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Lean Construction – Verschwendungen im Bauwesen eliminieren

Lean Construction – Verschwendungen Im Bauwesen Eliminieren

Immobilienprojekte werden immer komplexer. So steigen beispielsweise die Anzahl der Projektbeteiligten genauso wie der Zeit- und Kostendruck. Zudem sind die Anforderungen an Sicherheit und Nachhaltigkeit beim Bau immens gestiegen. Die Qualität der Prozessabläufe hat hingegen abgenommen, sodass weniger als 50 Prozent der Termin- und Qualitätszusagen auf verschiedenen Baustellen eingehalten werden. Das führt zu hohen Baukosten, langen Realisierungsphasen und unzufriedenen Kunden. Doch dank Lean Construction gehört das der Vergangenheit an. Mit der Philosophie des Lean Managements will man auch im Bauwesen Verschwendungen aufdecken und eliminieren, um die Effizienz zu steigern.

Alles Lean auf der Baustelle?

Lean Management ist vielen vielleicht schon durch die Produktion bekannt, auf unserem Produktions-Blog haben wir schon über einiges zum dem Thema berichtet. Diese Philosophie mit all Ihren Prinzipien und Methoden, die von Toyota in Japan ins Leben gerufen wurde, wird nun auch auf die Immobilienbranche übertragen.

Aber was ist denn nun Lean Construction?

Lean Construction oder auch Lean Management im Bauwesen wird von Wikipedia folgendermaßen definiert. Es ist ein:

Gelebter kontinuierlicher Prozess zur Beseitigung von Verschwendung, dem Erreichen oder Übertreffen aller Kundenerwartungen, der Fokussierung auf den gesamten Wertstrom und dem Streben nach Perfektion.

Wichtig dabei ist, dass nicht nur der Bau einer Immobilie, sondern der gesamte Zyklus bei Lean Construction in den Fokus gerückt wird, von der Planung über die Realisierung und die Nutzung bis hin zur Verwertung.

Vorteile von Lean Management im Bauwesen

Der größte Vorteil von Lean Construction ist die Erhöhung der Effizienz im gesamten Projekt, da es Ihnen ermöglicht, Termin-, Kosten- und Qualitätsziele einzuhalten. Weitere Vorteile sind:

Die Bedürfnisse der Bauherren werden besser erfüllt, da die Prozesse im gesamten Lebenszyklus ganzheitlich betrachtet und gestaltet werden.

Verschwendungen werden reduziert und der Wert des Kunden maximiert durch die gute Organisation.

Nicht nur einzelne Teilbereiche, sondern die Gesamtleistung wird verbessert.

Behinderungen und Störungen sowie Risiken werden frühzeitig erkannt und können vermieden werden, sodass es zu keinen Nacharbeiten kommt.

Wie genau wird Verschwendung aufgedeckt?

Das Ziel von Lean Management – egal in welcher Branche – ist es, Verschwendungen wie Wartezeiten, zu große Lagermengen, unnötige Transporte sowie Nacharbeiten zu eliminieren. Aber wie werden diese Verschwendungen aufgedeckt? Lean Construction nutzt hierzu das Last-Planner-System™. Dieses verläuft kollaborativ in fünf Stufen:

1

Analyse des Gesamtprozesses

Nötige Prozessschritte werden in der ersten Stufe ermittelt und in eine logische Reihenfolge gebracht. Achten Sie hierbei vor allem auf Abhängigkeiten.

2

Festlegung der Meilensteine

Legen Sie im nächsten Schritt die übergeordneten Termine fest und ordnen Sie diese den Prozessen zu. Dabei müssen alle Parteien Entscheidungen und auch Zusagen treffen.

3

Produktionsplanung der anstehenden Wochen

Planen Sie auf Wochen-Basis die nächsten sechs Wochen und besprechen Sie die Vorgehensweise mit dem gesamten Team. Hierbei sollte klar festgelegt werden, wann welche Mitarbeiter, Maschinen und Baumaterialien an welchem Ort zu welchem Zeitpunkt benötigt werden.

4

Gemeinsamer Blick auf die nächste Woche

Um einen störungsfreien Bauablauf sicherzustellen, sollten Sie im vierten Schritt die anstehende Woche mit allen Beteiligten detailliert durchsprechen. Je nach Projekt können auch monatliche oder gar tägliche Treffen sinnvoll sein.

5

Evaluation der zurückliegenden Woche

Im letzten Schritt sollten Sie einen Blick zurückwerfen und die zurückliegende Woche evaluieren: Wurden alle Zusagen eingehalten? Ziel hierbei ist, Gründe für Störungen und Verzögerungen transparent zu machen, um daraus zu lernen und zukünftige Fehler zu vermeiden.

Was Sie über das Last-Planner-System™ wissen sollten

Bild: Planungsutensilien für ein Bauprojekt vor einem offenen Fenster mit Skyline-Blick bei NachtDie Verantwortung für die Planung von den jeweiligen Einzelterminen und -Fristen sollte dabei jemand übernehmen, der mit der Baustelle vertraut ist wie beispielsweise ein Bauleiter oder Vorarbeiter. Dieser wird dann als Last Planner bezeichnet.

Ein weiteres wichtiges Element vom Last-Planner-System™ ist eine Tafelplanung auf der Baustelle. Diese informiert über Baufortschritte und auch mögliche Hindernisse. Der Bauablauf der kommenden Tage wird Wochen im Voraus erstellt und tagesgenau über die Tafel dargestellt. So wird auf den ersten Blick klar, wer mit seinen Tätigkeiten im Verzug ist und woran das liegt. Diese Transparenz sorgt dafür, dass die Qualität, Kosten- und Terminsicherheit entsprechend gesteigert wird.

Wo wird Lean Construction bereits eingesetzt?

Egal ob beim „kleinen“ Eigenheim oder bei Großprojekten. Lean Construction ist in jedem Fall sinnvoll, um die Effizienz zu steigern. Das haben bereits einige Player auf dem Markt verstanden. So setzen beispielsweise Hochtief und Drees & Sommer auf Lean Management im Bauwesen. Letztere setzen beim Bau eines neuen Produktionsgebäudes in Dreieich sowie bei der Sanierung des Deutschen Museums in München auf Lean Construction. Beim ersten Lean-Projekt der Hochtief AG am Uferpalais in Essen wurde eine Wohnanlage mit einem Bauzeitgewinn von 20 Prozent realisiert. Dabei wurden 10 von 38 Wohnungen komplett mangelfrei an den Kunden übergeben.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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