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Lebenswerte Quartiere in Köln

Lebenswerte Quartiere In Köln

Arbeiten und Wohnen wird in der Stadt nicht mehr so stark getrennt wie früher. Wir haben Dr. Rüdiger Stengel daher gefragt, welche Auswirkungen diese verschwimmende Grenze für Köln hat, welche erfolgreichen Quartiere in Köln realisiert werden und warum neue Studiengänge in der Immobilienwirtschaft immer wichtiger werden.

Dr. Rüdiger von Stengel ist geschäftsführender Gesellschafter der Art-Invest Real Estate. Er verantwortet Produkte, Strategie, Strukturierung, Finanzierung, Betreuung der Kapitalpartner sowie Organisation und Personal. Zuvor war er Strategieberater der BCG, hat das Fondsgeschäft der IVG aufgebaut und das Portfolio der IVG verantwortet. Er ist Dr. rer. pol. der WHU Koblenz und Dipl.-Vw. der Universität Bonn.

Dr. Rüdiger von Stengel

Dr. Rüdiger von Stengel

Arbeiten und Wohnen verschmelzen

Die Grenzen zwischen Arbeiten und Wohnen verschmelzen zunehmend, doch welcher Mix passt und welcher nicht, damit das Quartier wirklich lebendig wird?

Generell sollten sich Immobilien immer an die Bedürfnisse ihrer Nutzer anpassen. Das gilt sowohl für gewerbliche Immobilien als auch für Wohnungen. Durch die Verschmelzung von Arbeiten und Wohnen liegen auch die Bedürfnisse enger zusammen. Serviceleistungen und infrastrukturelle Angebote rücken diesbezüglich in den Vordergrund. Hierzu gehören alle Angebote, die tägliche Aufgaben erleichtern und sich zeitsparend auswirken. Zeit ist nämlich nicht mehr nur Geld, sondern insbesondere Freizeit. Dementsprechend gilt es bei Neubauprojekten auch immer eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen, sofern diese noch nicht vorhanden ist. Dies geht von Gastronomie-, Einkaufs-, Fitness-, IT und Erholungsangeboten über Ärzte und Apotheken bis hin zu Mobilitätslösungen in Form von ÖPNV, Car-Sharing, Ladestationen für E-Mobility, E-Bikes, Anschluss an das Straßennetz und Parkmöglichkeiten. Dadurch können Personen zum einen ihre täglichen Aufgaben bequem in ihren Alltag einbetten und zum anderen werden Stadtgebiete durch solche Angebote belebt.

fahrrad
S-Bahn
carsharing

Erfolgreiche Quartiere in Köln

Gibt es Beispiele aus Köln, die ein solches erfolgreiches Quartier aufzeigen?

Ein gutes Beispiel für ein solches Stadtquartier ist unser Projekt I/D Cologne in Köln-Mülheim. Hier entstehen bis 2025 auf sieben Hektar eines brachliegenden Areals 160.000 Quadratmeter gewerbliche Nutzfläche für circa 7.000 Arbeitsplätze. Da das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, lässt sich der Erfolg zwar noch nicht zeigen, jedoch haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie wir das neue Stadtquartier in die bestehende Infrastruktur einbetten und welche zusätzlichen Mehrwerte wir dort für die Mitarbeiter und die Nachbarschaft schaffen können.
So bieten wir hier eine neue Arbeitswelt, die speziell auf die sich verändernden Arbeits- und Personalanforderungen zugeschnitten ist und den Dienstleistungssektor mit der Kreativbranche, der digitalen Wirtschaft und dem produzierendem Gewerbe vernetzt. Hierfür bieten moderne IT- und Produktionsangebote zusätzliche Mehrwerte. Die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers betrifft jedoch auch Aspekte der Stadtbildverschönerung und die Übertragung der umliegenden Infrastruktur und Architektur. So wird bei I/D Cologne die Industriebauweise aus der Nachbarschaft aufgenommen und in eine moderne Loft-Architektur überführt. Darüber hinaus wird das Stadtquartier große öffentliche Plätze mit Aufenthaltsqualität und viele verschiedene Dienstleistungen von Hotel- über Gastronomie- bis hin zu Fitness-Angeboten bieten, die I/D Cologne zusätzlich beleben und auch für Außenstehende interessant machen. Verbindungsachsen zwischen den Wohngebieten und dem bestehenden Büro- und Kulturstandort Schanzenstraße schaffen in Kombination mit der offenen Gestaltung einen fließenden Übergang zwischen Wohnen, Leben und Arbeiten.

Studenten

Studium mit Immobilien-Schwerpunkt

Es entstehen immer mehr neue Studiengänge für die Immobilienbranche, warum ist das in der heutigen Zeit so wichtig?

Rund ein Sechstel (je nach Abgrenzung) der Beschäftigung in Deutschland hat direkten oder indirekten Bezug zur Immobilienbranche. Dazu gehören zahlreiche Berufsfelder: vom Architekten und dem Bauingenieur über immobilienorientierte Rechtsanwälte und Steuerberater bis hin zu Handwerkern und der gesamten Bauindustrie. Mit der Digitalisierung beziehungsweise der digitalen Transformation und Technisierung sind noch unzählige IT- und Ingenieurberufe hinzugekommen, die wiederum ganz individuelle Spezialisierungen aufweisen.

Bis vor circa 20 Jahren fehlten in Deutschland noch Ausbildungswege, die sich mit den immobilienwirtschaftlichen Zusammenhängen befassen. Dies hat sich zum Glück geändert. Die Branche ist vielfältiger geworden und hat somit auch spezialisierte Berufsbilder und Ausbildungswege hervorgebracht und diesen einen festen Platz verschafft. Spezialisierte, innovative Produkte, wie Microliving, Generationenwohnen, Budgethotellerie, ambulante Reha-Zentren, et cetera verändern die Branche zusätzlich. Um die Kundenbedürfnisse zu erfüllen, bedarf es spezialisierter Experten, die die Bedürfnisse und ihre immobilienwirtschaftliche Lösung und Umsetzung kennen. In dieser Entwicklung ist kein Ende erkennbar und noch viel Platz für weitere Spezialisten und dementsprechend auch Studiengänge.

Die Immobilienbranche im Wandel

Welche weiteren Veränderungen spielen Ihrer Meinung nach eine entscheidende Rolle für die (Kölner) Immobilienbranche?

Köln ist dicht bebaut. Die Verkehrswege stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen und dennoch wachsen Beschäftigung und Bevölkerung. Die Haushaltsgröße sinkt hingegen, dementsprechend werden noch mehr Wohnungen benötigt. Passgenaue Lösungen müssen gefunden werden. Dazu gehören besser geschnittene Wohnungen und Lebensräume, die der Situation der Menschen angepasst sind. Die Antwort ist das Zusammenwachsen von Wohnen, Freizeit und Arbeit in urbanen Quartieren – lebendig mit kurzen Wegen und wenig Verkehr, dafür aber hoher Aufenthalts- und Lebensqualität. Es gibt einige Bereiche in der Kölner Innenstadt, wo das schon sehr gut gelungen ist, beispielsweise im Belgischen Viertel sowie rund um die Dürener Straße. Auch Stadtteile wie Ehrenfeld und Kalk entwickeln sich sehr positiv. Mühlheim hat definitiv das Potenzial dazu. Wir wollen mit unserem Projekt I/D Cologne dazu einen Beitrag leisten.

Das Ohr am Markt - Immobilienforum Köln

Köln ist nicht nur als besonders lebenswerte Stadt bekannt. Die hohe Nachfrage nach Wohn- und Büroräumen führt dazu, dass die Domstadt in ihren 86 Veedeln immer weiter wächst. Wo und wie das noch möglich ist? Darüber sprechen wir mit den wichtigsten Stadtvertretern und der Kölner Immobilienwelt auf dem Immobilienforum Köln.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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