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Künstliche Intelligenz im Mittelstand: Status quo, Vorteile, Hürden

Künstliche Intelligenz Im Mittelstand: Status Quo, Vorteile, Hürden

Künstliche Intelligenz (KI) bietet große wirtschaftliche Potenziale. Doch eingesetzt wird sie nur von großen Digitalkonzernen wie Apple, Google und IBM – oder? Kann auch der (deutsche) Mittelstand von KI profitieren?

Vorteile und Einsatzgebiete von Künstlicher Intelligenz im Mittelstand

Künstliche Intelligenz ist die nächste Stufe der Digitalisierung. Die vor kurzem veröffentlichten Mittelstand-Digital-Studie „Künstliche Intelligenz im Mittelstand“ zeigt auf, in welchen Bereichen die Befragten KI-Anwendungen als wichtig erachten. Ganz vorn mit dabei sind Intelligente Automatisierung, Sensorik sowie Assistenzsysteme. Das sind die Bereiche, die auch schon länger im Fokus der Digitalisierung stehen.

Vor allem der Mittelstand kann davon profitieren, dass es inzwischen viele Anbieter auf dem Markt gibt, die KI-Bausteine anbieten. Denn nicht immer muss es die „große“ Lösung sein und außerdem lässt sich so auf die Erfahrung des Anbieters zurückgreifen.

Wie kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Mittelstand aussehen?

Beispiele für den Einsatz von KI im Mittelstand:

1

Kundenservice

Im Kundenservice wird Künstliche Intelligenz bereits erfolgreich eingesetzt. So lässt sich der Eingang von Briefen und E-Mails mithilfe einer KI sortieren und an die passende Abteilung, den passenden Agenten weiterleiten. Zudem kann eine KI beim Telefonieren zuhören und den Agenten unterstützen, indem sie ihm passende Informationen aus der Wissensdatenbank selbstständig zur Verfügung stellt. Die Auswahl an Anbietern ist in diesem Bereich inzwischen groß.

2

E-Commerce

Auch im E-Commerce gibt es viele Potenziale. So lassen sich Produktbeschreibungen heute schon mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz erstellen oder eine KI wertet das Verhalten eines Kunden aus und macht basierend auf seinen Präferenzen individuelle Angebote.

3

Predictive Analytics

Ein weiterer Bereich ist Predictive Analytics. Sensoren an Maschinen messen Daten, die von einer KI ausgewertet werden. Diese erkennt dann Ungleichmäßigkeiten und kann Alarm geben. So lassen sich Maschinen reparieren, bevor sie kaputtgehen und dadurch tagelang ausfallen.

Letztendlich wird sich aber jede Branche und jeder Unternehmensbereich die Frage stellen müssen, wie sie von KI profitieren kann.

In unserem kostenfreien Whitepaper „Künstliche Intelligenz: Ein Branchenüberblick“ haben wir weiterführende Informationen zusammengestellt.

Deutschland darf den Anschluss nicht verlieren

Auch wenn der deutsche Mittelstand die Vorteile von KI-Einsatz erkannt zu haben scheint, ist er bei der Umsetzung noch zögerlich. Die Gründe dafür: Im Moment fehlen finanzielle Mittel und Fachkräfte. Wie lassen sich diese Hürden überwinden? Hier ist auch die Politik gefragt:

Erste Projekte gibt es bereits, so sollen zum Beispiel vom Bund geförderte Kompetenzzentren künftig zum Thema KI beraten. Weitere Möglichkeiten könnten Fördermittel oder steuerliche Entlastungen für forschende Unternehmen sein.

Das Potenzial ist da, doch die Fachkräfte fehlen

Doch nicht nur an den finanziellen Mitteln mangelt es, ein echtes Problem sind die fehlenden Fachkräfte, die den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft begleiten könnten. Informatiker, BI- und KI-Experten werden händeringend gesucht. In der Mittelstand-Digital-Studie stimmten alle Befragten darüber ein, dass fehlendes Know-How und fehlende Fachkräfte ein starkes Hemmnis beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind. Den wenigen IT-Fachkräften auf dem Markt können KMUs selten das Gehalt von Großunternehmen zahlen.

Was muss passieren? Auch hier ist die Politik gefragt: Die Bildung muss endlich fit für eine digitale Zukunft gemacht werden. Informatikunterricht muss eine größere Rolle spielen. Doch nicht nur die schulische Bildung muss sich verändern. Unternehmen sind gefordert, ihre Beschäftigten mit ins KI-Zeitalter zu nehmen. So, wie große Unternehmen es bereits vormachen.

Warum Daten für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz so wichtig sind

Eine weitere Hürde, die kleine und mittelständige Unternehmen auf dem Weg zum KI-Einsatz überwinden müssen, ist die oft fehlende Datenbasis. Eine Künstliche Intelligenz kann immer nur so gut sein, wie die Daten, mit denen sie trainiert wird.

Zum einen hat ein kleineres Unternehmen per se eine geringere Datenbasis. Zum anderen sind KMUs in Sachen Digitalisierung oft noch nicht so weit wie Großunternehmen. Es fehlen zum Beispiel Sensoren in der Produktionsstraße, die wertvolle Daten liefern könnten. Drittens werden Daten bislang selten systematisch gesammelt und gespeichert.

Deshalb gilt: Auch wenn ein Einsatz von KI noch nicht in naher Zukunft geplant ist, sollten sich Unternehmen schon Gedanken darüber machen, welche Daten ihnen zur Verfügung stehen und wie sie diese bereits heute effektiv sammeln können.

Ein weiterer Weg könnten Kollaborationen sein: Was wäre, wenn Unternehmen ihre Daten mit anderen teilen? Hier gilt es, Vorbehalte abzubauen und Zusammenarbeit aufzubauen.

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Ist KI der neue Heilsbringer?

Bevor Sie nun allerdings in blinden Aktionismus verfallen: Machen Sie sich bewusst, der neue Heilsbringer ist Künstliche Intelligenz (noch) nicht. Bevor Sie sich für den Einsatz einer Künstlichen Intelligenz entscheidet, sollten Sie die Anwendung genau analysieren:

  • Was ist das konkrete Problem?
  • Würde durch den Einsatz von KI wirklich Effizienz gesteigert oder der Kundennutzen erhöht werden?

Hinterfragen Sie besser komplexe Prozesse auf ihre Komplexität, als diese von einer KI übernehmen zu lassen.

Fazit – sollte der Mittelstand auf Künstliche Intelligenz setzen?

Jein. Potenziale sind auf jeden Fall auch für kleinere und mittlere Unternehmen da. Aber prüfen Sie, ob der Einsatz sich tatsächlich lohnt. KI nur um der KI willen einzusetzen, ist sicher der falsche Weg. Aber nichtsdestotrotz: Verlieren Sie nicht den Anschluss und bleiben Sie am Ball. Eignen Sie sich Wissen an, vernetzen Sie sich mit anderen Unternehmen und KI-Spezialisten. Erarbeiten Sie eine Daten-Strategie für Ihr Unternehmen. Denn dann sind Sie für die Zukunft gerüstet!

Zum Weiterlesen: In unserem Whitepaper „Künstliche Intelligenz: Technologien und Tipps“ haben wir Ihnen Expertentipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen werden, KI in Ihrem Unternehmen zu etablieren.

Silke Ritter

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Dieser Frage gehe ich hier im Blog nach. Seit 2012 gehöre ich zum Management Circle-Team, zuvor habe ich nach meinem Germanistik-Studium in der PR-Branche gearbeitet. Als Teil der #GenerationY weiß ich nicht nur um die Wichtigkeit von Hashtags und gutem Content, sondern wünsche mir mehr Mut in Unternehmen für die Digitalisierung. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge!

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