Lego® Serious Play® – So geht Denken mit den Händen

Gawlik Rau Pia

Lego ist nicht nur ein Spiel. Es ist auch eine Allround-Kreativ- und Innovationsmethode. Denn Neurologen haben nachgewiesen, dass die Hände mit bis zu 80 Prozent unserer Gehirnzellen verbunden sind. Und diese Möglichkeiten sollten Sie sich im Management und in der Ideenfindung zu Nutze machen. Wie das geht? Unsere Expertin stellt die Methode vor.

Pia Gawlik-Rau ist seit mehreren Jahren LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator mit Schwerpunkten in der Visions-, Strategie- und Teamentwicklung. Dabei sucht sie immer nach innovativen Einsatzmöglichkeiten wie zum Beispiel im Design Thinking, Agilen Projektmanagement oder im Business Model Canvas/Team/You. Sie teilt die Überzeugung mit Plato: „Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.“

Als Wirtschaftsingenieurin der Universität Karlsruhe war sie über 15 Jahre lang in internationalen Unternehmen im Vertrieb und Marketing beschäftigt und ist seit zehn Jahren mit ihrem Unternehmen marketIng. in der Beratung von Unternehmen und Organisationen sowie als Coach und Dozentin tätig.

Lego® für das Management

Frau Gawlik-Rau, Sie vermitteln bei unserer Konferenz Production Systems, wie man Lego® im Management einsetzen kann. Können Sie uns kurz erklären, wie man es als Innovationsmethode nutzen kann?

Lego Serious Play

LEGO® SERIOUS PLAY® ist eine Visualisierungsmethode, mit der Sie Ihre eigenen Ideen und Perspektiven zu einer Aufgabenstellung auf den Tisch bringen können – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Teilnehmer bauen als Antwort ihr eigenes 3D-Modell aus Lego-Steinen. Dann erzählt jeder die Geschichte zu seinem Modell. In dem Modell und den Geschichten stecken ganz viel implizites Wissen, auf das wir mit Moderationskarten und Flipchart nicht zugreifen können, und viele Metaphern. Das klingt jetzt sehr abstrakt. Da man LEGO® SERIOUS PLAY® spielen muss, werden wir bei der Production Systems in Stuttgart eine kleine Kostprobe geben, damit es jeder Teilnehmer erleben kann.

Gerade bei Innovationen haben unterschiedliche Teilnehmer verschiedene „Vorlieben“ – also ob sie eher deskriptive, kreative und disruptive Antworten liefern. Das sieht man dann auch sehr gut an den Modellen. Damit nimmt die Gruppenzusammensetzung entscheidend Einfluss auf das Innovationsergebnis. Eine Gruppe mit einer Vorliebe für deskriptive Innovationen wird kaum disruptive Ansätze liefern.

So haben wir mit den Teilnehmern und der Methode eine reichhaltige Grundlage, um mit den einzelnen LEGO® SERIOUS PLAY® Techniken, Innovationsideen zu erarbeiten.

Ohne Anleitung wird es zu komplex

Hilft es also, eine Kiste Lego ins Büro zu stellen und loszulegen? Oder braucht es einen Moderator oder eine „Anleitung“?

Eine Kiste Lego-Steine im Büro ist immer gut! Für LEGO® SERIOUS PLAY® brauchen wir aber die konkrete Aufgabenstellung, die der Facilitator in Fragen für den Workshop umsetzt. Hier wird es auch kundenspezifisch. Jeder Workshop ist einzigartig und wird individuell vorbereitet. LEGO® SERIOUS PLAY® setzen wir immer dann ein, wenn es komplex und damit „unübersichtlich“ ist. Wenn die Lösung klar ist, braucht es LEGO® SERIOUS PLAY® nicht.

lego-708086_1920Den Facilitator braucht man, um die Komplexität herunterzubrechen und einzelne Fragen daraus zu entwickeln. Diese Fragen sind herausfordernd und nehmen im Laufe des Workshops an Schwierigkeit zu. Eine typische Situation für die Teilnehmer sieht so aus, dass sie die Frage verstanden, aber überhaupt keine Vorstellung davon haben, wie eine Lösung aussehen kann – und schon gar nicht als Lego-Modell.

Da man auch nie im Vorfeld weiß, was auf den Tisch kommt, braucht man einen LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator. Dieser kennt die Methode so gut, um flexibel während des Workshops agieren zu können, damit am Ende das Ziel des Kunden erreicht wird. Die wissenschaftlich fundierte Methode findet unter anderem Einsatz in Bereichen der Strategieentwicklung, Situationsanalyse oder Team- und Personalkonzption. Sie wird von Unternehmen und Organisationen als kreative und innovative Methode eingesetzt.

Die Methodenschlacht ist nicht zielführend

Was sind Ihrer Meinung nach die Voraussetzungen für neue Ansätze in Unternehmen?

Eine Voraussetzung für neue Ansätze im Unternehmen ist die Neugierde, etwas Neues ausprobieren zu wollen. Am besten kommt die Erfahrung dazu, damals haben wir etwas Neues ausprobiert und es hat uns weitergebracht. Eine reine „Methodenschlacht“ ist nicht zielführend. Die Methode muss für die Aufgabenstellung geeignet sein, um die Herausforderung oder das Problem zu lösen oder die Antwort auf eine wichtige Frage zu geben.

Die wohl wichtigste Voraussetzung ist die Beteiligung der Mitarbeiter. Die Menschen, die tagtäglich auf ein Problem stoßen, haben in der Regel auch schon Vorstellungen, wie eine Lösung aussehen kann oder welche Hindernisse sie aus dem Weg räumen soll.

Seien wir mal ehrlich, manchmal ist eine gesunde Skepsis auch angebracht.

Wie geht man mit Mitarbeitern um, die sich neuen Ideen verschließen und Angst vor Veränderungen haben? Haben Sie Tipps, um diese zu motivieren und zu überzeugen?

Die Menschen sind verschieden und seien wir mal ehrlich, manchmal ist eine gesunde Skepsis auch angebracht. Bei LEGO® SERIOUS PLAY® haben wir zwei gewichtige Argumente, Mitarbeiter für Veränderungen zu motivieren:

  • Die Beteiligung im Entwicklungsprozess während des Workshops
  • und das Material.

Unbequeme Führungsaufgaben meisternBei LEGO® SERIOUS PLAY® haben wir keine klassische Meeting-Situation sondern eine 100-prozentige Beteiligung der Workshopteilnehmer. Wer im Raum ist, baut, erzählt seine Geschichte und reflektiert – ohne Ausnahme. Durch unterschiedliche Formate kann man das mit LEGO® SERIOUS PLAY® auch auf unterschiedliche Hierarchieebenen herunterbrechen. Bei einer neuen Strategie oder Mission, also wie machen wir etwas bzw. was machen wir in Zukunft, können beispielsweise auch die Mitarbeiter eines Fertigungssegments selbst entwickeln, wie sie diese neue Strategie oder Mission in ihrem Bereich in die tägliche Arbeit umsetzen.

Lego als Workshopmaterial setzt die Hemmschwelle in der Regel sehr weit nach unten. Viele kennen die bunten Steine aus der Kindheit und befinden sich so auf vertrautem Terrain. Wer es nicht kennt, bekommt ausreichend Gelegenheit, den Umgang zu lernen. Ein Lego-Profi hat bei LEGO® SERIOUS PLAY® keine Vorteile. Hinzu kommen die Formen, Farben und teilweise konkreten Gegenstände, die Metaphern und Geschichten einfach anbieten.

Spiel heißt immer auch, dass feste Regeln gelten – auch das schafft Sicherheit. Spielen ist immer ernsthaft und darf aber auch Spaß machen.

Mit LEGO® SERIOUS PLAY® denken Sie mit den Händen und bringen unterschiedliche Lösungen und Perspektiven auf den Tisch – im wahrsten Sinne des Wortes.

Testen Sie Ihre Innovationsfähigkeiten mit LEGO® SERIOUS PLAY®

Bei der Konferenz Production Systems haben Sie die Gelegenheit die Allround-Kreativ- und Innovationsmethode auszutesten. Erfahren Sie von Dipl. Wirt.-Ing. Pia Gawlik-Rau, wie Sie Denkprozesse mit körperlicher Bewegung in Verbindung bringen.
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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