahl, Einstellung, Einführungstagen, Seminaren anzulegen und diese auch nach den eigenen Bedürfnissen zu evaluieren.

Kein Tool, dafür ein Tipp: Ein Plan ist nur so gut, wie die Person, die davorsitzt. Planen Sie sich daher einmal pro Woche einen festen Termin im Kalender ein für eine halbe Stunde und fokussieren sich nur auf die strategischen Fragestellungen.

Attraktivität beginnt mit Austausch auf Augenhöhe

Wie können Ausbilder mehr für die Attraktivität des Betriebs tun? Wie setzt man sich gegenüber anderen Ausbildungsunternehmen erfolgreich durch?

Der erste Schritt ist, überhaupt etwas tun zu wollen. Das beginnt meist auch schon bei der Geschäftsleitung. Im zweiten Schritt müssen Sie sich über Ihre „Besonderheit“ bewusst werden. Das kann zum Beispiel die Erreichbarkeit, die Aufgaben, das Geld, der Teamgedanke, die Weiterbildungsmöglichkeiten, die Auslandseinsätze, das Produkt, die Entwicklungsmöglichkeiten oder soziale Unterstützung sein.

International

Viele Ausbildungsunternehmen haben leider den Bewerbungsprozess noch nicht als Beziehungsarbeit auf Augenhöhe angenommen. Wenn ich daran denke, mit wie viel Arroganz und Desinteresse einige Ausbilder auf Messen jungen Menschen begegnen, dann wundert es mich nicht, dass sie keine Azubis mehr finden. Grundsätzlich sollte soviel Geld geboten werden, um langsam ein eigenständiges Leben beginnen zu können. Aufgaben sollten so angelegt sein, dass sie möglichst viel mit dem Beruf nach der Ausbildung zu tun haben. Attraktiv sind Ausbildungsunternehmen für die junge Generation, wenn sie dort Personen finden, mit denen sie sich identifizieren können. Einen großen Einfluss hat auch, was Freunde und Eltern dazu sagen.

Beispielsweise kann es auch hilfreich sein, Azubis bei der Wohnungssuche organisatorisch als auch finanziell zu unterstützen, wenn sie für die Ausbildung umziehen müssen. Letztendlich sind es dann auch die Kanäle, über die ich überhaupt zum Bewerber komme. Bin ich bekannt – regional und wenn notwendig überregional.

Facebook war gestern

Welche Kanäle nutzen Sie und was sind die Trends?

Ich bin auf allen gängigen Kanälen zu finden und nutze sie aktiv und teils als Konsument. Jugendliche nutzen aktuell nicht mehr – wie viele denken – Facebook, sondern WhatsApp, Instagram, YouTube und TikTok (ehemals Musical.ly). Das kann sich aber auch in den nächsten Jahren verändern. WhatsApp und ähnliche andere Messenger werden die Basis für die Kommunikation mit Bewerbern und Angestellten bilden.

Begegnen Sie den Ursachen für den Ausbildungsabbruch

Die Quote der Auszubildenden, die nach Abschluss das Unternehmen verlassen, ist oft sehr hoch. Woran liegt das und wie kann man diesem wirkungsvoll entgegen steuern?

Bild: Studenten und junge Erwachsene sitzen mit verschiedenfarbigen Büchern in einer Reihe auf StühlenDie Quote der Vertragslösungen in der Ausbildung liegt laut des Berufsbildungsberichts 2018 aktuell bei 25,8 Prozent. Damit eingeschlossen sind auch bereits Wechsler. Besonders kurz vor oder kurz nach Ausbildungsbeginn stellt dies Unternehmen vor größere Probleme, da meist kurzfristig kein Ersatz gefunden werden kann.

Die Gründe für den „Abbruch“ sind vor, während und nach der Ausbildung, dieselben: Es gab ein besseres Angebot, der Ausbildungsberuf ist nichts für einen und man stellt dies früher oder später fest oder es gibt keine ansprechenden Weiterbildungs-Möglichkeiten. Beispielsweise höre ich auch häufiger von Azubis, dass sie gerne in 5 bis10 Jahren eine Meisterstelle anstreben. Alle Stellen sind aber bereits von jungen Mitarbeitern besetzt, somit besteht in diesem Betrieb auch kaum Möglichkeit, dies zu erreichen. Durch die Akademisierung und auch der persönliche Anspruch sich weiterzubilden, ergreifen einige „gute Azubis“ ein Studium nach der Ausbildung. Damit entscheiden sie sich ja auch nicht immer zwangsläufig gegen den Ausbildungsbetrieb.

Darüber hinaus wurde dabei häufig auch schon ein Fehler bei der Auswahl begangen. Wenn ich keine Hochschulabsolventen benötige, sollte ich keine ambitionierten Abiturienten einstellen.

Hilfreich sind Bindungsprogramme zwischen Einstellung und Ausbildungsbeginn, eine gute Betreuung während der Ausbildungszeit sowie Entwicklung von Karrierepfaden rechtzeitig vor Ende der Ausbildung. Außerdem könnten Sie Unterstützungsmöglichkeiten von Studium durch Teilfinanzierung, Werksstudententätigkeit sowie auch an dieser Stelle eine Kontaktpflege zum Studenten oder ausgeschiedenen Azubi bieten. Die Gründe für einen Abbruch und das Verlassen des Unternehmens können sich ändern.

Konkrete Perspektiven und Karrierepfade

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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