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Krankschreibung per WhatsApp: Das müssen Sie als Personaler jetzt wissen

Krankschreibung Per WhatsApp: Das Müssen Sie Als Personaler Jetzt Wissen

Wer kennt das nicht? Man fühlt sich nicht gut, liegt krank im Bett und soll sich nun zu einem Arzt für eine Krankschreibung schleppen. Doch damit ist jetzt Schluss! Seit ein paar Wochen macht ein Hamburger Startup eine Krankschreibung per WhatsApp möglich. Wie das funktioniert und ob das überhaupt legal ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Hamburger Start-Up Unternehmen AU-Schein.de bietet seit wenigen Wochen eine Krankschreibung per WhatsApp an. Den Service kann jeder einfordern, gesetzlich Versicherte genauso wie Privatpatienten. Er ist jedoch nur 2 Mal im Jahr möglich, damit der Service nicht zum ständigen Schwänzen benutzt wird. Das Unternehmen hat dies selbst begrenzt. Außerdem wird kein Attest ausgestellt, wenn der Arzt eine schwerwiegende Krankheit vermutet. Während ein normales Attest vom Arzt für Krankenversicherte kostenlos ist, kostet der Service pro Krankschreibung 9€, ohne Krankenversicherung 16,08€.

Doch wie funktioniert die Krankschreibung per WhatsApp?

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Um an ein ärztliches Attest zu kommen, müssen Sie auf der Homepage zunächst ein paar Fragen zu Ihren Symptomen beantworten und festlegen ob Sie einen, drei oder fünf Tage krankgeschrieben werden möchten.

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Anschließend müssen Sie Ihre Kontaktdaten eingeben und eine Bezahlvariante auswählen (zur Zeit ist nur Paypal möglich).

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Dann machen Sie ein Foto Ihrer Versichertenkarte, das dann einem Arzt per WhatsApp weitergeleitet wird, der mit dem Unternehmen kooperiert.

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Der Arzt kontrolliert abschließend die gesamten Angaben und stellt dann eine Diagnose.

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Die Krankschreibung wird Ihnen zunächst per WhatsApp und dann per Post zugeschickt. So können Sie die Krankmeldung selbst abgeben.

Aber ist die Krankschreibung per WhatsApp auch legal?

Laut Website sei der Service ,,von Rechtsanwälten bestätigt‘‘, jedoch ist bei der Recherche nur ein Rechtsanwalt zu finden, der dies bestätigt, der Geschäftsführer von AU-Schein.de. Er sagt, dass sein Angebot durch die Lockerung des Fernbehandlungsverbots im letzten Jahr legalisiert sei und daher erfolge. Diese war aber ursprünglich dafür gedacht, leichte Fälle am Telefon vor zu sortieren und nicht per WhatsApp direkt weiterzubearbeiten. Des Weiteren versichert er eine Einhaltung der DSGVO, jedoch halten viele diese Angabe für fragwürdig.

Ärzte warnen vor der WhatsApp- Krankschreibung

Medizin

Viele Ärzte kritisieren den Service und warnen vor der WhatsApp-Krankschreibung. Sie halten die Ferndiagnose für gefährlich, da die Patienten nicht gründlich untersucht werden und halten den Datenschutz für nicht gewährleistet. Ob der Service rechtskonform ist, wird derzeit geprüft. Fest steht, dass das Ergebnis davon abhängig sein wird, wo die Ärztinnen und Ärzte sitzen, die die Atteste ausstellen. In Hamburg, dem Sitz von AU-Schein.de, gilt noch das Fernbehandlungsverbot, während es in Bayern gelockert wurde, wo die Krankmeldungen zuletzt ausgestellt wurden.

Gesetzliche Regelungen

Grundsätzlich muss der Mitarbeiter eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen, wenn er länger als drei Kalendertage nicht arbeiten kann. Es gibt keine gesetzliche Regelung wie die Krankmeldung erfolgen muss, sie sollte aber rechtzeitig bei der dem Vorgesetzten ankommen, so dass man sich auf das Fehlen des Mitarbeiters einstellen kann. Da man bei WhatsApp auf das Internet angewiesen ist, und dieses auch mal Probleme bereiten kann, ist diese Variante nicht besonders empfehlenswert. Dennoch ist eine Krankmeldung per WhatsApp durchaus möglich, wenn der Arbeitgeber damit einverstanden ist. Als Personaler können Sie nur über den Standort des Arztes auf der Krankmeldung darauf schließen, ob Ihr Mitarbeiter tatsächlich beim Arzt gewesen ist, oder den Service im Internet genutzt hat.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Diesen Service kann ich nur begrüßen!
    Wie häufig müsste ich mich schon mit einer eindeutigen Diagnose (grippaler Infekt) zum Hausarzt quälen, dort eine gefühlte Ewigkeit auf die Untersuchung warten, bei der letztendlich heraus kam, dass ich mich am besten für ein paar Tage ins Bett lege und mich schönen soll.
    Diese Zeit kann ich auch sofort für die Regeneration verwenden, statt mich zusätzlich der Gefahr aussetze, mich noch anderweitig anzustecken.
    Dass sich unbeteiligte Ärzte gegen diese Form der Krankschreibung aussprechen, ist nicht verwunderlich. Greift dieses Geschäftsmodell doch deren eigenes an…

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